Was gibt ein durchschnittlicher Haushalt pro Monat in Deutschland für Lebensmittel an Geld aus? Diese Frage kann nur die Statistikbehörde in Wiesbaden einigermaßen seriös beantworten.
Wie viel Geld brauchst du eigentlich für die alltäglichen Lebensmittel und Getränke? Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat ausgerechnet, was die privaten Haushalte für Nahrungsmittel ausgeben. Aber die alles entscheidende Frage lautet: Gebe ich zu viel Geld für Lebensmittel aus?
Was geben die Deutschen pro Monat für Lebensmittel aus?
Die Deutschen ächzen unter den hohen Preisen im Supermarkt und beim Discounter. Jetzt liefert die Statistikbehörde in Wiesbaden dazu die Zahlen: Rund 335 Euro im Monat haben die privaten Haushalte in Deutschland für Nahrungsmittel aufzuwenden.
Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, machen die Ausgaben für Fleisch und Wurst, Fisch und Meeresfrüchte davon den Hauptanteil aus. Das meiste Geld (22 Prozent), also gut ein Fünftel, geht für diese Produkte drauf. Hier das Ranking der Ausgaben:
- Fleischwaren, Fischwaren, andere Meeresfrüchte: 22 Prozent
- Getreide, Getreideerzeugnisse wie Brot, Reis und Nudeln: 17 Prozent
- Milch, andere Molkereiprodukte, Eier: 17 Prozent
- Gemüse, Kartoffeln,Hülsenfrüchte: 14 Prozent
- Obst, Nüsse: 9 Prozent
- Zucker, Desserts und Süßwaren: 8 Prozent
- Sonstige Nahrungsmittel (z. B. Speisefette/-öle, Fertiggerichte): 13 Prozent
Wo liegt Deutschland im europäischen Vergleich?
Die Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) mit dem Titel: "Wenn Lebensmittel schmerzen" (Originaltitel: When groceries bite: the role of food prices for inflation in the Euro Area) kam im Herbst 2025 zu einem überraschenden Ergebnis. Das Preisniveau liegt in Deutschland im westeuropäischen Vergleich seit 2019 nur im soliden EU-Mittelfeld, berichtet das News-Portal T-Online.
Am stärksten stiegen danach die Lebensmittelpreise in Estland (57 Prozent), Litauen (55 Prozent) und Lettland (52 Prozent). Am niedrigsten war der Anstieg in Zypern (20 Prozent). Deutschland liegt mit einem Preisanstieg von 37 Prozent zwischen 2019 und 2025 im Mittelfeld der Eurostaaten.
Hohe Lebensmittelpreise belasten vor allem die Haushalte mit niedrigem Einkommen. "Jeder muss essen. Für Haushalte mit niedrigem Einkommen sind die Lebensmittelpreise jedoch noch wichtiger, da für sie die tägliche Ernährung einen größeren Teil ihres Einkommens ausmacht", schreiben die EZB-Forscher in ihrem Report über die soziale Bedeutung der steigenden Kosten an der Supermarktkasse. Im Schnitt geben danach deutsche Haushalte knapp 11 bis 12 Prozent ihres Konsumbudgets für Nahrungsmittel aus. Bei einkommensschwachen Haushalten liegt dieser Wert oftmals deutlich höher (teilweise über 20 Prozent).