Die Wahllokale zur Kommunalwahl 2026 sind geöffnet. Ein besonders prominenter Wähler in Nürnberg sorgte am Sonntagmorgen (8. März 2026) jedoch für eine Überraschung.
Wenn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in seiner Heimatstadt Nürnberg an die Wahlurne tritt, tut er das selten unbemerkt. Meist mit viel Pressebegleitung lässt sich der CSU-Politiker beim Einwerfen seines Stimmzettels fotografieren, gibt ein Statement zur Wahl und beantwortet Fragen. Bei der Kommunalwahl 2026 ist das anders.
Sie sei froh, dass der Herr Söder heute schon so früh dran gewesen wäre - "ganz ohne Entourage", erzählt eine Wählerin vor dem Wahllokal in Mögeldorf. Das lenke sie oft doch eher ab. inFranken.de fragt nach bei Wolfram Gäbisch, Wahlvorsteher des Stimmbezirks 9352. Er bestätigt: Es stimmt, Herr Söder war schon da. Der dritte Wähler sei Söder am Sonntag (8. März 2026) im Wahllokal in Mögeldorf gewesen. Um 8.35 Uhr warf er seine Stimmzettel ein - diesmal jedoch ganz im Stillen. Dabei habe man heuer doch speziell für ihn die Wahlräumlichkeiten angepasst.
"Ganz ohne Entourage": Söder wählt in Nürnberg lieber im Stillen - trotz Extra-Wahlraum
"Es war eine Anregung des Wahlvorstands, dass wir einen größeren Raum brauchen, weil oft viel Presse vor Ort ist", erklärt Gäbisch. Dieses Anliegen sei entsprechend beim Wahlamt beantragt und genehmigt worden. "Und jetzt, wo es den größeren Raum gibt, war nicht so viel los", ergänzt die Schriftführerin lachend.
Im vergangenen Jahr, bei der Bundestagswahl 2026 wählte auch Söder erstmals in der Thusnelda Grund- und Mittelschule am Ostring. Der Raum, in dem er seine Stimme abgab, befand sich im ersten Stock und war zudem eher klein. Eine Herausforderung, dort den Ministerpräsidenten samt Presse unterzubringen. Für die Kommunalwahl sei daher ein größerer Raum im Erdgeschoss ausgewählt worden, erklärt Gäbisch.
Es ist erst die zweite Wahl in der Thusnelda Grund- und Mittelschule. Zuvor wurde die Theodor-Billroth-Grundschule in Mögeldorf als Wahllokal genutzt. Dass sich das geändert hat, läge auch am veränderten Wahlverhalten, erklärt der Wahlvorsteher.
Verändertes Wahlverhalten beeinflusst Wahllokale - mehr Platz für Briefwahlauszählung
Fast die Hälfte der Wählenden gibt ihre Stimme demnach per Briefwahl ab. Für jeden Urnenwahlbezirk gibt es daher nun einen gespiegelten Briefwahlbezirk. Damit alle in einem Gebäude Platz haben und auch die Auszählungen problemlos stattfinden können, habe man größere Räumlichkeiten gebraucht. Daher sei die Entscheidung auf die Verlegung des Wahllokals in die Thusnelda Grund- und Mittelschule gefallen.
Dort wird am Sonntagvormittag bereits fleißig gewählt. Manche scheinen die Wahl kaum erwarten zu können - denn der erste Wähler war sogar schon vor der offiziellen Öffnung der Wahllokale um 8 Uhr da, erzählt Gäbisch. Früher wählen durfte er trotzdem nicht. "Der musste dann eben zwei, drei Minuten warten", sagt der Wahlvorsteher mit einem Lächeln. Die meisten Wähler erwarte man jedoch eher am Nachmittag.