Aktivisten-Aktion auf seinem Hof: Fränkischer CSU-Politiker spricht von "Terroristen"

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Prozess wegen Protestaktion bei Bauernpräsident Felßner
Zwei Angeklagte (2. r. u. 2. l.) sitzen vor Prozessbeginn im Sitzungssaal. Im Hintergrund steht André Gläßl (r.), Richter, zu Beginn des Prozesses wegen einer Protestaktion beim bayerischen ...
Prozess wegen Protestaktion bei Bauernpräsident Felßner
Daniel Vogl/dpa
Prozess wegen Protestaktion bei Bauernpräsident Felßner
André Gläßl (M.), Richter am Amtsgericht Hersbruck, steht neben zwei Angeklagten (r. u. 2. l.) vor Prozessbeginn im Sitzungssaal ...
Prozess wegen Protestaktion bei Bauernpräsident Felßner
Daniel Vogl/dpa
Prozess wegen Protestaktion bei Bauernpräsident Felßner
Die Unterstützer der Tierrechtsorganisation "Animal Rebellion" sollen im März 2025 auf dem landwirtschaftlichen Anwesen des Bauernpräsidenten Felßner Pyrotechnik gezündet, und gegen ...
Protest gegen Günther Felsner
Animal Rebellion
Prozess wegen Protestaktion bei Bauernpräsident Felßner
Die Unterstützer der Tierrechtsorganisation "Animal Rebellion" sollen im März 2025 auf dem landwirtschaftlichen Anwesen des Bauernpräsidenten Felßner Pyrotechnik gezündet, und gegen ...
Protestaktion von Animal Rebellion
---/dpa

Der bayerische Bauernpräsident spricht von einem Überfall auf seine Familie. Seine Frau habe noch heute Angst, sagt er. Die Protestaktion hatte aber noch mehr Folgen.

Update vom 17.06.2026: Geldstrafen und ein Freispruch für Protest auf Felßners Hof

Wegen der Protestaktion auf dem Anwesen von Bayerns Bauernpräsidenten Günther Felßner sind fünf Angeklagte zu Geldstrafen wegen Hausfriedensbruchs verurteilt worden. Sie hatten im März 2025 mit Feuerwerkskörpern, Bannern und Plakaten gegen die mögliche Ernennung des Politikers zum Bundesagrarminister protestiert, wie Richter Andre Gläßl in Nürnberg feststellte. Ein Beschuldigter wurde freigesprochen.

Gegen eine siebte Beschuldigte wurde das Verfahren kurz vor dem Ende des Prozesses abgetrennt. Die fünf Verurteilten müssen nun Geldstrafen zwischen 1200 Euro und 2000 Euro zahlen. Das Urteil des Amtsgerichts Hersbruck ist noch nicht rechtskräftig. Aus Platzgründen war der Prozess ins Nürnberger Justizgebäude verlegt worden.

Bayerns Bauernpräsident Günther Felßner bezeichnete die Aktivisten, die an einer Protestaktion auf seinem Hof beteiligt waren, vor Gericht als "Terroristen". "Ich halte es für einen terroristischen Akt", sagte der CSU-Politiker. Die Aktivisten seien bereit gewesen, Gewalt anzuwenden und gegen Gesetze zu verstoßen, um ihr Ziel zu erreichen. "Meine Familie ist überfallen worden", fügte Felßner hinzu.

Polizei nahm Doris Felßner zunächst nicht ernst

Ein Ermittler der Kriminalpolizei sagte jedoch auf Nachfrage des Richters, dass er keine Gewaltbereitschaft bei den Aktivisten festgestellt habe. Es sei ihm zufolge um Aufmerksamkeit und Medienwirksamkeit gegangen. Ihm sei nicht bekannt, dass Gewalt - weder verbal noch physisch - angedroht worden sei.

Für Familie Felßner hatte der Protest auf dem Rindermastbetrieb in Lauf an der Pegnitz weitreichende Folgen: Der Politiker zog kurz darauf seine Kandidatur für das Amt des Bundesministers zurück. "Diese Aktion war direkt gegen mich und meine Familie gerichtet", sagte der 59-Jährige vor Gericht. Und: "Das Leben ist nicht mehr das Gleiche für uns." Seine Frau sei bis heute gesundheitlich beeinträchtigt. Bei einer Demonstration hatten rund 100 Bauern ihre Solidarität mit dem CSU-Mann bekundet.

