Tiergarten Nürnberg vermeldet Umzug: Neuer Ort für Harpyie Domingo

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Tiergarten Nürnberg vermeldet Umzug: Neuer Ort für Harpyie Domingo
Harpyien-Männchen Domingo ist im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms vom Tiergarten Nürnberg in den Weltvogelpark Walsrode umgezogen, um mit dem Weibchen Cupcake zur Arterhaltung ...
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Collage inFranken.de: Daniel Karmann (dpa) / Tom Burger (Tiergarten Nürnberg)
Tiergarten Nürnberg vermeldet Umzug: Neuer Ort für Harpyie Domingo
Harpyien-Männchen Domingo (Foto) ist im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms vom Tiergarten Nürnberg in den Weltvogelpark Walsrode umgezogen, um mit dem Weibchen Cupcake zur ...
Tiergarten Nürnberg / Tom Burger
Tiergarten Nürnberg vermeldet Umzug: Neuer Ort für Harpyie Domingo
Harpyien-Männchen Domingo ist im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms vom Tiergarten Nürnberg in den Weltvogelpark Walsrode umgezogen, um mit dem Weibchen Cupcake zur Arterhaltung ...
Tiergarten Nürnberg
Daniel Karmann/dpa

Der Tiergarten Nürnberg hat einen Umzug vermeldet: Das 1993 im Zoo geborene Harpyien-Männchen Domingo lebt nun im größten Vogelpark der Welt.

Das Harpyien-Männchen Domingo ist vom Tiergarten Nürnberg in den Weltvogelpark Walsrode umgezogen. Dies gab der fränkische Zoo am Freitag (4. September 2026) in Form einer Pressemitteilung bekannt. Der Transfer erfolgte demnach im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Harpyien. In der Einrichtung im niedersächsischen Walsrode soll der Vogel mit dem siebenjährigen Weibchen Cupcake aus dem Zoo Miami zusammengeführt werden.

Ziel ist es, ein genetisch möglichst unterschiedliches Paar zu bilden und damit zur Zucht der gefährdeten Greifvogelart beizutragen. Das EEP für Harpyien wird vom Nürnberger Tiergarten Nürnberg koordiniert. Im Frühjahr konnte der Zoo derweil einen besonderen Zuchterfolg für sich verbuchen: Erstmals gab es vor Ort Nachwuchs bei den seltenen Fischkatzen. 

Tiergarten Nürnberg: Harpyie Domingo in Weltvogelpark Walsrode umgezogen

Die Zusammenführung von Harpyien erfordert eine schrittweise Eingewöhnung. Zunächst sollen sich Domingo und Cupcake aus getrennten Gehegen durch eine Plexiglasscheibe beobachten können. Erst wenn die Tiere miteinander interagieren und beispielsweise beginnen, Nistmaterial zu sammeln, kommt eine gemeinsame Haltung infrage. "Wenn die Tiere nicht harmonieren, kann es zu schweren Auseinandersetzungen kommen, bei denen beide Tiere gefährdet sind", erklärt der Tiergarten Nürnberg in seiner Mitteilung. Deshalb werden mögliche Paare unter Kontrolle und mit zeitlichem Abstand aneinander gewöhnt.

Der Weltvogelpark Walsrode hat für die beiden Vögel eine frühere Voliere für Riesenseeadler umgebaut. Die 1962 eröffnete Anlage in der Lübeburger Heide gilt als weltweit größter Vogelpark. "Unser Team freut sich, nun wieder ein Pärchen dieser faszinierenden Vogelart halten zu können", hält Weltvogelpark-Kurator Heiko Janatzek mit Blick auf den Harpyien-Neuzugang aus Franken fest. "Wir sind gespannt auf die Herausforderung, die beiden miteinander zu vergesellschaften und hoffentlich zur Zucht zu bewegen, um zum Erhalt dieser hochbedrohten und charismatischen Tiere beitragen zu können."

Domingo schlüpfte 1993 im Tiergarten Nürnberg. Zwischenzeitlich lebte er im Zoo Dortmund und im Grünen Zoo Wuppertal. Mit Ausnahme dieser beiden Aufenthalte verbrachte er sein Leben in Nürnberg. Der Tiergarten koordiniert seit der Gründung des entsprechenden EEP im Jahr 2025 das Zuchtprogramm für Harpyien innerhalb des Europäischen Zooverbands EAZA. Verantwortlich ist der Kurator für Artenschutz und Forschung, Lorenzo von Fersen.

Kleine Population im Erhaltungszuchtprogramm

Harpyien (Harpia harpyja) kommen in den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas vor. Zu den Gefährdungen der Art zählen insbesondere die Abholzung und die Folgen des Klimawandels. Das EEP soll langfristig eine sich selbst erhaltende Population in menschlicher Obhut aufbauen. Diese Population könnte als Reserve dienen, falls die Harpyie in freier Wildbahn ausstirbt.

Perspektivisch sollen möglichst alle weltweit in menschlicher Obhut lebenden Tiere in das Zuchtbuch aufgenommen werden. Derzeit umfasst das Programm 18 Harpyien. Acht Tiere leben im Zoo São Paulo, die übrigen verteilen sich auf vier europäische Zoos. Im Tiergarten Nürnberg und auf der Außenstation Gut Mittelbüg werden insgesamt fünf Tiere gehalten.

Harpyien können in menschlicher Obhut mehr als 40 Jahre alt werden. Sie werden mit etwa sechs Jahren geschlechtsreif. Ein Paar zieht durchschnittlich nur alle drei Jahre ein Jungtier groß, was den Aufbau stabiler Bestände erschwert.

Harpyienhaltung in Nürnberg seit 1980

Der Tiergarten Nürnberg hält seit 1980 Harpyien. Das erste Paar kam nach einer Beschlagnahmung aus einer Privathaltung in den Zoo. 2023 schlüpfte mit Amaya erstmals seit rund 20 Jahren wieder ein Harpyienjungtier in Nürnberg. Der Vogel wurde erfolgreich aufgezogen und ist im Bereich der Greifvögel oberhalb der Bartgeiervoliere zu sehen.

Gemeinsam mit dem Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg plant der Tiergarten perspektivisch eine neue Harpyienanlage mit Innen- und Außenbereich.

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