"Nein zu Judenhass": Unter einem schwer bewaffneten Polizeiaufgebot haben rund 1200 Menschen in Nürnberg am Sonntag (23.05.2021) gegen Antisemitismus demonstriert. Die Veranstaltung blieb friedlich, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken sagte. "Es kam zu keinen nennenswerten Störungen. Die Teilnehmer hielten die Bestimmungen des Infektionsschutzes ein", heißt es im Bericht der Polizei. Die Kundgebung stand unter dem Motto "Nein zu Judenhass" und wurde von zahlreichen Polizisten begleitet, die sich unter anderem auf Dächern positionierte, um von dort aus ein Auge auf die Menge zu haben.

Einige Teilnehmer auf dem Kornmarkt trugen Israel- oder Regenbogenflaggen. "Gegen jeden Antisemitismus" stand auf Plakaten, oder die Forderung nach "Solidarität mit Israel". Die Kundgebung wurde von der Allianz gegen Rechtsextremismus und vom Rat der Religionen in der Metropolregion Nürnberg unterstützt. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (beide CSU) nahmen an der Kundgebung teil.

Jüdinnen und Juden gehörten zu Nürnberg, so König in einem Facebook-Post: "Wer sie angreift, greift uns alle an! Es muss ein Tabu sein, gegen egal welche Religion zu hetzen. Die freie Ausübung der Religion ist ein Grund- und Menschenrecht - heute am Tag des Grundgesetzes müssen wir uns das bewusst machen. Zu unserer demokratischen und solidarischen Stadtgesellschaft gehört, dass wir hier nicht wegschauen - und dass wir Menschenhass nicht dulden."