Wir haben mit Kinofreundin Ute Schreiner aus Nürnberg über aktuelle Programmhöhepunkte und die besondere Atmosphäre beim Open-Air-Kino in Nürnberg gesprochen. Heuer werden Filme nicht nur im Innenhof von Kulturpalästen wie dem Tucherschloss gezeigt. Die Leinwand wird in diesem Festivaljahr auch auf einem Schrottplatz aufgebaut.

Frau Schreiner, wie kommt man auf die Idee, einen Film auf einem Schrottplatz zu zeigen?
Ute Schreiner:
Die Idee mit dem Schrottplatz ist tatsächlich mir gekommen, als ich die deutsche Komödie "Schrotten!" bei einem Screening gesehen habe. Dann haben wir - so wie es unser Verein gerne macht - uns auf die Suche nach einen Schrottplatz gemacht, der bereit ist bei diesem Abenteuer mitzumachen.

Inwiefern gehört das zu Ihrem Konzept beim "SommernachtFilmFestival"?

Das machen wir schon seit fast 30 Jahren so, dass wir uns zum Spielfilm den passenden Spielort suchen. Das mögen unsere Besucher auch sehr gerne.

Reicht ein Film heute alleine nicht mehr aus, um die Zuschauer vom Fernsehsofa zu locken?
Beim Open-Air-Kino geht es einfach um die Atmosphäre. Bei uns sitzt man nicht im dunklen Besuchersaal. Da spielt die Kulisse des Spielortes für den Film einfach eine große Rolle.

Am Freitag startet die Sommer-Filmreihe im Tucherschloss. Auf welche Filme freuen Sie sich besonders in dieser romantischen Szenerie?
Ich empfehle besonders "Ein Hologramm für den König", der am 26. August im Tucherschloss gezeigt wird. Der Film hat mir sehr gut gefallen. Das ist eine tolle Geschichte mit Tom Hanks, der als Handlungsreisender Alan Clay nach Saudi-Arabien fliegt, um dem Königshaus eine sündhaft teure Telefonanlage aufzuschwatzen, die den Gesprächspartner als Hologramm anzeigt. Aber genauso freue ich mich auf den Film "The Lady in the Van" (Die Dame im Campingbus). Diese britische Komödie habe ich zwar noch nicht gesehen. Aber deswegen freue ich mich persönlich umso mehr darauf.

Zum "SommernachtFilmFestival" laden Sie regelmäßig auch Regisseure ein. Sind Sie auf dem besten Weg, ein echtes Filmfestival zu werden?
Nein, weil wir nicht komplett auf Film-Premieren setzen, uns aber über die ein oder andere Preview auch freuen. Aber am kommenden Samstag besuchen uns die beiden Regisseurinnen des Dokumentarfilms "Wer hat Angst vor Sibylle Berg" im Kraft`schen Hof. Am allerletzten Festivaltag kommt noch der iranische Filmemacher Ayat Najafi mit seinen spannenden Dokumentarfilm vorbei. Seit der Revolution von 1979 dürfen Frauen im Iran nicht mehr öffentlich vor Männern singen. Wild entschlossen sich diesem Tabu zu widersetzen, versucht die Schwester des Filmemachers, der mittlerweile in Berlin lebt, ein Konzert auf die Beine zu stellen. Auf den Besuch dieses Regisseurs freue ich mich besonders. Also ein bisschen Festival-Feeling gibt es bei uns schon.

Welchen Geheimtipp haben Sie für Freunde des Sommerkinos unter freiem Himmel?
Wir sind ja kein Filmfestival, wie die Berlinale oder die Hofer Filmtage, bei uns gibt es in der Regel auch an der Abendkasse noch Karten, aber gerade wenn der Weg etwas weiter ist, empfiehlt es sich im Online-Vorverkauf oder an den bekannten Vorverkaufsstellen zu kaufen. Wir konnten im letzten Jahr bei rund 100 Vorstellungen über 30.000 Besucher begrüßen. Auf unserer Homepage www.sommernachtfilmfestival.de können Besucher bis 18 Uhr des selben Tages noch Karten kaufen.