Seit 2012 engagiert sich der Tiergarten der Stadt Nürnberg in einem Wiederansiedlungsprojekt von Kulanen (Equus hemionus) im kasachischen Altyn Dala-Schutzgebiet. Nach Jahren der Rückschläge verzeichnete das internationale Projekt Anfang Juni 2021 den ersten Kulan-Nachwuchs in Zentralkasachstan seit den 1930er Jahren. Eine Kulanstute im Projektzentrum in der Region Kostanay (Qostanai) brachte ein gesundes, weibliches Fohlen zur Welt. Das teilt die Stadt Nürnberg mit.

Auch im Tiergarten Nürnberg wurden 2021 im Mai und Juni insgesamt drei Jungtiere der stark gefährdeten Tierart der asiatischen Wildesel geboren, ein Weibchen und zwei Männchen. Derzeit leben n Kulane in Kasachstan im Altyn-Emel-Nationalpark, im Barsa Kelmes-Reservat und in der Region Kostanay im Norden des Landes, unweit der russischen Grenze. Die Weltnaturschutzunion schätzt, dass es eine Gesamtpopulation von etwa 3 200 erwachsenen Tieren gibt.

In den letzten 200 Jahren ist ihr Verbreitungsgebiet auf drei Prozent geschrumpft. Seit dem Planungsbeginn 2012 zur Wiederansiedlung von Kulanen wurde das Altyn Dala-Schutzgebiet mit etwa 60 000 Quadratkilometern geschaffen. Das ist ein abgegrenztes Gebiet, das zum Beispiel vor Industrieansiedlungen geschützt ist, in der Größe von Kroatien. Dort hat lediglich die einheimische Bevölkerung eine Jagderlaubnis.

2017 wurden die ersten Kulane, vier Stuten, vier Fohlen und ein Junghengst, aus einem anderem Schutzgebiet nach Altyn Dala umgesiedelt. Es waren nach mehr als 100 Jahren wieder die ersten Kulane in Altyn Dala. Die klimatischen Bedingungen dort sind hart, doch auch sonst drohen den Tieren Gefahren. Im Januar 2020 wurde eine Kulan-Stute von Wilderern getötet.

Der Tiergarten Nürnberg verfügt nach eigener Aussage über "jahrelange Erfahrung in der Haltung und dem Transport von Kulanen". Während die kasachischen Partner des Tiergartens die Tiere vor Ort in den Nationalparken sehr gut kennen und wissen, wie man sie in Kraalen (Viehgehegen) einfangen kann, steuern die Zoos das veterinärmedizinische Knowhow und Equipment bei. Zudem planen die Zoos, darunter der Tiergarten Nürnberg, den Bau von Transportkisten und -methoden, während die kasachischen Partner wiederum die Transportrouten für die Wildesel ausarbeiten.