• Lauf: ABL plant zweiten Standort - Familienunternehmen aus Mittelfranken expandiert 
  • eMobility: Firma zählt zu Pionieren der Elektromobilität - "in den letzten Jahren stark gewachsen"
  • Um Wachstum zu bewältigen: "Kapazitätssteigerung in allen Geschäftsbereichen notwendig"
  • Produktion, Montage und Logistik werden nach Altdorf ausgelagert - Plan in Lauf sorgte für Proteste

Die Firma ABL leidet unter Platzmangel: Das Familienunternehmen aus dem mittelfränkischen Lauf (Landkreis Nürnberger Land) ist laut eigenen Angaben "in den letzten Jahren stark gewachsen". Die Folge: Das Firmengelände ist inzwischen zu klein - die Produktion wird künftig ausgelagert. ABL plant einen "Ergänzungsstandort" im rund 20 Kilometer entfernten Altdorf. Zuvor hatte das Unternehmen ein Waldstück nahe Lauf dafür in Betracht gezogen. 

Laufer Familienunternehmen ABL: Standort in Altdorf geplant

ABL habe insbesondere im Produktbereich eMobility starke Zuwächse verzeichnet, heißt es vonseiten Unternehmens. "Um die Vorreiterrolle als deutscher Hersteller von Ladeinfrastruktur weiter auszubauen und alle Wachstumschancen zu nutzen, die der derzeitige Hochlauf der Elektromobilität bietet, soll in Altdorf ein Ergänzungsstandort entstehen", teilt ABL in einer Pressemitteilung mit. 

Um das weitere Wachstum bewältigen zu können, sei "eine zeitnahe und signifikante Kapazitätssteigerung in allen Geschäftsbereichen notwendig". Dafür seien nicht nur Fachkräfte mit dem entsprechenden Know-how erforderlich, sondern auch ausreichend Platz. ABL hat demnach in einem Werkstrukturplanungsprozess verschiedene Szenarien für eine sinnvolle und wirtschaftliche Weiterentwicklung geprüft. Fazit: Man sei zu dem eindeutigen Ergebnis gelangt, dass der verfügbare Platz auf dem aktuellen Gelände für die notwendigen Erweiterungen "bei weitem" nicht ausreiche.

Auf einer verfügbaren Fläche in Altdorf bei Nürnberg solle zeitnah ein Ergänzungsstandort entstehen, kündigt das eMobility-Unternehmen an. "Die Erschließung eines zweiten Standortes ermöglicht ABL eine schnelle Umsetzung der Erweiterungspläne", heißt es in der Pressemitteilung. Der bestehende ABL Standort in Lauf solle fortan hauptsächlich Verwaltung, Entwicklung sowie ein neues Kunden-Center beheimaten. In Altdorf sollen nach aktuellem Planungsstand zukünftig Produktion, Montage, Logistik und Schnittstellenfunktionen verortet sein.

ABL bekennt sich zu Wurzeln: "Wir sind ein Laufer Unternehmen"

"Wir sind ein Laufer Unternehmen und unser ausdrücklicher Wunsch war immer, dass wir das auch zukünftig bleiben können", erklärt Stefan Schlutius, geschäftsführender Gesellschafter von ABL. "Dass wir unseren Ergänzungsstandort in Altdorf und damit in unmittelbarer Nähe entwickeln können, freut uns sehr."

Altdorfs Bürgermeister Martin Tabor (SPD) bedankte sich der Pressemitteilung zufolge derweil bei Schlutius und seinem Team "für die vertrauensvollen und konstruktiven Verhandlungen". "Wir freuen uns, dass wir dabei mithelfen können, die Produktion eines Laufer Traditionsunternehmens in der Region zu halten. Für uns ist das ein weiterer und sehr erfreulicher Beitrag zu einem modernen Technologiestandort Altdorf", fällt das Fazit des Altdorfer Bürgermeisters aus.

Seinen Wurzeln in Lauf möchte ABL weiter treu bleiben, betont das mittelfränkische Familienunternehmen, dessen Ursprünge auf das Jahr 1923 zurückgehen. "Die Stadt Lauf hat uns bei den Planungen zur Erweiterung unseres Unternehmens von Beginn an unterstützt und aktiv begleitet und diese gute Zusammenarbeit möchten wir natürlich fortführen", betont ABL-Chef Schlutius.

ABL-Firmensitz bleibt in Lauf: Bürgermeister Lang "sehr erfreut"

Thomas Lang (FW), Bürgermeister der Stadt Lauf, zeigt sich trotz der Auslagerungs-Entscheidung laut Pressemitteilung "sehr erfreut" über die Entscheidung von ABL, mit dem Hauptsitz in Lauf zu bleiben und damit "auch künftig Arbeitsplätze zu sichern und aufgrund der Vergrößerung der jeweiligen Bereiche neue Arbeitsplätze zu schaffen".

"Nur mit einer breit gefächerten Wirtschaftsstruktur, mit Qualität, Flexibilität und Innovationskraft können wir uns auf lange Sicht im kommunalen Wettbewerb um Investitionen und Zukunftschancen gut positionieren", wird Lang zitiert. "Und dazu brauchen wir erfolgreiche Industriebetriebe wie ABL, die qualifizierte Arbeitsplätze etablieren und moderne Technologien voranbringen."

Das Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Lauf und der Metropolregion sei laut dem Bürgermeister "Bestätigung und Ansporn zugleich". In jedem Fall wolle man deshalb die Fläche an der BAB-Anschlussstelle Lauf Süd und der Staatsstraße St2240 - sollte sie eingegliedert werden - für eine zukünftige Nutzung weiterentwickeln, kündigt Lang an. Für die ABL-Erweiterung an dieser Stelle hätte Bannwald gerodet werden müssen, was für Protest vor Ort gesorgt hatte. 

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