• 9-Euro-Ticket: VGN rechnet ab September wieder mit "normalem Angebot"
  • Warten auf klare Vorgaben der Politik: Situation noch "zu schwammig"
  • Staatliche Zuschüsse sind "der Knackpunkt" bei der Planung
  • "Wollen ÖPNV weiter ausbauen": Bessere Anbindung für Menschen auf dem Land

Wie inFranken.de an anderer Stelle bereits ausführlich berichtete, ist derzeit völlig offen, wie es nach dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets zum 31. August 2022 weitergeht. Auch beim Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) wartet man noch auf klare Vorgaben vonseiten der Politik, erklärt Pressesprecherin Melinda Burmeister-Neuls im Gespräch mit inFranken.de.

VGN plant aktuell keine 9-Euro-Ticket-Verlängerung: Verkehrsverbund wartet auf Finanzierungsmodell der Politik

Im Moment rechne man damit, dass es ab September "mit dem normalen VGN-Angebot" weitergeht, sagt Burmeister-Neuls inFranken.de . Demnach treffe man zumindest aktuell noch "keine Vorbereitungen zu einer Verlängerung". Solange aus der Politik keine klaren Entscheidungen kämen, sei es auch gar nicht möglich, irgendwelche "Vorbereitungen zur Verlängerung" zu treffen.

Denn solange es noch kein Finanzierungsmodell seitens der Politik gebe, fehlten demzufolge schlichtweg die zur Planung notwendigen finanziellen Rahmenbedingungen. Die Situation sei zum jetzigen Zeitpunkt noch "zu schwammig" und erlaube keine vernünftige Vorbereitung auf die Zeit nach August, wie die VGN-Sprecherin mitteilt. 

Wichtig für den Verkehrsverbund: Durch eine mögliche Fortsetzung des 9-Euro-Tickets dürften für den VGN "keine finanziellen Verluste entstehen". Sollten diese dennoch eintreten, müssten sie wiederum durch staatliche Zuschüsse ausgeglichen werden, betont Burmeister-Neuls. Und genau die Frage, ob das passiert, sei der Sprecherin zufolge "der Knackpunkt" für die Planung und die Frage, wie es nach dem 31. August weitergeht.

VGN will öffentlichen Personennahverkehr weiter ausbauen: Bessere Anbindungen auf dem Land

Generell gibt man aufseiten des VGN aber "offen für alles, was mehr Menschen in den ÖPNV zieht". Dazu gehörten letztlich auch Maßnahmen wie das 9-Euro-Ticket. Man müsse zusätzlich aber auch den öffentlichen Personennahverkehr weiter ausbauen. Denn "das 9-Euro-Ticket bringt mir rein gar nichts, wenn ich auf dem Land wohne und keine Anbindung habe", gibt Burmeister-Neuls zu bedenken.

Auch Verbindungen, die aufgrund der hohen Auslastung in den letzten Monaten an ihre Grenzen stießen, wolle man wenn möglich weiter ausbauen. Allerdings sei "auf vielen Strecken das Maximum bereits erreicht", konstatiert die VGN-Sprecherin.

Kurz nach der Einführung des 9-Euro-Tickets kam es in Franken zu massiv überfüllten Zügen. Tausende Menschen machten sich an Pfingsten per Bahn auf den Weg zu Rock im Park in Nürnberg und zu Erlanger Bergkirchweih. Die Bahn drohte teils mit Räumung der Züge.