• Wetterbedingte Verkehrsunfälle in ganz Franken - zahlreiche Schäden und Verletzte
  • Folgenschwerer Wintereinbruch: Schnee und Eis halten Autofahrer und Einsatzkräfte auf Trab
  • Unfallschwerpunkte in Oberfranken und Mittelfranken - Lage in Unterfranken bislang relativ entspannt
  • Schwertransport kommt von Straße ab - Beifahrer schwer verletzt

Regen, Schnee und Glätte führen in vielen Regionen Frankens aktuell zu Verkehrsunfällen. Vor allem aus Ober- und Mittelfranken gab es in den vergangenen 24 Stunden teils erheblich mehr Unfälle als normalerweise. Im Vergleich dazu ist die Situation Unterfranken bislang vergleichsweise entspannt. Dennoch fällt auch hier vielerorts Schnee. Die unterfränkische Polizei weist in einem Facebook-Post Autofahrer explizit auf die winterlichen Straßenverhältnisse hin. inFranken.de gibt einen Überblick über die Schnee- und Glätteunfälle in Franken - der Artikel wird fortlaufend aktualisiert. 

Oberfranken

In Oberfranken verzeichnen die Einsatzkräfte infolge des Wintereinbruchs einen Anstieg an Unfällen. "Es gibt mehr Verkehrsunfälle als sonst", berichtet eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken am Dienstag (30. November 2021) inFranken.de

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Allein fünfmal rückten die Beamten der Hofer Autobahnpolizei zu Verkehrsunfällen auf den hochfränkischen Autobahnen aus. "In jedem Fall war eine nicht angepasste Geschwindigkeit an die momentan vorherrschenden winterlichen Straßenverhältnisse unfallursächlich", teilt die Verkehrspolizeiinspektion Hof mit. 

Landkreis Hof

Den Anfang machte am Montag (29. November 2021) um 14.10 Uhr ein 45-jähriger Mann aus Freising mit seinem Mercedes. Der Oberbayer verlor auf der schneeglatten Fahrbahn die Kontrolle über sein Auto und kollidierte massiv mit der rechten Leitplanke. Verletzt wurde der Mann nicht, jedoch dürfte sich der Schaden am Auto auf rund 20.000 Euro belaufen, berichtet die Polizei. 

Kurz vor 17 Uhr rutschte auf der A72 bei Trogen ein 40-jähriger Fahrer aus der Oberpfalz mit seinem VW gegen die Leitplanke und zog sich einen Totalschaden in Höhe von 7000 Euro durch die Kollision zu. Auch der 40-Jährige blieb demnach unverletzt. 

Um 17.38 Uhr ging es einem 64-jährigen Mann aus Polen mit seinem BMW ähnlich. Er war, noch mit Sommerreifen ausgestattet, auf der A9 bei Berg auf der Schnee bedeckten Fahrbahn geschleudert, als er gerade den Sattelzug eines 59-jährigen Brummifahrers aus Baden-Württemberg überholte. Nach einem Zusammenstoß mit der Leitplanken kam es zur Kollision mit der Zugmaschine des 59-Jährigen. Im BMW des 64-jährigen Unfallfahrers wurde durch die Kollisionen ein Insasse leicht am Kopf verletzt. Die Beamten beziffern den Sachschaden hier auf 8000 Euro.

Einen weiteren Unfall verursachte ein 32-jähriger Mann aus Baden-Württemberg am Dienstag (30. November 2021) um 5.20 Uhr "mit einer Rutschpartie gegen die Leitplanke" auf der A9 bei Münchberg. Hier notierten die Polizisten einen Schaden von 5000 Euro an dem Ford des 32-Jährigen. Die Beamten leiteten gegen die Unglücksfahrer jeweils Verfahren ein.

Auch zwischen Rehau und Faßmannsreuth ist es zu einem Unfall aufgrund des Schneeeinfalls gekommen. Eine Mutter war zusammen mit ihrem Kleinkind im Auto unterwegs, als sie von der schneebedeckten Straße abkam. Der Kommandant der Feuerwehr Rehau berichtete, dass der Wagen der Frau gegen einen Baum prallte und anschließend auf dem Dach landete.

