Nur ein Jahr nach der Absichtserklärung der Bayerischen Staatsregierung ist mit der feierlichen Unterzeichnung der Gründungsurkunde in den Räumen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften das Munich Quantum Valley nun auch formal als Verein gegründet worden, so die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Komplementär zur Förderung aus der Hightech Agenda Bayern in Höhe von 300 Millionen Euro hätten die Mitglieder der Initiative bereits Bundesmittel in Höhe von mehr als 80 Millionen Euro eingeworben. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sei einer der Gründungspartner des neuen Netzwerks.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU): "Quantencomputing ermöglicht völlig neue Arten der Forschung. Das ist die nächste Generation der Super-Rechner."

FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger: "Wir sind stolz darauf, als FAU Gründungspartner dieser zukunftsweisenden Initiative zu sein. Mit dem Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und unserem neuen Sonderforschungsbereich "Quantenkooperativität von Licht und Materie" haben wir uns eine starke Position gerade in der Quantenmetrologie, der Quantenkommunikation, aber auch dem Quantencomputing erarbeitet und sehen das Thema ganz oben auf unserer Forschungsagenda."

Zentrales Ziel der Initiative Munich Quantum Valley sei es, in den kommenden fünf Jahren ein Zentrum für Quantencomputing und Quantentechnologie (ZQQ) aufzubauen. Hier sollen die drei derzeit aussichtsreichsten Quantencomputing-Technologien verfügbar sein, also "sowohl ein Computer auf Basis von supraleitenden Qubits als auch solche mit Qubits auf Basis von Ionen und Atomen".

Darüber hinaus solle ein Quantentechnologiepark entstehen, um die Forschungskapazitäten zu bündeln und die schnelle Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktreife Produkte zu forcieren, heißt es. Flankiert würden die Aktivitäten durch den Aufbau von Aus- und Fortbildungsangeboten sowie Maßnahmen zur Förderung von Start-ups in den Quantentechnologien.

In der Physik würden an der FAU vor allem die Integration von Soft- und Hardware-Entwicklung durch Co-Design Strategien vorangetrieben und Algorithmen für Materialsimulationen mit Quantencomputern entwickelt.

Im Department Elektrotechnik – Elektronik – Informationstechnik würden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler spezialisierte und hochsensitive integrierte elektronische Schaltungen für Quantencomputer, die in einer Milli-Kelvin Temperaturumgebung eingesetzt werden können, entwerfen.

Bisher hätten sich unter dem Dach des Munich Quantum Valley mehr als 40 universitäre Einrichtungen, Forschungsinstitute und Unternehmen zusammengefunden.