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Lauf an der Pegnitz
Gewalt

Gewalt nach Attest-Kontrolle: Verletzte Polizisten bei Corona-Demo in Franken

Auf einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen sind im mittelfränkischen Lauf mehrere Polizisten verletzt worden. Die Beamten hatten das Attest einer Frau kontrollieren wollen, die keine Maske getragen hatte.
 

Verletzte Polizisten bei Versammlung gegen Corona-Maßnahmen: Am Freitagabend (22. Januar 2021) haben drei Beamte der Polizeiinspektion Lauf an der Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land) während ihres Einsatzes bei einer Versammlung von Gegnern der Corona-Maßnahmen Verletzungen erlitten. Das berichtet das Polizeipräsidium Mittelfranken. Die Polizisten waren demnach von einem Teilnehmer der Versammlung angegriffen worden, nachdem sie das Attest einer Frau kontrollieren wollten, die keinen Mund-Nasen-Schutz getragen hatte.

Laut Polizei hatten sich in der Zeit zwischen 17 und 18 Uhr in der Spitze bis zu 40 Menschen versammelt, um im Rahmen einer angemeldeten Versammlung gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Während der Versammlung war einer Streife der Polizeiinspektion Lauf eine Teilnehmerin aufgefallen, die den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz nicht trug. Das mitgeführte Attest der Frau erweckte bei den Beamten Zweifel über dessen Richtigkeit.

Lauf an der Pegnitz: Corona-Maßnahmen-Gegner bedrängen Polizei

"Da sich die Frau bereits bei der ersten Ansprache unkooperativ verhielt, warteten die Beamten mit weiteren Maßnahmen bis zum Ende der Versammlung", teilt das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. Während der anschließenden Kontrolle solidarisierten sich demnach etwa 20 vor Ort verbliebene Versammlungsteilnehmer mit der 52-jährigen Frau. Sie bedrängten die Polizeistreife durch Aufschließen und forderten die Kontrollierte auf, sich den Maßnahmen der Beamten zu widersetzen. "Auch das Eintreffen einer weiteren Streife konnte die Situation zunächst nicht entspannen", berichtet das Präsidium.

Nachdem die Beamten in dieser Situation bereits Menschen von sich wegschieben mussten, griff ein 39-jähriger Mann sie letztlich sogar körperlich an. Den Polizisten gelang es nur unter erheblichem Kraftaufwand, den renitenten Mann zu überwältigen und ihm Handfesseln anzulegen. Bei seiner Festnahme führte er unter anderem Fußtritte gegen die Polizeibeamten aus.

Erst unter Hinzuziehung von Unterstützungskräften - unter anderem eine Einheit der Bayerischen Bereitschaftspolizei - konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden. Insgesamt hatten sich zu diesem Zeitpunkt 25 Personen gegen die Polizeikräfte solidarisiert. Die Einsatzkräfte stellten die Identität der anwesenden Personen fest und stellten anschließend auch deren Mobiltelefone sicher. Etliche Personen hatten den Polizeieinsatz zuvor mitgefilmt. Gegen die beteiligten Personen wird nun wegen des Verdachts des Landfriedensbruches ermittelt.

39-Jähriger verletzt Einsatzkräfte: Polizist im Krankenhaus

Der 39-jährige Angreifer muss sich wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung verantworten. Die 52-jährige Frau erwartet eine Strafanzeige wegen der Benutzung unrichtiger Gesundheitszeugnisse. Einen 49-jährigen Mann, der während des Polizeieinsatzes einem mehrfach erteiltem Platzverweis nicht nachkam, nahm die Polizei für die Dauer der Maßnahmen in Gewahrsam.

Drei Beamte der Polizeiinspektion Lauf erlitten bei dem Einsatz Verletzungen. Ein 38-jähriger Beamter konnte seinen Dienst nicht mehr fortsetzen und musste sich im Anschluss in einem Krankenhaus in ärztliche Behandlung begeben. Die polizeilichen Maßnahmen am Einsatzort waren gegen 20.30 Uhr abgeschlossen.

Trotz Verbots trafen sich über 100 Gegner der Corona-Maßnahmen unlängst in Fürth. Das "Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus" übt in diesem Zusammenhang nun harsche Kritik an der Polizei. Diese betont: "Die Polizei hat klare Kante gezeigt."

Symbolfoto: News5/Oßwald