"Eindrucksvolle Funde": Mittelalter-Entdeckung in Nürnberg sorgt für Begeisterung

1 Min
Mittelalterliche Entdeckung in Nürnberg begeistert Archäologen
Fachbesucher am Fundort der mittelalterlichen Überreste auf der Kanalbaustelle am Obstmarkt.
Mittelalterlicher Fund in Nürnberg begeistert Archäologen
Roman Domes / Stadt Nürnberg
Mittelalterliche Entdeckung in Nürnberg begeistert Archäologen
Fachbesucher am Fundort der mittelalterlichen Überreste auf der Kanalbaustelle am Obstmarkt.
Mittelalterlicher Fund in Nürnberg begeistert Archäologen
Roman Domes / Stadt Nürnberg

In der Nürnberger Altstadt sind Gebäudeüberreste aus dem Mittelalter gefunden worden. Die Stadt hebt die Bedeutung dieses historischen Fundes hervor.

Bei Bauarbeiten am Nürnberger Obstmarkt wurden Überreste eines Holzhauses aus dem 13. bis 14. Jahrhundert zutage gefördert. Nach Angaben der Stadt handelt es sich bei dem Fund um ein "wertvolles Zeugnis jüdischen Lebens" im Bereich des heutigen Hauptmarkts. Die Überreste wurden im Schacht einer Kanalbaustelle freigelegt. Archäologische Untersuchungen begleiten dort die laufenden Arbeiten zur Erneuerung der unterirdischen Infrastruktur.

Am vergangenen Donnerstag (7. Mai 2026) besuchte eine Delegation der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg die Ausgrabungsstätte, einen Tag später informierte sich auch die Erfurter Unesco-Welterbe-Beauftragte Karin Sczech vor Ort. Empfangen wurde sie von Nürnbergs Umweltreferentin Britta Walthelm. "Die eindrucksvollen archäologischen Funde zeigen einmal mehr, welch wertvolles kulturelles Erbe unter der Stadt verborgen liegt", wird Walthelm in der Meldung der Stadt zitiert.

Archäologischer Fund am Nürnberger Obstmarkt: Reste von jüdischer Siedlung entdeckt

Nach Einschätzung von Fachleuten sind archäologische Untersuchungen in ehemaligen jüdischen Vierteln selten, insbesondere wenn die Erhaltungsbedingungen einen so weitreichenden Fund ermöglichen. Der nun entdeckte Befund erlaubt neue Einblicke in die Bebauung und die Lebensverhältnisse im mittelalterlichen jüdischen Siedlungsgebiet Nürnbergs.

"Eine Kanalbaustelle in der Altstadt birgt immer Potenzial für Überraschungen. Daher haben wir von Anfang an Verzögerungen im Ablauf der Baumaßnahme durch archäologische Begutachtung des Geländes einkalkuliert", erklärt Umweltreferentin Walthelm. Der Fundort liegt in einem Bereich der Altstadt, der historisch eng mit dem jüdischen Leben der Stadt verbunden ist. Die entdeckten Holzreste lassen jetzt womöglich weitere Rückschlüsse auf die damalige Bauweise und Nutzung des Areals zu.

Karin Sczech, Beauftragte für das Unesco-Welterbe aus Erfurt, erläutert in der Mitteilung der Stadt Nürnberg die Bedeutung des Funds. "Da wir in Erfurt in diesem Jahr ebenfalls eine Grabung im jüdischen Viertel planen, ist für uns der Besuch in Nürnberg ein besonderer Glücksfall und wir freuen uns sehr über den so unkomplizierten Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort", so die Expertin.

Bauarbeiten voraussichtlich bis 2029

Die Entdeckung erfolgte im Zuge einer umfassenden Umgestaltung des Obstmarkts. Bereits im April 2022 hatte der Stadtplanungsausschuss den Entwurf für die Neugestaltung beschlossen. Bevor die oberirdischen Arbeiten beginnen können, wird zunächst die technische Infrastruktur unter der Oberfläche erneuert.

An den Maßnahmen sind unter anderem die Stadtentwässerung und Umweltanalytik sowie die N-Ergie beteiligt. Erneuert werden Kanalisation, Gas- und Wasserleitungen sowie Strom- und Fernwärmenetz. Die Arbeiten werden archäologisch begleitet.

Die Gesamtmaßnahme am Obstmarkt soll nach derzeitiger Planung bis 2029 abgeschlossen werden. Bis dahin könnten weitere archäologische Untersuchungen zusätzliche Erkenntnisse zur Geschichte des Areals liefern. Der nun bekannt gewordene Fund zählt bereits jetzt zu den interessanten Entdeckungen im Zuge der Bauarbeiten in der Nürnberger Altstadt.

Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen