• Mix Markt reagiert auf Ukraine-Krieg: Supermarktkette passt Angebot an
  • Waren aus Russland betroffen - "Sortiment wird nunmehr bereinigt"
  • Auf osteuropäische Produkte spezialisiertes Unternehmen hat viele ukrainischen Mitarbeiter und Kunden
  • Über 330 Mix-Märkte - auch in Franken gibt es viele Filialen - Waren teils in Nürnberg produziert

Die Lebensmittel-Einzelhandelskette Mix Markt hat auf Russlands Einmarsch in die Ukraine reagiert. Das auf den Verkauf osteuropäischer Produkte spezialisierte Unternehmen kündigte gegenüber inFranken.de eine Angebotsanpassung hinsichtlich russischer Produkte an. "Das Sortiment wird nunmehr bereinigt", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. Die Kette ist laut eigenen Angaben mittlerweile mit 341 Supermärkten in Deutschland und Europa vertreten. Auch in Franken existieren mehrere Mix-Markt-Filialen - unter anderem in Nürnberg, Fürth, Schwabach, Bamberg und Würzburg. Allein in Nürnberg gibt es vier Geschäfte. 

Mix Markt: Supermarktkette ändert Sortiment - Produkte werden teils in Nürnberg produziert

Mix Markt verfolge "mit großer Sorge und Bestürzung" den Krieg zwischen Russland und der Ukraine, teilt die Supermarktkette mit Sitz im baden-württembergischen Herrenberg mit. "Viele unserer Geschäftspartner und unseren Mitarbeiter*innen und Kunden stammen aus der Ukraine oder haben Verwandte, Freunde oder Bekannte im Kriegsgebiet", heißt es in der Stellungnahme. "Unser besonderes Mitgefühl gilt daher allen Personen, die dem völkerrechtswidrigem Angriffskrieg, den wir rückhaltlos verurteilen, hilflos und schutzlos ausgesetzt sind. Das Unternehmen hoffe, dass es den Verhandlungsführern Russlands und der Ukraine gelingt, den Krieg zu beenden "oder zumindest ein Waffenstillstand" herbeizuführen. 

Laut Mix Markt-Angaben sei der Anteil der Waren aus Russland gering. Noch vor dem aktuellen Krieg hatte Mix Markt allerdings stets damit geworben, insbesondere russische Lebensmittel zu führen. Nun werde das Sortiment entsprechend "bereinigt", heißt es vonseiten des Lebensmittelhändlers  "Unsere Teigtaschen 'Pelmeni' werden in Nürnberg produziert", erklärt das Unternehmen. Der Frischkäse "Tworog", eine slawische Spezialität, komme aus Polen, die gezuckerte Kondensmilch "Sgushenka" aus den Niederlanden. Das Milcherzeugnis "Rjazhenka" stamme aus Litauen. "Die 'russischen' Würste werden in Bayern produziert." Bier stamme zudem von der dänischen Carlsberg-Brauerei oder von Anheuser-Busch. "Und unser Gebäck und die Süßigkeiten werden in der Ukraine produziert", berichtet Mix-Markt. 

"Wir sind tief bewegt durch die uneingeschränkte Hilfsbereitschaft und Anteilsname unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger." Auf Initiative von Geschäftsleitung und Beschäftigten sammelten Partner der Supermarktkette und Mix Markt selbst Lebensmittel, Medikamente und andere erforderliche Dinge, die in die Ukraine gebracht würden. Die Monolith-Gruppe, zu der auch die über 330 Mix-Märkte in Europa gehören, existiert seit 1997 und unterhält nach eigenen Angaben auf der Website verschiedene Verbindungen zu russisch-deutschen Organisationen. "Unsere Kunden kommen aus unterschiedlichen Ländern", heißt es in der aktuellen Mitteilung hingegen eher vage. "Die Mix-Märkte in Deutschland und Europa seien damit auch "Begegnungsstätten für Menschen verschiedener Kulturen und mit vielfältigen Wurzeln".

Auch ein Edeka-Markt im Nürnberger Land hat infolge des Ukraine-Kriegs russische Artikel aus seinem Sortiment genommen. Im Netz erhält die Aktion Applaus, aber auch Kritik. Edeka Massak verkauft in seinen Bamberger Filialen ebenfalls keine Waren aus Russland mehr. Auch die großen Discounterketten wie Aldi, Lidl und Netto reagierten auf Putins Militärschlag.