"Richtige Katastrophe": Warnstreik sorgt für volle Straßen in Nürnberg - Bus und Bahn beeinträchtigt

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Nürnberg: EVG-Streik sorgt für volle Straßen - "richtige Katastrophe"
Viele sprangen in Nürnberg am Freitag (21. April 2023) wegen des Streiks aufs Auto um. Taxifahrer profitierten davon nicht, wie einer von ihnen berichtet.
Nürnberg: EVG-Streik sorgt für volle Straßen - "richtige Katastrophe"
Patrick Seeger (dpa) Symbolbild

Von 3 bis 11 Uhr war der Zug- und Busverkehr in Nürnberg am Freitag (21. April 2023) wegen des bundesweiten EVG-Streiks lahmgelegt. Viele Menschen wichen auf die Straßen aus, wie ein Taxifahrer hautnah miterlebte.

  • Nürnberg: Straßen wegen Bahnstreik überfüllt
  • Taxifahrer berichtet von Staus: "Ist Katastrophe"
  • VGN informiert über Einschränkungen: agilis, OVS und RBO betroffen
  • Wie Fahrgäste mit ihren Tickets verfahren können

Für Freitag (21. April 2023) rief die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG zu einem erneuten bundesweiten Warnstreik im Rahmen der Tarifrunde 2023 auf. Auch in Nürnberg sorgte das für ein Verkehrschaos - nicht nur bei Bahn- und Busverkehr

Zug- und Busausfälle in Nürnberg - Taxifahrer berichtet von "Stau überall"

Mit dem Streik fordert die EVG von ihren Arbeitgebern - unter anderem der Deutschen Bahn AG - angemessene Angebote bei der Tarifverhandlung. Die bisherigen Forderungen seien weitgehend ignoriert worden, heißt es in einem Infoblatt zum Streik. Auf dem Weg zu mehr Wertschätzung seitens der Arbeitgeber sei ein weiterer Streik in allen Bereichen, in denen verhandelt werde, nötig. 

Laut VGN war zwischen 3 und 11 Uhr im gesamten Gebiet des Verkehrsverbundes kein Zugverkehr möglich. Die Verkehrsgesellschaft Agilis war selbst zwar nicht am Streik beteiligt, das Unternehmen sei aber auf Stellwerke und Einrichtungen der Deutschen Bahn angewiesen, teilt es online mit. Deshalb seien sämtliche Zugfahrten ausgefallen. Auch die Bus­linien des OVF und RBO waren betroffen. "Voraussichtlich ab 11 Uhr werden die Bahnun­ter­neh­men den Betrieb schrittweise wieder aufnehmen. Bis in den Nachmittag hinein ist jedoch noch mit Zug­aus­fällen und Ver­spä­tungen zu rechnen", heißt es auf der VGN-Webseite.

Eine häufige Folgeerscheinung der Streiks sind volle Straßen. So beobachtet es auch der Nürnberger Taxifahrer Yüksel Arli. Freuen könne er sich darüber nicht, wie er NEWS5 erklärt: "Es ist eine richtige Katastrophe. Es gibt überall Stau und wir können die Aufträge nicht pünktlich fahren." Hinzu komme noch das Zuckerfest zum Ende des Ramadans, was die Anzahl der Autos ebenfalls erhöhe. Mehr Kundschaft könne er dadurch nicht an ihr Ziel bringen, da die Fahrten viel länger dauerten.

Fahrgäste können nicht genutzte Tickets flexibel nutzen - in bestimmtem Zeitraum

Die Deutsche Bahn kommt Fahrgästen, die bereits Tickets erworben haben, entgegen. All jene, die ihre am Freitag (21. April 2023) geplante Reise aufgrund des Streiks verschieben möchten, "können ihr bis einschließlich 18. April 2023 gebuchtes Ticket für den Fernverkehr ab sofort bis einschließlich 24. April 2023 flexibel nutzen. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden", heißt es auf Anzeigetafeln an den Bahnhöfen.

Laut agilis gelte im Nahverkehr eine Kulanzregelung: "Alle Fahrkarten des Deutschlandtarifs mit Reisedatum 21. April 2023 können von Mittwoch (19. April 2023), 0 Uhr, bis einschließlich Dienstag (25. April 2023), 23.59 Uhr, flexibel genutzt werden", informiert das Unternehmen. Auch Umwege, die nicht auf der Fahrkarte angegeben sind, seien zulässig.

Zudem gälten bei Verspätung oder Zugausfall die allgemeinen Fahrgastrechte. Betroffene agilis-Kunden können sich unter www.agilis.de/kontakt oder per Telefon unter 0800 589 28 40 an die Kundenbetreuung wenden.