Bei starkem Schneefall war am Montagabend ein 76-Jähriger mit seinem VW Caddy auf der B 289 in Richtung Rehau unterwegs. An der Abzweigung nach Wurlitz setzte er den Blinker und verringerte seine Geschwindigkeit, weil er nach links abbiegen wollte. Ein nachfolgender 20-jähriger Rehauer erkannte dies zu spät, konnte nicht mehr rechtzeitig abbremsen und fuhr mit seinem Opel Corsa auf den Caddy auf. "Dieser wurde durch die Wucht des Anpralls gegen einen vor ihm fahrenden VW Tiguan geschoben, der von einer 31-Jährigen gelenkt wurde", berichtet die Polizeistation Rehau. Der Opel rutschte weiter und landete letztendlich im Graben. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden beträgt insgesamt rund 15.000 Euro. Der VW Caddy und der Opel mussten abgeschleppt werden.

Die am Montag einsetzenden, starken Schneefälle sorgen im Dienstbereich der Polizeiinspektion Hof für rund 20 Verkehrsunfälle und viele Behinderungen. Mit Beginn der Schneefälle und dementsprechend schneebedeckter Fahrbahnen gingen die ersten Meldungen über Unfälle ein. Vielerorts kam es zu Verkehrsbehinderungen, wie auf der B15 zwischen dem Ortsausgang und der Autobahnauffahrt Hof/West. Hier bekamen Lastwagenfahrer durch die vereiste Fahrbahn große Probleme beim Befahren von Steigungen.

Bis Dienstagmittag zählte die Polizei rund 20 Verkehrsunfälle, die größtenteils auf nicht angepasste Geschwindigkeit bei schlechten Wetterverhältnissen zurückzuführen sind. "Glücklicherweise blieb es ausschließlich bei Blechschäden", heißt es vonseiten der Polizeiinspektion Hof. Die Polizei bittet alle Verkehrsteilnehmer, ihre Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anzupassen, ihre Fahrzeuge mit Winterreifen auszustatten und gegebenenfalls längere Fahrtzeiten einzuberechnen.  

Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge 

Auf der A93 bei Schönwald erwartete die Beamten am Montag um 18.13 Uhr der nächste Einsatz. Auch hier machte ein Fahrer unliebsame Bekanntschaft mit der Leitplanke. Der VW des 27-jährigen Hofers wurde durch die Kollision frontal beschädigt und musste abgeschleppt werden.

Mittelfranken

Auch in Mittelfranken haben sich seit Montag viele wetterbedingte Verkehrsunfälle ereignet. "Unsere Einsatzzentrale berichtet von einem deutlich erhöhten Unfallaufkommen aufgrund der Witterungsverhältnisse", sagt Janine Mendel, Pressesprecherin am Polizeipräsidium Mittelfranken, inFranken.de. Ein kleinerer Unfallschwerpunkt liegt demnach im westlichen Mittelfranken. Die Unfälle erfolgten in der Regel auch hier infolge von Schnee und Straßenglätte. 

Landkreis Ansbach 

Zu einem schweren Unfall ist es der Polizeisprecherin zufolge am Dienstagmorgen im Landkreis Ansbach gekommen. Dort kam kurz nach 9 Uhr ein mit drei Insassen besetzter Schwertransport zwischen Gailroth und Schnelldorf allein beteiligt von der Fahrbahn ab. Einer der Beifahrer erlitt nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken schwere Verletzungen. 

Zwei Verkehrsunfälle infolge von Schneeglätte musste die Polizeiinspektion Dinkelsbühl am Montag aufnehmen. Gegen 8.40 Uhr wollte demnach ein 39-jähriger Mann mit seinem Auto vom Kienhainweg auf den Südring einfahren. Er hatte die Vorfahrt zu achten. Aufgrund der schneeglatten Fahrbahn und möglicherweise nicht angepasster Geschwindigkeit jedoch konnte der Mann seinen Kleinwagen nicht mehr abbremsen. Das Fahrzeug rutschte auf die bevorrechtigte Fahrbahn des Südrings und kollidierte mit einem vorfahrtsberechtigten Lkw. Es entstand Sachschaden in Höhe von circa 6000 Euro. Verletzt wurde laut Polizei niemand.

Am Abend fuhr ein 34-Jähriger kurz vor 19 Uhr mit einem SUV auf der Staatsstraße 2220 von Dinkelsbühl kommend in Fahrtrichtung Wolfertsbronn. In einer Rechtskurve verlor der Mann die Kontrolle über sein hochwertiges Fahrzeug und kam nach einem Schleudervorgang nach links von der Fahrbahn ab, wo er eine knapp zwei Meter tiefe Böschung hinabrutschte. Auch in diesem Fall ist womöglich eine den Straßenverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit die Ursache für den Unfall. Auch der 34-Jährige blieb bei dem Unfall unverletzt. Der Sachschaden beträgt in diesem Fall rund 40.000 Euro, da der Wagen rundum beschädigt ist.

