Daniel Heuler ist Zimmermann, das Berufsleben des 34-Jährigen dreht sich also um Häuser. Und als ob das nicht genug wäre, befasst sich der Eßlebener auch in seiner Freizeit mit dem Hausbau - der ganz besonderen Art. Im Jahr 2017 baute er sein erstes Tiny House, - zu deutsch: winziges Haus - mittlerweile sind es drei an der Zahl.  

Was aber ist ein Tiny House? Eine eindeutige Definition für diese Gebäude gibt es nach Angaben der Internetseite www.tiny-houses.de im deutschen Sprachraum nicht. Der Begriff stehe jedoch für kleine mobile Häuschen auf Anhängern.  "Ganz so mobil, wie es heißt, sind sie meistens aber nicht. Schnell mal damit wegfahren, ist also schwierig", erklärt Heuler. Deshalb nutzte er sein erstes Häuschen auch nicht zum Reisen, sondern stellte es im Garten seiner Großeltern auf - als Aufenthaltsort fürs Wochenende. Das ist aus seiner Sicht auch die ideale Verwendung für solch ein Gebäude. Der Szenebegriff "clamping" - camping mit einem ,l' für Luxus - hat sich dafür etabliert. 

Faszination Tiny House: "Nichts ist überflüssig"

Im Sommer kann der Luxus jedoch schwinden, wenn sich die kleinen Häuschen schnell aufheizen. Im Winter hingegen sei eine Fußbodenheizung wichtig, erklärt Heuler. "Sonst braucht man dicke Socken".  Ansonsten sind die Tiny Houses für den Eßlebener Zimmermann Faszination pur: "Wenn du darin wohnst, hast du ständig mit Reduzierung und Minimalismus zu tun. Das ist sehr befreiend." Zumal das Geld für überflüssige Einrichtungsgegenstände und unnötigen Hausrat für andere Zwecke verwendbar ist - "zum Beispiel für Reisen oder zur Selbstverwirklichung".

Für Reisende, die es in die Rhön zieht, will Daniel Heuler ab Herbst 2022 etwas ganz Besonderes anbieten. Er plant ein  Hotel mit ganz besonderen "Zimmern": Tiny Houses, ein amerikanischer Schulbus, ein Zirkuswagen, ein Bauwagen und Ähnliches. Das ganze will er kombinieren mit einem Wellnesbereich und einem Wohnmobilstellplatz. "Wir haben bereits zwei Grundstücke gekauft und die Bauvoranfragen gestellt", teilt er mit. 

Die Baugenehmigungen für diese  besondere Hausform ist aus Heulers Sicht aktuell noch das größte Problem. Was das angehe, seien die Gemeinden noch nicht allzu offen, da es ein noch recht junges Phänomen sei.  Nichtsdestotrotz werden die Mini-Gebäude immer mehr zum Trend. Und: In der Szene kennt und hilft man sich untereinander.  Während seines ersten Häuschenbaus hatte Daniel Heuler regen Kontakt mit anderen Baubegeisterten und tauschte Erfahrungen aus.

Interesse an Tiny-Häusern geweckt?

Wer selbst Interesse am Bau eines solchen Hauses hat, dem empfiehlt er, Messen zu besuchen und sich im Internet einen Überblick zu verschaffen. Etwa auf der Internetseite www.tiny-house-helden.de. Wer aber erst einmal ein paar Tage hineinschnuppern will, der findet beispielsweise auf Airbnb eine Reihe von Urlaubsangeboten. Dort vermietet auch Daniel Heuler zwei seiner Tiny-Houses. Was mittlerweile eine solide Einnahmequelle für den 34-Jährigen ist, begann jedoch als Hobby - und ist es noch immer: "Im Endeffekt mache ich das alles nur, weil es Spaß macht", sagt er und fügt verschmitzt hinzu: "Jetzt entsteht daraus eben ein Hotel."