• Tierheim Nürnberg: Hund Brasco sucht seit drei Jahren neues Zuhause
  • Staffordshire-Mix wurde "jahrelang übersehen"
  • "Vorweihnachtswunder": Vermittlung fiel Tierheim schwer

Das Tierheim Nürnberg konnte ein "Vorweihnachtswunder" bekannt geben. Listenhund Brasco, der drei Jahre lang im Tierheim lebte, hat eine neue Familie gefunden. "Jahrelang wurde er übersehen", erklärt das Tierheim. 

Tierheim Nürnberg verkündet "Vorweihnachtswunder" für Listenhund 

Brasco, der Staffordshire-Mix, wartete drei Jahre lang auf eine Vermittlung. Immer wieder versuchte das Tierheim Nürnberg den Listenhund der Kategorie 1 in eine neue Familie zu bringen. "Auch unser Brasco, der über drei Jahre lang sowas wie das schwarze Schaf in weißem Pelz bei uns im Tierheim war, durfte heute endlich in sein eigenes neues Zuhause ziehen", so das Tierheim.

Denn er hatte es nicht immer leicht, vermittelt zu werden. Denn in Bayern durfte der als "Kampfhund" eingestufte Brasco nicht abgegeben oder gehalten werden. "Jahrelang wurde er übersehen, jetzt endlich hat auch er seine Menschen gefunden".

Im Tierheim selbst ist man froh, eine neue Familie für den Hund gefunden zu haben. "Brasco, wir wünschen dir ein wundervolles und vor allem langes Leben bei deiner neuen Familie und sind sehr dankbar, dass sie dich gesehen und nicht locker gelassen haben". 

Meldung vom 8. Februar 2022: Tierheim Nürnberg hofft auf Interessenten für "Kampfhund" Brasco

Der fünfjährige Brasco sei "im falschen Körper geboren", schreibt das Tierheim Nürnberg auf Facebook. Zu den Tierschützer*innen gelangte er, weil er aufgrund seiner Rasse vom Amt beschlagnahmt worden war, erklärt Zimmermann. Wie Brasco ergeht es vielen Artgenossen. Nur mit Erlaubnis der Wohnsitzgemeinde ist es in Ausnahmefällen erlaubt, Listenhunde in Bayern zu halten. Andernfalls werden sie in kommunale Einrichtungen gebracht. inFranken.de berichtete 2019 ausführlich über dieses Thema

Im Bayerischen Recht wird "gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren" mit Hunden wie Brasco in Verbindung gebracht. "Das ist nicht richtig", sagt Zimmermann hierzu. "Jeden Hund kann ich gefährlich machen, wenn ich möchte. Sie sind definitiv nicht gesteigert aggressiv oder gefährlich. Auch Brasco nicht." Mit seinen Bezugspersonen sei er sogar "lieb und verschmust".

Wieso wartet er dann schon seit fast drei Jahren auf Menschen, die ihn bei sich aufnehmen möchten? "Er ist nicht der einzige Kategorie-1-Hund, der bei uns ist. Deshalb ist es schwierig. Und Brasco wird gerne übersehen. Warum, können wir auch nicht genau definieren", konstatiert Zimmermann. Eigentlich müsse nur beachtet werden, dass keine Kinder in der Familie sind. Der Staffordshire-Mix brauche aber Menschen mit Erfahrung und Hundeverstand - sonst könne es vorkommen, dass Brasco entscheidet, wer ins Haus darf und wer nicht.

Tierheimleitung sieht Problem bei "Hinterhofvermehrern"

Zimmermann fügt hinzu, dass die Tierheime deutschlandweit voll mit Kategorie-1-Hunden seien. Die seriösen Züchter riefen dieses Problem nicht hervor, sondern "die Auslandshändler und privaten Hinterhofvermehrer, die die Hunde über Kleinanzeigenportale verscherbeln", erklärt die Tierheimleiterin. Eine Kontrolle über die Anzahl der Listenhunde sei so nicht möglich.

Das Tierheim Nürnberg gibt die Hoffnung indes nicht auf, dass Brasco noch vor der Vollendung seines dritten Jahres bei den Tierschützer*innen ein neues Zuhause findet. Mit anderen Hunden sei er auch verträglich, nur manchmal entscheide die Sympathie.