• Deutscher Tierschutzbund setzt sich mit Initiative für Tiere mit "falscher" Fellfarbe ein
  • Schwarzen Katzen und Hunde: Sie sind einfach "nicht fotogen" genug
  • Viele Tiere mit "falscher"Farbe sitzen oft lange Zeit im Tierheim

Dass schwarzen Katzen einen schlechten Ruf haben, liegt fast auf der Hand: Laut verschiedenen Sagen, sollen schwarze Katzen verzauberte Hexen sein, die als Tierwesen ihr Unheil unter den Menschen sähen. Dass das tatsächlich nur Sagen sind, sollte klar sein. Allerdings leiden schwarze Katzen oft unter ihrer Fellfarbe - besonders in Tierheimen. Dort will die schwarzen Tiere nämlich oft niemand haben. Weil Tierheimtiere mit dunkler Fellfarbe schlechtere Chancen bei der Vermittlung haben, hat der Deutsche Tierschutzbund die Aktion "Tierheime helfen. Helft Tierheimen" gestartet. Die Leiterin des Tierheims Hersbruck kann dies bestätigen: Hier warten aktuell schwarze Katzen auf ein neues Zuhause. Bei den Umfragen des Deutschen Tierschutzbunds gaben 48 Prozent der Tierheime an, dass schwarze Katzen länger auf ein neues Zuhause warten müssen. Bei den Hunden lag der Wert sogar bei 55 Prozent. Auf der Internetseite der Aktion gibt es deshalb verschiedene Aktionen, die sich für diese Tiere einsetzen, wie die Top 10 der schwarzen Tierheimtiere.

Deutscher Tierschutzbund mit Initiative: Schwarze Tiere sollen Zuhause finden

Martina Höng, Leiterin des Tierheims Hersbruck, unterstützt die Kampagne: "Ich kann alle Punkte so unterschreiben, vor allem schwarze Hunde leiden besonders unter der Situation", berichtet sie im Gespräch mit inFranken.de. Auch sie habe die Erfahrung gemacht, dass schwarze Tiere weitaus länger auf ein Zuhause warten müssen. "Wenn wir zum Beispiel einen Katzenwurf haben, bleiben die schwarzen Kätzchen immer am längsten zurück. Das ist schon bitter."

Laut Höng gebe es verschiedene Gründe für dieses Verhalten. "Natürlich spielt vor allem die Optik eine Rolle. Schwarze Tiere werden heute einfach nicht mehr als fotogen genug betrachtet." Gerade im Zeitalter von sozialen Medien achten die Leute auf optischen Perfektionismus. "Dabei überlesen sie den Charakter. Und das ist es doch eigentlich, was ein Tier ausmacht." Auch bei Hund Timmi war es so: "Die Leute sehen nur seine hübsche Fellfarbe." Seine traurige Geschichte und seinen daraus folgenden schwierigen Charakter übersehe man einfach. 

Leider ist auch der Irrglaube immer noch weit verbreitet, dass schwarze Tiere gefährlicher seien als andere. "Die Leute sehen nur einen großen schwarzen Hund und glauben sofort das Schlimmste", so Höng. Auch Aberglaube spiele eine große Rolle. Sie erhoffe sich von der Aktion vor allem mehr Einsicht: "Ich hoffe, dass die Leute von diesem optischen Klischee wegkommen." Eine Katze müsse nicht gut auf Instagram aussehen, sondern gut zum neuen Besitzer passen. "Es sollte egal sein, wie ein Tier aussieht. Auf das Herz kommt es an."

Nach einem Martyrium kümmert sich das Tierheim Hersbruck um ein ausgesetztes Kätzchen. Eine Frau hatte die junge Katze in einem Wald in Neuhaus an der Pegnitz gefunden. Jemand hatte das arme Tier in eine winzige Box gesperrt.