• Nürnberg: MAN baut 100 Millionen Euro teure Batteriefabrik für E-Lkw und E-Busse
  • Bayerischer Nutzfahrzeughersteller siedelt Großserienproduktion in Franken an
  • Investitionen sichern laut MAN um die 350 Arbeitsplätze in Nürnberg
  • Ministerpräsident Söder und OB König bei symbolischem Startschuss vor Ort

Der Nutzfahrzeughersteller MAN baut an seinem Standort in Nürnberg ein Batteriewerk für E-Lkw und E-Busse. Das Unternehmen mit Sitz in München investiert hierfür in den kommenden fünf Jahren laut eigenen Angaben rund 100 Millionen Euro "am traditionsreichen Fertigungsstandort für Verbrennungsmotoren". Ab Anfang 2025 sollen dann Hochvolt-Batterien für E-Lkw und ‑Busse in Großserie am Standort Nürnberg gefertigt werden. 

Nürnberg: MAN baut rund 100 Millionen Euro teures Batteriewerk - für E-LKW und -Busse

Laut MAN ist geplant, dass die Fertigungskapazitäten auf über 100.000 Batterien pro Jahr ausgebaut werden. "Durch die Investitionen in den Aufbau der Batterieproduktion werden perspektivisch 350 zukunftsträchtige Arbeitsplätze gesichert", teilte der Nutzfahrzeughersteller auf seiner Webseite mit. MAN spricht von einer "zukunftsweisenden Entscheidung". Diese sei im engen Schulterschluss zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer-Vertretung sowie "durch tatkräftige Unterstützung"der bayerischen Politik erfolgt.

Die Bayerische Staatsregierung hat demnach zur Forschungs- und Technologieförderung rund 30 Millionen Euro in Aussicht gestellt hat. Der Startschuss zum Großprojekt fiel am Mittwoch (29. Juni 2022) in Anwesenheit von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder, dem Vorstandsvorsitzenden der MAN Truck & Bus SE, Alexander Vlaskamp, dem MAN-Standortverantwortlichen Ulrich Zimmer, dem Betriebsratsvorsitzenden des Werks Nürnberg, Markus Wansch, dem Personalvorstand und Arbeitsdirektor, Arne Puls, sowie Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König und dem Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent der Stadt, Michael Fraas. 

MAN zufolge werde mit der Entscheidung dem "Traditionsstandort Nürnberg" eine klare Perspektive für die Zukunft gegeben. Laut Angaben der Stadt Nürnberg werden vor Ort künftig sogenannte "Battery-Packs" für elektrisch betriebene Lastkraftwagen hergestellt. Auf diese Weise entsteht nach Darstellung der Stadt "eine Schlüsselkomponente" für die Lastkraft-Elektromobilität im Nürnberger MAN-Werk.

"Freue mich sehr über die Standortentscheidung": Oberbürgermeister begrüßt MAN-Pläne

"Bei der Herstellung von Battery-Packs werden einzelne Batteriezellen zu einem Gesamtsystem verarbeitet, also elektrisch verbunden, mit einem normgerechten Batteriemanagementsystem ausgestattet und in ein Gehäuse integriert", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Nürnberg. Daraus entstehe eine einsatzfähige Batterie.

Die Stadtspitze begrüßt die zukünftige Großserienproduktion in der Frankenmetropole. "Ich freue mich sehr über die Standortentscheidung für Nürnberg. Das sichert Arbeitsplätze und schafft Innovationen", sagt Oberbürgermeister Marcus König. MAN investierte in Nürnberg konsequent in die Zukunft der Mobilität. 

"Der Aufbau von Fertigungskapazitäten für Battery-Packs stärkt die Leitwerksfunktion und ist ein klares Bekenntnis für Nürnberg als High-Tech-Produktionsstandort", erläutert Nürnbergs Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent Michael Fraas. Ihm zufolge sei und bleibe MAN "ein Leuchtturmunternehmen" am Wirtschaftsstandort Nürnberg. 

"Rund 180-jährige Geschichte": MAN-Werk einer der größten Industriebetriebe Nürnbergs

Laut Angaben der Stadt ist das MAN-Werk in der Vogelweiherstraße mit seinen etwa 3500 Beschäftigten einer der größten Industriebetriebe in Nürnberg. Das Werk blickt gleichzeitig auf eine lange Tradition zurück. "Mit seiner rund 180-jährigen Geschichte ist es eine der Wurzeln von MAN", betont der Nutzfahrzeughersteller auf seiner Webseite. Demnach werden in Nürnberg seit über hundert Jahren Lastwagen oder Lastwagenkomponenten gefertigt. Heute sei der fränkische Standort für Entwicklung, Produktion und externen Vertrieb aller MAN-Diesel- und Gasmotoren verantwortlich.

Mit seiner "Elektrifizierung“ beginne nun ein neues Kapitel für den Nürnberger Produktions- und Entwicklungsstandort. Wie die Stadt Nürnberg mitteilt, setze MAN in Nürnberg neben der Elektromobilität auch auf das Thema Wasserstoff. Der Stadt zufolge wurde bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg der sogenannte "MAN Wasserstoff-Campus" im Nürnberger Werk eingerichtet.

Der Autozulieferer Vitesco plant indessen einen massiven Stellenabbau. Am Standort Nürnberg streicht das Unternehmen in den kommenden Jahren rund 800 Jobs.