"Befinden uns am Anschlag": Nürnberger Kliniken richten dringenden Silvester-Appell an Bevölkerung

2 Min
Nürnberg: Kliniken mit dringendem Silvester-Appell - "befinden uns am Anschlag"
Durch das aufgehobene Böllerverbot und einen hohen Personalmangel könnte sich die Silvesternacht problematisch auf die Notaufnahmen in Nürnberg auswirken.
Nürnberg: Kliniken mit dringendem Silvester-Appell - "befinden uns am Anschlag"
Nicolas Armer / dpa (Archivbild)

Dieses Jahr darf auch in Franken wieder geböllert werden. Die Kliniken in Nürnberg blicken mit Sorge auf Silvester - denn es fehlt massiv Personal in den Notaufnahmen.

  • Nürnberg: Krankenhäuser blicken mit Sorge auf Silvesternacht
  • Böllerverbot aufgehoben: Klinikum Nürnberg rechnet mit mehr Verletzten
  • "Hoher Krankenstand": Lange Wartezeiten in Notaufnahmen befürchtet
  • "Sollte das Gleiche gelten": St. Theresien-Krankenhaus fordert strikte Regelung

"Personell ist die Lage sehr angespannt", berichtet eine Sprecherin des Klinikums Nürnberg auf Anfrage von inFranken.de. Da das Böllerverbot dieses Jahr wieder aufgehoben ist, werde zusätzlich mit mehr Verletzten an Silvester gerechnet als in den Vorjahren - und damit auch zu einem höheren Aufkommen in der Notaufnahme. Deshalb blickt das Klinikum Nürnberg mit Sorge aufs Jahresende - und appelliert an die Bürger.

Klinikum Nürnberg rechnet mit mehr Verletzten in Notaufnahme - "nachdem wieder geböllert werden darf"

"Personell ist die Lage am Klinikum Nürnberg nach wie vor sehr angespannt, insbesondere durch die aktuelle Welle an Erkältungskrankheiten, Influenza und RS-Viren", so eine Sprecherin auf Anfrage von inFranken.de. Das gelte für die beiden Notaufnahmen am Klinikum Nord und Klinikum Süd und für das gesamte Klinikum Nürnberg. Es gebe aktuell "einen hohen Krankenstand unter unseren Mitarbeiter*innen", heißt es weiter. 

"Gemeinsam und in enger Absprache mit den umliegenden Krankenhäusern in Nürnberg und der Region werden wir aber auch in diesem Jahr an Silvester und Neujahr die Notfallversorgung für die Bevölkerung so gut wie möglich sicherstellen", so die Sprecherin des Klinikums Nürnberg. Man versorge in Silvesternächten grundsätzlich viele Patienten und Patientinnen - aus der "gesamten Region", erläutert sie.

Typische Verletzungen seien "Brandverletzungen an den Extremitäten, insbesondere an den Händen, oft durch unsachgemäßen Umgang mit Böllern". Dazu kämen Alkoholvergiftungen und alkoholbedingte Stürze. "Nachdem heuer wieder geböllert werden darf, rechnen wir natürlich mit mehr Verletzten in der Silvesternacht, weshalb wir einen Appell an die Bevölkerung richten, umsichtig beim Umgang mit Feuerwerkskörpern zu sein", so die Sprecherin des Klinikums Nürnberg. 

St. Theresien-Krankenhaus fordert Verbot von Feuerwerk unter Alkoholeinfluss - "befinden uns am Anschlag"

Dazu gehöre, "vorsichtig mit Feuerwerkskörpern umzugehen, um eigene Verletzungen zu vermeiden und andere Menschen nicht zu gefährden", so die Sprecherin. Auch beim Alkoholkonsum sollten Feiernde demnach ihre Grenzen kennen. "Jeder, der an Silvester und Neujahr nicht zusätzlich in den Notaufnahmen und im Anschluss möglicherweise auf den (Intensiv-)Stationen behandelt werden muss, entlastet die Mitarbeitenden und verkürzt mögliche Wartezeiten", heißt es aus dem Klinikum Nürnberg.

Das St. Theresien-Krankenhaus hat derweil in den sozialen Medien einen eigenen Appell veröffentlicht. "Sowohl im ärztlichen wie im pflegerischen Dienst befinden wir uns am Anschlag", heißt es von dort. Man müsse sich an Silvester in der Notaufnahme "je nach Schwere des Falls auf längere Wartezeiten einstellen". Beim Umgang mit Feuerwerkskörpern entstünden Verletzungen "zumeist durch Leichtsinn und durch illegale Produkte", so das Nürnberger Krankenhaus.

"Viele dieser Notfälle könnten also verhindert werden und jeder Notfall, der vermieden werden kann, hilft uns. Es geht nicht nur um die reine medizinische Versorgung, es werden auch die Betten knapp", warnt man hier. Vor allem eine Forderung hat man hier: "Die Erfahrung zeigt, dass Alkohol und Feuerwerkskörper keine gute Kombination sind", so das St. Theresien-Krankenhaus. "Beim Feuerwerk sollte das Gleiche gelten wie im Straßenverkehr: Don't drink and do fireworks!"