Wie die Stadt Nürnberg erklärt, setze sie in Zeiten der Corona-Pandemie auf Abwasser-Monitoring. Die Überprüfung des Abwassers auf Sars-CoV-2-Viren soll frühzeitig Hinweise auf eine steigende Inzidenz liefern. Darüber berichtete Britta Walthelm (Grüne), Referentin für Umwelt und Gesundheit, im Gesundheitsausschuss des Stadtrats am Donnerstag, 6. Oktober 2022.

"Mithilfe des Abwasser-Monitorings erkennen wir schon früh, wenn sich wieder mehr Personen mit dem Coronavirus infizieren", so Walthelm. "Damit können sich Kliniken, Feuerwehr, Rettungsdienst, Leitstellen und Verwaltung darauf einstellen, dass sich die Infektionslage verschärft, und bereits im Vorfeld wichtige Maßnahmen ergreifen", so die Referentin weiter. Zum Beispiel könnten nicht unbedingt notwendige Operationen verschoben und Kapazitäten in Intensivstationen aufgebaut werden.

Außerdem könnten die Einrichtungen des Gesundheitswesens ihre Dienstpläne entsprechend gestalten und verstärkt ehrenamtliche Kräfte einbinden. Durch das Abwasser-Monitoring könne die Stadt auch gegebenenfalls frühzeitig empfehlen, Kontakte zu reduzieren und Maske zu tragen.

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Wie funktioniert das Monitoring? In den ersten Tagen nach der Infektion siedeln sich laut Stadt Nürnberg die Viren im Hals und in den Atemorganen an und vermehren sich. Dadurch steige die Viruslast der infizierten Person. Die Viren wanderten weiter in den Magen-Darm-Trakt und würden mit dem Stuhl ausgeschieden. Im Abwasser seien sie dann bereits messbar, noch bevor der oder die Betroffene Symptome erkenne. Die Proben entnehme zweimal wöchentlich der stadteigene Betrieb Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN).

"Der Vorteil des Verfahrens gegenüber Schnelltests: Mit dem Abwasser-Monitoring lässt sich fünf bis acht Tage früher erkennen, dass die Inzidenzfälle zunehmen werden. Und während bei Schnelltests die Dunkelziffer bei Infektionen hoch ist, bietet das Abwasser-Monitoring eine flächendeckende Untersuchung, die das Infektionsgeschehen realitätsnah widerspiegelt. Dabei ist der Aufwand sowohl bei Personal als auch bei den Kosten gering. Das Gesundheitsmanagement wird durch das Monitoring sicherer und zuverlässiger", so die Stadt.

Das Abwasser-Monitoring sei im August 2021 mit einer Testphase gestartet. Nürnberg habe in Mittelfranken neben Erlangen die Rolle als Pilotstandort übernommen. Unterstützt werde die Stadt durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie durch die Technische Universität München und die Ludwig-Maximilians-Universität München.

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