Auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg steht die Kongresshalle, die 1935 von den Nazis erbaut wurde - doch ihr Inneres ist nur bei seltenen Rundgängen öffentlich. Bilder zeigen, wie die verborgenen Räume aussehen.
- Kongresshalle Nürnberg: Bilder zeigen verborgene Räumlichkeiten
- Nazi-Bauwerk nie fertiggestellt
- Seltene Rundgänge - normalerweise nicht öffentlich zugänglich
- Das sind die Pläne für die zukünftige Nutzung
Auf dem Reichsparteitagsgelände befindet sich mit der Kongresshalle eines der größten baulichen Relikte aus der Zeit des Nationalsozialismus. Was sich in dem sogenannten Rundbau des großen Gebäudes verbirgt, bekommt die Öffentlichkeit normalerweise nicht zu Gesicht. Im Jahr 1935 begann der Bau des Projekts als Veranstaltungsort des jährlichen Parteikongresses der NSDAP, mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die Arbeiten eingestellt und das Bauwerk blieb im Rohbau-Zustand.
Mysteriöse Kongresshalle Nürnberg: Dafür sollte der Rundbau ursprünglich genutzt werden
Bei kostenlosen Rundgängen, (wie am Sonntag, 22. Oktober 2023, bereits ausgebucht) sind die sonst verborgenen Innenräume des Rundbaus und der Arkadengang für Besucher zugänglich. Durch den Rundbau hätten rund 50.000 Nationalsozialisten damals zu ihren Plätzen auf dem heutigen Innenfeld gelangen sollen, um dort einmal jährlich den Parteikongress verfolgen zu können, erklärt Matthias Braun gegenüber inFranken.de. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stadt Nürnberg im Geschäftsbereich Kultur, der sich auch um das ehemalige Reichsparteitagsgelände kümmert. Am Samstag (21. Oktober 2023) findet in Nürnberg die lange Nacht der Wissenschaften statt - das sind die Highlights der Veranstaltung.
In dem Rundbau befinden sich Treppenanlagen und es hätten dort Servicebereiche, wie Technikräume, Garderoben und Toiletten entstehen sollen. Von dem Arkadengang aus, kann man in das Innenfeld der Kongresshalle blicken, welches ursprünglich überdacht hätte sein sollen. Nach 1945 wurden die Innenbereiche als Lagermöglichkeiten benutzt oder standen leer. Bei dem Rundgang könne man diese besichtigen und etwas über die Geschichte des Gebäudes als nationalsozialistisches Bauwerk lernen: "Diese Räume sind normalerweise nicht öffentlich zugänglich", so Braun.
Außerdem dienen die sogenannten "Open Days" als Möglichkeit für die Bürger, um die Diskussion der zukünftigen Nutzung zu verstehen und mitzugestalten. Denn dort sollen Räume für freischaffende Künstler und eine Ausweichspielstätte für Theater und Oper entstehen, denn das Staatstheater müsse bald saniert werden. "Dabei soll der Rohbaucharakter allerdings nicht verloren gehen, seit 1973 gilt das Gebäude ja auch als Denkmal", erklärt Matthias Braun. Es sei geplant, dass es dort 2027/2028 für das Staatstheater losgehen soll - die Eröffnung der Kunsträume soll Hand in Hand damit erfolgen. Wer Interesse an einem kostenlosen Rundgang hat, sollte regelmäßig einen Blick auf die Stadt-Homepage werfen. Mehr Nachrichten aus der Metropolregion Nürnberg findest du in unserem Lokalressort.