• Nürnberg: Erste Geflüchtete aus Afghanistan in Mittelfranken angekommen
  • "Mit dem Zuzug weiterer Ortskräfte ist zu rechnen": Stadt hatte Unterstützung zugesagt
  • Verwaltung äußert sich zu freien Unterbringungskapazitäten
  • Erlangen: Stadt will Familien in Obdachlosenheimen unterbringen

Erste geflüchtete Ortskräfte aus Afghanistan in Nürnberg angekommen - Stadt rechnet mit weiterem Zuzug: Nachdem sich die Städte Nürnberg und Erlangen am 17. August 2021 bereit erklärt hatten, kurzfristig Ortskräfte aus dem von den islamistischen Taliban überrannten Afghanistan aufzunehmen, sind nun die ersten Geflüchteten in Mittelfranken angekommen. Das bestätigte die Stadt Nürnberg auf Anfrage von inFranken.de. Man rechne gleichzeitig damit, dass es nicht bei den bisher aufgenommenen Personen bleibe, so die Stadt. 

Nürnberg: Erste geflüchtete Ortskräfte aus Afghanistan angekommen 

Zuständig für die Unterbringung der Ortskräfte und ihre Familie seien in Bayern die Regierungen der jeweiligen Regierungsbezirke, so Stadtsprecher Andreas Franke. Von den in Bayern seit Juli 2021 aufgenommenen afghanischen Ortskräften seien 26 Personen in Übergangswohnheimen der Regierung von Mittelfranken untergebracht worden, so Franke weiter. Die Übergangswohnheime befinden sich demnach in Nürnberg, Veitsbronn und Heidenheim

Auf die Frage, ob die Stadt auch in den kommenden Tagen und Wochen konkret plane, Geflüchtete aus Afghanistan aufzunehmen, antwortete Franke, dass "mit dem Zuzug weiterer Ortskräfte" zu rechnen sei. Dies sei jedoch abhängig von der Anzahl möglicher Evakuierungsflüge und der Verteilung auf die einzelnen Bundesländer. Weil die Gefahr eines Terroranschlags durch radikal-islamistische Gruppierungen in Afghanistan immer größer werde, wird die deutsche Luftbrücke von Kabul vermutlich am Donnerstag (26. August 2021) enden, wie die Tagesschau berichtet. 

Aktuell beständen noch freie Kapazitäten in Übergangswohnheimen der Regierung. "Zudem gibt es weitere freie Kapazitäten in städtischen Gemeinschaftsunterkünften, die aber durch die Regierung als Kostenträger freigegeben werden müssen", berichtet der Stadtsprecher. In der Regel verblieben Personen, die einer Kommune zugewiesen wurden, auch dauerhaft, so Franke. Zu beachten sei hierbei jedoch der zugesprochene Aufenthaltstitel, der Dauer des Aufenthalts und die freie Wahl des Wohnorts vorgebe. 

Erlangen: Stadt will Geflüchtete vorerst in Obdachlosenheimen unterbringen

In Erlangen hatte sich Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) dafür ausgesprochen, "Ortskräften, die für die Bundeswehr und die Hilfsorganisationen gearbeitet haben und nach dem Abzug der Bundeswehr nun in akuter Gefahr leben, zu helfen". Dabei bezog er sich auch auf das Bündnis der Städte "Sicherer Hafen", bei dem Erlangen Mitglied ist. Insgesamt könne man zehn Familien kurzfristig aufnehmen, so Janik vergangene Woche. 

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Allerdings habe die Stadt "keine Anfrage auf Unterbringung der Ortskräfte über das Bayerische Staatsministerium erhalten", heißt es auf Anfrage. Dies liege, so die Vermutung der Verwaltung daran, dass die Aufnahmeverfahren mit medizinischer Versorgung noch nicht abgeschlossen seien. "Wahrscheinlich wird eine Übermittlung der Ortskräfte in die Kommunen noch etwas dauern", heißt es. 

Doch für die konkrete Aufnahme gibt es schon Pläne, auch was die Kapazitäten angeht: "Die Ortskräfte würden in Erlangen übergangsweise in Wohnungen und Unterkünften untergebracht, die der Stadt im Rahmen der Unterbringung von Obdachlosen zur Verfügung stehen", so die Stadt. Danach wolle man die Betroffenen dabei unterstützen, "Wohnungen anmieten zu können". Das Erlanger Sozialamt sei "für die Aufnahme" der afghanischen Ortskräfte und ihrer Familien "vorbereitet".

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