Ein Baggerführer hatte am Donnerstagmittag (13. Januar 2022) im Main-Donau-Kanal im Wendelsteiner Gemeindeteil Neuses eine Leiche ohne Kopf entdeckt.

Kurz vor der Obduktion des toten Mannes hatte die Polizei eine konkrete Vermutung, die Verbindungen zu einem weiteren Fall aufweist. Nun liegt der Bericht der DNA-Untersuchung des Torsos vor.

Update vom 20.01.2022, 15.14 Uhr: DNA-Abgleich liegt schneller als erwartet vor - Toter identifiziert

Am Donnerstagnachmittag vor einer Woche (13. Januar 2022) war ein männlicher Torso im Main-Donau-Kanal bei Wendelstein gefunden worden. Gegen 11.30 Uhr wurde damals der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Mittelfranken mitgeteilt, dass ein lebloser Körper bei Neuses im Main-Donau-Kanal treiben soll. Die Leiche wurde von der örtlichen Feuerwehr mithilfe eines Bootes geborgen.

Im Rahmen einer am Montag durchgeführten Obduktion sei es nun gelungen, anhand einer DNA-Analyse die Identität des Verstorbenen klären, erklärt die Polizei. Eine Obduktion des Toten hatte zuvor ergeben, dass sich keine Hinweise auf einen Unfall oder ein Gewaltverbrechen ergeben hatten, wie inFranken.de am Donnerstagmorgen (20. Januar 2022) berichtet hatte. 

Nur kurze Zeit später lag dann auch das Ergebnis des DNA-Abgleichs vor. Bei dem Verstorbenen handelt es sich laut Polizei "um einen 51-jährigen Mann aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, welcher seit dem 7. Dezember 2021 als vermisst gemeldet war".

Update vom 20.01.2022, 11.07 Uhr: Leiche aus Main-Donau-Kanal untersucht - "keinerlei Hinweise auf Gewalttat"

Die Obduktion der am Donnerstag vor einer Woche (17. Januar 2022) im Main-Donau-Kanal bei Neuses (Gemeindeteil von Wendelstein) gefundene Leiche wurde rechtsmedizinisch untersucht. Die Obduktion wurde abgeschlossen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken gegenüber inFranken.de bestätigt. Der grausame Fund des Torsos ereignete sich bei Baggerarbeiten des Wasserwirtschaftsamtes am Kanal. 

Die Polizei hatte zuvor die Vermutung geäußert, dass es möglicherweise um einen Vermissten handelt, der "bereits seit Tagen verschwunden ist und seinen Suizid angekündigt hatte". Die Obduktion habe ergeben, dass "es keinerlei Hinweise auf eine Gewalttat gibt". Ein "Kapitalverbrechen", sprich Mord oder Ahnliches könne damit ausgeschlossen werden. 

Bei der Obduktion sei "DNA-Material entnommen worden", so der Polizeisprecher. Dies werde "mit aktuellen Vermisstenfällen verglichen", um den toten Mann zweifelsfrei zu identifizieren. Wann das Ergebnis der Identifikation vorliegt, könne das Polizeipräsidium noch nicht genau sagen. Dies hänge stark von der Auslastung der Labore ab, heißt es aus Nürnberg

Update vom 17.01.2022, 12 Uhr: Feuerwehrkommandant berichtet von Leichenbergung - Polizei hat konkrete Vermutung

Die Feuerwehr im Wendelsteiner Gemeindeteil Neuses wurde am vergangenen Donnerstag zum Main-Donau-Kanal gerufen und machte dort einen schrecklichen Fund. "Das Wasserwirtschaftsamt macht gerade Pflegearbeiten am Kanal mit Baggern und sie haben die Leiche gefunden", berichtet der erste Kommandant Rainer Leitermann der Freiwilligen Feuerwehr gegenüber inFranken.de. Seine Einsatztruppe sei daraufhin alarmiert worden, "damit wir sie aus dem Wasser bergen". 

Die Feuerwehr in Neuses sei dabei von den Einsatzkräften aus Wendelstein unterstützt worden, "die Kameraden haben auch ein entsprechendes Boot und sind in solchen Fällen erfahren", so Leitermann. Für seine Feuerwehr sei ein solcher Fund wiederum "das erste Mal". Nach dem Alarm um 11.42 Uhr am Donnerstag sei die Bergungsaktion bereits um 13 Uhr beendet gewesen, erzählt Leitermann. 

Er habe den Leichnam auf dem Wasser treiben sehen, sagt der Feuerwehrmann. Zu den näheren Details dürfe sich die Feuerwehr wegen der aktuellen Ermittlungen aber nicht äußern. "Grundsätzlich ist es so, dass man, wenn man untergeht, erst einmal unter Wasser bleibt und später dann aufgrund der Gase nach oben treibt", erklärt Leitermann auf die Frage, in welchem Zustand der Tote geborgen wurde. 

"Bereits seit Tagen verschwunden": Polizei kann Unglücksfall nach Leichenfund ausschließen 

Das Polizeipräsidium Mittelfranken hatte sich bereits am Sonntag (16. Januar 2022) knapp zu den aktuellen Erkenntnissen geäußert. Gegenüber inFranken.de äußerte sich nun am Montag ein Sprecher mit weiteren Informationen zu dem mysteriösen Leichenfund.

"Heute oder morgen soll mit der Obduktion begonnen werden, wir erwarten Mitte bis Ende der Woche das Ergebnis", so der Sprecher. 

Es gebe "keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen und auch einen Unglücksfall können wir nahezu ausschließen", hieß es aus dem Präsidium. Man vermute, "dass es sich möglicherweise um einen Vermissten handelt, der bereits seit Tagen verschwunden ist und seinen Suizid angekündigt hatte". 

Erstmeldung: Kopflose Leiche in Main-Donau-Kanal gefunden - was wir wissen, und was nicht

Aktuell laufen noch die Ermittlungen. Die Leiche werde erst noch obduziert. Mehr Details wollte die Polizei noch nicht mitteilen.

Bislang haben sich indes keine Hinweise ergeben, welche auf ein Kapitaldelikt schließen lassen würden, heißt es in einer Pressemitteilung am Sonntag (16. Januar 2022). Es sei nicht auszuschließen, dass das Auffinden des Torsos mit einem Vermisstenfall in Verbindung zu bringen ist.

Im Laufe der kommenden Woche soll im Rahmen einer durch die Staatsanwaltschaft angeordneten Obduktion die Identität des Verstorbenen geklärt werden. Aktuell ermittle die Kripo. 

Hinweis der Redaktion: Wir berichten für gewöhnlich nicht über Selbstmorde. Eine Ausnahme bilden Fälle von großem öffentlichen Interesse. Bei der Telefonseelsorge erreichst du unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Hilfe in schwierigen, möglicherweise ausweglos erscheinenden Situationen. Innerhalb von Bayern kannst du dich alternativ unter der 0800-6553000 beim Netzwerk Krisendienste Bayern melden. Dort bekommst du rund um die Uhr qualifizierte Hilfe in psychischen Krisen und Notfällen. Unter www.frnd.de ("Freunde fürs Leben") findest du zudem weitere Informationen und Hilfsangebote.