Doris Felßner sagte vor Gericht aus, dass der Vorfall sie bis heute beschäftige. Sie habe nach wie vor Angst, wenn sie im Stall arbeite. Damals sei sie derart in Panik gewesen, dass sie der Polizei am Telefon nicht richtig habe schildern können, was geschehe. Die Polizei habe sie deshalb zunächst nicht ernst genommen.

Felßner will Mängel bei Tierhaltung behoben haben

Alle Beschuldigten hatten im Prozess betont, dass es sich um einen friedlichen Protest gehandelt habe. Man habe niemanden erschrecken oder ängstigen wollen.

Nach der Protestaktion war bekannt geworden, dass das Veterinäramt bei einer Kontrolle auf Felßners Hof Mängel bei der Tierhaltung festgestellt hatte, etwa bei Einstreu und Entmistung. Die Tierrechtsorganisation Peta hatte Anzeige erstattet, nachdem sie anonymes Videomaterial aus dem Stall erhalten hatte. Die Staatsanwaltschaft stellte später die Ermittlungen ein.

Felßner erklärte damals, die Mängel umgehend behoben zu haben. Vor Gericht sagte er nun, dass Bretter als Abtrennung zwischen Kälberboxen auf Vorschlag der Behörde gegen Metallrohre ausgetauscht worden seien. Die Kälber, die auf den Aufnahmen im schlechten Zustand zu sehen gewesen seien, stammten aus einem Betrieb mit schlechter Tierhaltung. Er habe diese aufgenommen, um sie aufzupäppeln.

Ursprungsmeldung vom 10.06.2026: Aktivisten-Aktion gegen Felßner - was sie dabei nicht gewusst haben wollen

Sieben Unterstützer der Protestbewegung "Animal Rebellion", die im März 2025 auf dem Anwesen des bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner demonstriert hatten, stehen nun in Nürnberg vor Gericht. Ihnen wird Hausfriedensbruch zur Last gelegt. Die Verhandlung vor einem Richter des Amtsgerichts Hersbruck wurde notwendig, nachdem vorher ausgestellte Strafbefehle nicht akzeptiert worden waren. Da in Hersbruck keine geeigneten Räumlichkeiten für die große Zahl an Protestbeteiligten zur Verfügung standen, musste nach Nürnberg ausgewichen werden.

Die Gruppe "Animal Rebellion" hatte im März des vergangenen Jahres eigenen Angaben zufolge mit der Aktion gegen die mögliche Ernennung des CSU-Politikers Felßner zum Bundesagrarminister protestiert. In der Folge zog Felßner seine Kandidatur zurück. Später wurde bekannt, dass das Veterinäramt bei einer Kontrolle auf Felßners Hof Mängel bei der Tierhaltung festgestellt hatte, beispielsweise bei Einstreu und Entmistung. Nach Angaben von Felßner wurden die Mängel umgehend behoben.

Die Angeklagten sollen am 24. März 2025 unbefugt Felßners Anwesen in Lauf an der Pegnitz (Kreis Nürnberger Land) betreten, dort Pyrotechnik gezündet und mit Bannern und Plakaten gegen vermeintlich tierschutzrelevante Missstände protestiert haben, sagte eine Justizsprecherin. Felßner sprach daraufhin von einem "Überfall". Die Ehefrau des Bauernpräsidenten wurde nach Angaben Felßners in Angst und Schrecken versetzt. Die Eheleute sollen am 17. Juni als Zeugen vor Gericht aussagen. Dann wird auch bereits ein Urteil erwartet.

Tierschützer auf dem Hof von Bauernpräsident Felßner - auf öffentlichem Weg?

Insgesamt waren gegen 13 Menschen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren Strafbefehle beantragt worden. Einer der Betroffenen hatte die Strafe akzeptiert, weitere Verfahren wurden abgetrennt, drei waren aus unterschiedlichen Gründen verhindert und konnten nicht an der Hauptverhandlung teilnehmen. Die sieben verbliebenen Menschen beteuerten, zwar an der Protestaktion beteiligt gewesen zu sein, sich jedoch nicht bewusst gewesen zu sein, Privatgrund betreten zu haben. Über den Hof Felßners in Lauf bei Nürnberg führt unter anderem ein öffentlicher Weg.

Bei einer Demonstration hatten rund 100 Bauern ihre Solidarität mit dem CSU-Mann bekundet.

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