Im März 2023 wurde ein Neugeborenes in die Babyklappe der Kreisklinik Roth gelegt. Das Jugendamt Nürnberg kümmerte sich daraufhin um die Vermittlung in eine Adoptivfamilie. Doch die leiblichen Eltern haben sich gemeldet.
- Team der Kreisklinik Roth findet im März Säugling in Babyklappe
- Jugendamt Nürnberg organisiert Unterbringung - doch es gibt Wendung
- Frist eingehalten - leibliche Eltern wollen Adoption widerrufen
Die Kreisklinik Roth besitzt eine der wenigen Babyklappen Bayerns. Mitte März 2023 legten Unbekannte hier ein Neugeborenes hinein und überließen es dem Klinikpersonal ohne Hinweis auf die eigene Identität - dieser seltene und emotionale Fall berührte viele. Das Jugendamt Nürnberg kümmerte sich später um die Vermittlung in eine Adoptivfamilie. Noch in der Frist outeten sich die leiblichen Eltern, berichtet der Bereichsleiter und stellvertretender Jugendamtsleiter Frank Schmidt inFranken.de.
Eltern von Babyklappen-Findelkind aus Roth wollen Adoption widerrufen - Nürnberger Jugendamt äußert sich
Die Babyklappe in Roth richtet sich vor allem an Frauen in einer besonders schweren Notsituation und bietet die anonyme Möglichkeit, dem ungewollten Kind medizinische Versorgung zu ermöglichen. Das Thema Babyklappe ist umstritten. Die Nürnberger Hebamme Christine Maek sprach sich im April 2023 gegen diese Vorrichtung aus und berichtete über ihre Erfahrungen mit anonymen Geburten.
Den leiblichen Eltern steht zu, den Adoptionswillen in einer bestimmten Zeit zu widerrufen, nachdem sie die Babyklappe in Anspruch genommen haben. Von einer Frist von einem Jahr sprach die Leiterin des Jugendamts am Landratsamt Roth, Dorothee Schmidt, im Frühjahr im Gespräch mit unserer Redaktion. In der Regel werde dann geprüft, ob es sich wirklich um die leiblichen Eltern halte und ob diese fähig sind, das Kind wieder zu sich zu nehmen.
So gehe es wohl auch diesmal vonstatten, informiert Frank Schmidt. Das Jugendamt Nürnberg sei für die Vermittlung in eine Adoptivfamilie zuständig gewesen, weil das Kind zunächst in der Cnopfschen Kinderklinik in Nürnberg behandelt worden sei. Wie es nach dem Outing der leiblichen Eltern weiterging, habe nicht mehr im Nürnberger Zuständigkeitsbereich gelegen, da sie aus einem anderen Landkreis stammten. Auf Anfrage von inFranken.de gab das vermutlich zuständige Landratsamt zum Schutz des Persönlichkeitsrechts keine Auskunft über den Fortgang des Falls. Weitere Nachrichten aus Nürnberg findest du in unserem Lokalressort.