• "Layla" auf Kirchweih Feucht: Festwirt mit besonderer Forderung im Umgang
  • Song-Debatte führt zu Trotzreaktion - "sind nur noch am Diskutieren"
  • "Selbst wenn Musik nicht spielt": Kirchweih-Gäste fordern demnach "Layla"
  • "Acht bis zehn Mal an einem Abend": Festwirt freut sich über "bombastische Stimmung"

Am Ballermann-Hit "Layla" scheiden sich derzeit die Geister. Während der umstrittene Party-Song auf einigen Festen von den jeweiligen Städten oder den Veranstaltern bereits verboten wurde, pflegt Denny Morawski, Festwirt auf der Feuchter Kirchweih im Nürnberger Land, einen etwas anderen Umgang mit der Thematik. Im Gespräch mit inFranken.de erklärt er seine Entscheidung. 

Feucht: Kirchweih-Festwirt lässt sich "Layla" nicht verbieten: "Passt super in Bierzelt"

Morawski hatte bereits im Vorfeld der Feuchter Kirchweih alle Bands, die bei ihm im Festzelt auftreten, explizit dazu aufgefordert, den umstrittenen Party-Hit zu spielen. Im Hinblick auf die aktuelle Debatte um den Song, sei seine Entscheidung als eine Art Trotzreaktion zu werten, frei nach dem Motto "jetzt erst recht". Dass man "nur noch am diskutieren" sei, stoße ihm extrem auf. 

Für ihn passe das Lied nämlich "einfach super in ein Bierzelt rein", wie er gegenüber inFranken.de mitteilt. Den von Kritikern vorgebrachten Sexismus-Vorwurf, könne er indes überhaupt nicht nachvollziehen. Deshalb werde er es sich auch in Zukunft nicht verbieten lassen, den Song in seinem Festzelt zu spielen. 

“Die Leute kommen zum Trinken und zum Feiern zu mir und wenn die Gäste im Zelt das hören wollen, dann biete ich das auch an.” Sein Hauptanliegen sei es nämlich, seine "Gäste zufrieden zu stellen". Und dass die Festzelt-Besucher*innen "Layla anstimmen, selbst wenn die Musik nicht spielt", sei für ihn ein eindeutiges Zeichen. 

"Eine Megastimmung": Kirchweih-Gäste feiern zu "Layla" auf den Tischen - Grüne mit Protestaktion

Allein die Band "Lederhosenrocker" hätte den Song "acht bis zehn Mal an einem Abend" gespielt. Die Stimmung sei laut Morawski "einfach bombastisch" gewesen. "Normalerweise stehen wenn es richtig gut ist die ersten drei, vier Reihen auf den Bänken, aber an dem Abend war fast das ganze Zelt auf den Tischen, es war eine Megastimmung", schwärmt er im Gespräch mit inFranken.de. Laut Morawski ernte er mit seiner Entscheidung nur vereinzelt Kritik. Lediglich der Ortsverband der Grünen habe eine kleine Protestaktion organisiert und ihm Schilder mit der Aufschrift “Layda ist Sexismus halt auch auf der Kärwa scheiße" unter die Nase gehalten.

Wie die Grünen auf Facebook erklären, habe man "den Anlass nutzen wollen, um darüber zu sprechen, ob wir es im Jahr 2022 tatsächlich noch nötig haben, Spaß und ausgelassene Stimmung auf der Grundlage von sexistischen Songs zu haben". Aus Sicht des Ortverbands wäre es demnach "wünschenswert, dass diese Kategorie Songs nicht verboten und zensiert werden, sondern dass sie einfach keine alte Sau mehr hören will". 

Die “wenigen Protestaktionen” interessieren Morawski indessen “nur wenig”, wie er sagt. Für ihn stehe die Zufriedenheit seiner Gäste im Vordergrund und solche Aktionen fände er sowieso "einfach nur peinlich". Wenn die Leute bei ihm im Festzelt zu "Layla" "trinken, feiern und Spaß haben", werde er auch in Zukunft nicht auf den umstrittenen Ballermann-Hit verzichten