Massiver Betrug in fränkischen Corona-Testcentern? Gegen drei Personen ist wegen des Vorwurfs des gewerbsmäßigen Betrugs beim Betrieb von Corona-Teststationen Anklage zum Landgericht Nürnberg-Fürth erhoben worden. Die beiden angeschuldigten Männer sollen ab dem 3. März 2021 mehrere Corona-Teststationen in Nürnberg, Fürth und Schwabach betrieben haben, in denen sie Corona-Schnelltests durchgeführt haben. 

Laut einer Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg geht die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) aufgrund ihrer Ermittlungen von betrügerischem Handeln der Betreiber aus. Eine Frau soll den beiden Beschuldigten bei ihrem Betrug geholfen haben.

Betrug mit Corona-Tests in Nürnberg, Fürth und Schwabach? Anklage gegen Betreiber erhoben

Die Beschuldigten sollen deutlich mehr Testungen gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) abgerechnet haben, als sie tatsächlich durchgeführt hatten. Daneben sollen sie für die Beschaffung der Schnelltests (PoC-Antigen-Tests) überhöhte Beschaffungskosten abrechnet haben. Beispielsweise sollen die Mitarbeiter die Testungen des Tages zum Beispiel mittels Strichlisten gezählt und abends den Angeschuldigten gemeldet haben. Die Angeschuldigten sollen an die KVB sodann "überhöhte Fantasiezahlen" weitergegeben haben, heißt es weiter.

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Der geplante Gewinn aus den Taten beläuft sich laut Anklageschrift auf über 645.000 Euro. Laut der Staatsanwaltschaft sollen sie von der KVB für die Monate Mai und Juni 2021 Auszahlungen in Höhe von gut 435.000 Euro zu Unrecht erhalten haben. Die für Juli und August 2021 nach der Anklageschrift zu Unrecht abgerechneten Beträge von insgesamt über 210.000 Euro sollen nicht mehr ausgezahlt worden sein. Der Grund: Die KVB habe vom Ermittlungsverfahren wegen Abrechnungsbetruges erfahren.

Die beiden Männer befinden sich wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Die dritte Angeschuldigte, eine Angestellte, soll ihnen bei der unrichtigen Abrechnung der Schnelltests assistiert haben, vor allem durch Meldung der falschen Zahlen an die KVB. 

Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg: Eine Person zeigte sich bereits geständig

Mehr als 100.000 Euro und ein Mercedes, der 11.000 Euro einbrachte, seien bereits gepfändet worden. Die Anklagebehörde wirft den beiden Hauptangeschuldigten Betrug in acht Fällen sowie versuchten Betrug in 20 Fällen vor - der dritten Angeschuldigten Beihilfe hierzu.

Einer der drei Angeschuldigten habe sich im Zuge der Ermittlungen geständig gezeigt. Die beiden anderen hätten bislang keine Angaben gemacht.

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