Orkantief "Zeynep" hat in vielen Regionen Frankens spürbare Schäden hinterlassen. Noch am Samstagmorgen (19. Februar 2022) warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Sturmböen in zahlreichen fränkischen Städten und Landkreisen.

Allein in Oberfranken verzeichnete die Polizei am Freitag (18. Februar 2022) binnen weniger Stunden 156 witterungsbedingte Einsätze. Im Stadtgebiet Nürnberg gab es zwischen 19.40 bis 22 Uhr 27 Feuerwehreinsätze - ausgelöst durch Windböen. Auch in Würzburg waren Einsatzkräfte von Freiwilliger und Berufsfeuerwehr im gesamten Stadtgebiet tätig, nachdem gegen 19 Uhr einige heftige Sturmböen über die Häuser gefegt waren. 

Sturm "Zeynep": Orkantief hält Einsatzkräfte in Franken auf Trab - viele Schäden

Ausgerückt seien die Einsatzkräfte meist wegen umgestürzter Bäume, umgefallener Verkehrsschilder und herumfliegender Gegenstände, teilte die Polizei am Samstag (19. Februar 2022) mit. Im oberfränkischen Kulmbach stürzte ein Baum auf eine Produktionshalle, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Der Schaden an dem Gebäude belaufe sich nach ersten Schätzungen auf rund 100.000 Euro, sagte eine Sprecherin der Polizei.

Zwischen 18 und 22 Uhr am Freitag verzeichnete die Polizei in Oberfranken 156 witterungsbedingte Einsätze. Auch hier handelte es sich größtenteils um herumfliegende Gegenstände und Bäume und Äste auf der Straße, die zu kleineren Schäden führten. Die Zahl der Feuerwehreinsätze liege noch deutlich höher, da die Polizei nicht bei allen Baumfällarbeiten alarmiert werde, hieß es. "Glück im Unglück" hatte der Polizei zufolge Freitagnacht eine 34-jährige Autofahrerin in Bayreuth, als vor ihr am Hohenzollernring sturmbedingt ein Baum auf die Straße fiel. Die Frau konnte noch rechtzeitig bremsen, so dass lediglich ein Sachschaden in Höhe von rund 5000 Euro entstand. Das berichtet die Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt.

Im unterfränkischen Kitzingen hat Sturm "Zeynep" am Freitagabend das Dach der Erich-Kästner-Schule teilweise abgedeckt. Das berichtet das Landratsamt Kitzingen am Samstag. Das Dach aus Alutrapezblech wurde demnach kurz nach 19 Uhr auf 250 Quadratmetern weggefegt. "Das Dach lag in der Folge teilweise auf der Straße oder hing in umliegenden Bäumen, was auch den Einsatz einer Drehleiter nötig machte", heißt es vonseiten des Landratsamts. Auch in Würzburg haben heftige Böen eine Dachfläche von etwa 300 Quadratmetern abgedeckt. Verletzt wurde bei dem Vorfall am Freitagabend niemand, doch die Dachpaneelen flogen nach Angaben der Feuerwehr bis auf die angrenzenden Bereiche der Werner-von-Siemens-Straße. Feuerwehrleute sicherten die übrige Dachfläche demnach mit Stahlseilen und Bandschlingen, um ein weiteres Abdecken durch neue Böen zu verhindern.

Unwetter in Nürnberg: Dachziegel von Lorenzkirche knallen auf Vorplatz - Baum fällt in Stromleitung

In Nürnberg sicherte die Feuerwehr den Bereich um die Lorenzkirche ab. Dort hatten sich Dachziegel vom Kirchenhauptschiff gelöst und knallten auf den Vorplatz. Weiter musste gemeinsam mit dem Löschzug Laufamholz ein großer, umgestürzter Baum gesichert werden. "Er lag schräg auf einem Haus und drohte weiter abzurutschen", berichtet die Berufsfeuerwehr Nürnberg. Er sei gesichert und teilweise abgetragen worden. 

Weiter fiel laut Feuerwehr am Nürnberger Tiergarten eine Kiefer in die Oberleitung der Straßenbahn. Der Baum wurde demnach nach Abschalten des Stromes entfernt.

Im gesamten Zuständigkeitsbereich der Integrierten Leitstelle Nürnberg mussten im genannten Zeitraum 93 unwetterbedingte Feuerwehreinsätze disponiert werden. Dafür wurde auch eine Verstärkung in die Leitstelle einbestellt. In mehreren Regionen in Mittelfranken war die Feuerwehr wegen zahlreicher umgestürzter Bäume und abgebrochener Äste im Einsatz.

Bayerns Sturmschwerpunkt in Franken und der Oberpfalz

In der Oberpfalz kam es zu 14 Unfällen, bei denen Autofahrer nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnten und in umgestürzte Bäume und größere Äste fuhren. Ein Mensch wurde dabei leicht verletzt, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Insgesamt registrierte die Polizei in der Oberpfalz in der Nacht 83 Verkehrsstörungen, die auf den Sturm "Zeynep" zurückzuführen sind.

Während in Franken und in der Oberpfalz die Rettungskräfte seit Freitagabend zu Dutzenden Einsätzen ausrückten, blieb es im Rest des Freistaats weitgehend ruhig. In Niederbayern rückte die Polizei wegen des Sturms "Zeynep" 17 Mal aus. Die Einsätze seien jedoch unproblematisch gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Unter anderem sei ein Bauzaun vom Wind umgeweht worden. In Schwaben und Oberbayern verzeichnete die Polizei nur wenige Sturmeinsätze.

Erst am Donnerstag (17. Februar 2022) hatte Orkantief "Ylenia" zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen und Schäden geführt.