Sollte der Club noch ein oder zwei Transfers tätigen?
Verstärkungen sind nie verkehrt. Es stellt sich aber die Frage, ob die finanziellen Möglichkeiten vorhanden sind und ob auf dem Spielermarkt die Spieler vorhanden sind, die dem Club weiterhelfen können und die zudem über Spielpraxis verfügen.
Was muss passieren, damit die Nürnberger den Klassenerhalt schaffen?
Das Team sollte verinnerlichen, insbesondere hinten noch energischer zu kämpfen. Fortuna Düsseldorf hat gegen Borussia Dortmund vorgemacht, wie es gehen kann. Die haben sich mit Mann und Maus in alles hineingeworfen und sind dafür belohnt worden.
Wie häufig gehen Sie ins Max-Morlock-Stadion und welche Hobbys bestimmen Ihr Leben?
Ich habe drei oder vier Spiele live gesehen, die anderen im Pay-TV. Ansonsten bin ich mit meiner Aufgabe als Sportlicher Leiter bei der SG Ebersdorf, ein Zusammenschluss aus Frohnlach, Ebersdorf und Großgarnstadt, ziemlich gut ausgelastet. Ich kümmere mich an sieben Tagen in der Woche um den Nachwuchs von der G- bis zur A-Jugend und trainiere alle Mannschaften mit. Fußball ist mein Beruf.
Sie standen 1990 auf dem Sprung in die Nationalmannschaft, doch eine Verletzung bremste sie aus...
Das stimmt. Ich hatte mir im Winter einen Mittelfußbruch zugezogen - und bis dahin war auch alles gut gelaufen. Als ich nach der Verletzung zurückgekommen bin, war es jedoch schwer, wieder Fuß zu fassen. Hinzu kam, dass sich die sportliche Ausgangslage geändert hatte: Nürnberg kämpfte gegen den Abstieg. Das war es dann. Aber ich bin immerhin einer der wenigen Club-Spieler, die im Notizbuch von Franz Beckenbauer gestanden haben.
1994 endete Ihre Bundesliga-Karriere abrupt. Was war der Grund?
Im Spiel gegen den FC Bayern München hatte mir Michael Sternkopf aufs Knie getreten. Nachdem ich ein Jahr lang gekämpft habe und mir die Ärzte schließlich mitgeteilt haben, dass mein Knie, das ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden war, nicht mehr bundesligatauglich sei, bin ich Sport-Invalide geworden. Das war damals ein Nadelstich, der manchmal auch heute noch, wenn ich im Stadion sitze, wehtut. Ich habe für den Sport gelebt; um Geld ist es mir nie gegangen.
Von 2009 bis 2016 waren Sie Bundestrainer der Fußballer mit intellektueller Beeinträchtigung. Wie sind Sie dazu gekommen?
Zu meiner Zeit als Profi habe ich regelmäßig Behinderten-Werkstätten besucht, dort Autogramme gegeben und mich über die Arbeit in diesen Einrichtungen informiert. Mir hat imponiert, wie engagiert diese Menschen, deren IQ in der Regel nicht höher als 75 ist, an ihre Aufgaben herangegangen sind. Und ich habe gemerkt, dass sie mit ganzem Herzen dabei waren. Das alles hat mich motiviert, den Job des Bundestrainers anzunehmen.