Gegen beide Verkehrsteilnehmer leiteten die Beamten der Polizeiinspektion Dinkelsbühl ein Bußgeldverfahren ein.

Unterfranken

In Unterfranken ist die Unfalllage infolge des Wintereinbruchs verhältnismäßig ruhig. "Bislang gibt es keine signifikante Häufung von Verkehrsunfällen in Unterfranken", erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Dienstagvormittag inFranken.de. Dessen ungeachtet bittet die unterfränkische Polizei auf ihrer Facebook-Seite die Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit auf den Straßen. 

Landkreis Aschaffenburg

In Mömbris-Daxberg (Kreis Aschaffenburg) kippte ein Streufahrzeug um. Wie die Polizeiinspektion Alzenau berichtet, fuhr ein 19-Jähriger mit dem Gefährt am Montag gegen 8.30 Uhr auf der Lilienstraße und streute den dortigen Bereich ab. An der Einmündung zur Kreisstraße versuchte er, nach links zu lenken, kam aber offenbar aufgrund der Straßenglätte nach rechts von der Fahrbahn ab. Das Streufahrzeug kippte in den Graben, wobei der Fahrer leichte Verletzungen an der Hand und der Hüfte erlitt. Er wurde zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus Wasserlos gebracht. Der Sachschaden lässt sich der Polizei zufolge derzeit noch nicht beziffern. 

Eine 55-jährige Radfahrerin erlitt zudem am Montagmorgen bei einem Verkehrsunfall in Alzenau schwere Verletzungen. Die Frau fuhr gegen 8.30 Uhr auf der Prischoßstraße in Richtung Westumgehung und wollte nach rechts in den Heideweg abbiegen. Sie geriet allerdings auf der eisglatten Straße ins Rutschen und stürzte zu Boden. Dabei zog sie sich nach ersten Erkenntnissen eine Fraktur im Hüftbereich zu, teilt die Polizeiinspektion Alzenau mit. Nach der Erstversorgung durch den  Rettungsdienst wurde sie in ein Krankenhaus nach Hanau gebracht. 

Die Fahrerin eines Audi Q3 war am Dienstagnachmittag gegen 16.20 Uhr auf der A3 auf dem linken von drei Fahrstreifen in Richtung Würzburg unterwegs. "Auf Höhe Weibersbrunn kam sie mit ihrem Wagen aufgrund der nicht an die Witterungsverhältnisse angepassten Geschwindigkeit, in Kombination mit an dem Fahrzeug angebrachten Sommerreifen, bei Schneefall ins Schleudern", berichtet die Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach. 

Der Audi kollidierte mit einem auf dem mittleren Fahrstreifen fahrenden Geländewagen und einem Sattelzug und kam mit ihrem stark beschädigten Fahrzeug auf dem mittleren Fahrstreifen zum Stehen. Alle Unfallbeteiligten blieben unverletzt, der entstandene Sachschaden beträgt etwa 10.000 Euro. Die Autobahn musste in Fahrtrichtung Würzburg zunächst voll gesperrt werden, bis der Verkehr über den linken Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeigeleitet werden konnte. 

Landkreis Bad Kissingen

Auch im Raum Bad Brückenau hat es in der auf Dienstag einen Wintereinbruch gegeben. Hängengebliebene Lastwagen und ein Unfall mit Blechschaden sind diesbezüglich die vorläufige Bilanz der Polizei Bad Brückenau. Auf der Verbindung von der Rastanlage Rhön nach Schondra begegneten sich demnach gegen 6.45 Uhr zwei Autos. Beim Bremsmanöver auf der engen Straße kam der bergab fahrende Wagen ins Rutschen und kollidierte seitlich mit dem Fahrzeug, das bergauf unterwegs war. Es entstand Sachschaden im unteren vierstelligen Bereich.

In Schildeck, besonders im Gewerbegebiet Märzgrund, hingen am frühen Vormittag nach Angaben der Polizei mehrere Lastwagen fest. Sie kamen trotz Winterreifen nicht mehr vorwärts und mussten auf den Räum- und Streudienst warten, der alle Hände voll zu tun hatte. Gegen 10 Uhr hatte sich die Lage beruhigt, das Streusalz hatte gewirkt und für eine griffige Fahrbahn gesorgt.  

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