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Nürnberg
Engstirnigkeit

Wegen ihres Aussehens: Bereits erstes Nürnberger Christkind musste mit Ablehnung kämpfen

Am Samstag trafen sich 18 ehemalige Nürnberger Christkinder zu einer Jubiläumsfeier im Rathaus. Nach dem rassistischen Kommentar eines AfD-Kreisverbands gegen Benigna Munsi meldete sich nun das erste gewählte Christkind zu Wort: Auch sie habe wegen ihres Aussehens mit Ablehnung kämpfen müssen, sagte die 67-jährige Gabriele Jungk.
 
Das erste gewählte Christkind Gabriele Junkg sprang dem aktuellen Christkind Benigna Munsi (links) zur Seite. Foto: Daniel Karmann/dpa
Das erste gewählte Christkind Gabriele Junkg sprang dem aktuellen Christkind Benigna Munsi (links) zur Seite. Foto: Daniel Karmann/dpa

Seit 50 Jahren wird in Nürnberg das Christkind gewählt. Zur Jubiläumsfeier im Rathaus kamen am Samstag (23.11.2019) 18 ehemalige Christkinder, eines reiste sogar aus Kanada an.

Erste gewählte Nürnberger Christkind: Ablehnung wegen Haarfarbe

Nach dem Spott eines AfD-Kreisverbandes gegen das aktuelle Christkind, Benigna Munsi, erzählte nun das erste Christkind, Gabriele Jungk, dass sie damals Ablehnung erleben musste. Dabei ging es nicht um ihre Abstammung oder Hautfarbe, sondern um ihre braune Haarfarbe. Und das, obwohl ihre Haare doch unter einer goldenen Perücke verschwinden.

Für das Amt des Christkinds seien "weder Haar- noch Hautfarbe wichtig", betont die heute 67-jährige Jungk. Das wurde auch deutlich, als die Ehemaligen aus fünf Jahrzehnten das neue Christkind in ihre Mitte nahmen: Es sind große und kleine Frauen mit blonden, brünetten oder roten Haaren.

AfD-Kreisverband postete rassistischen Kommentar

Die in diesem Jahr neu gewählte Benigna Munsi, Gymnasiastin aus Nürnberg, war deutschlandweit bekannt geworden, noch ehe sie ihr Amt offiziell angetreten ist. Nachdem ein AfD-Kreisverband einen rassistischen Kommentar auf Facebook gepostet hatte, erlebte sie eine Welle von Solidarität und Glückwünschen. Munsis Vater stammt aus Indien, besitzt aber seit Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft. Munsi selbst ist gebürtige Nürnbergerin.

Das Nürnberger Christkind eröffnet traditionell den Christkindlesmarkt. In den Nachkriegsjahren ab 1948 übernahmen zunächst Schauspielerinnen diese Aufgabe, seit 1969 wählt die Bevölkerung alle zwei Jahre ein neues Christkind. Benigna Munsi wird am kommenden Freitag den traditionellen Christkindlesmarkt eröffnen.