Nürnberg gegen Grippe: Impfungen für Mitarbeiter sollen große Grippewelle verhindern

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Dr. Jan-Torsten Drenckhahn bietet für seine Mitarbeiter und für die Angestellten der Stadt Nürnberg eine kostenlose Grippe-Impfung an. Symbolbild: Boris Roessler/dpa
Dr. Jan-Torsten Drenckhahn bietet für seine Mitarbeiter und für die Angestellten der Stadt Nürnberg eine kostenlose Grippe-Impfung an. Symbolbild: Boris Roessler/dpa

Die diesjährige Grippewelle war die Größte seit dem Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes 2001. Nun bietet Nürnberg seinen Mitarbeitern die Impfung an, um nicht noch einer Welle entgegenzusteuern.

Eine triefende Nase, ein dröhnender Kopf und schmerzende Glieder - Das sind Symptome einer Grippe. Oftmals wird das Virus unterschätzt. Ein paar Tage krank liegen und dann geht es einem besser, so denken viele Deutsche. Das Unterschätzen der Influenza hat allerdings Folgen. Besonders im Alter kann Grippe zum Killer werden.

Dass sich bisher nur ein Drittel der Senioren in Deutschland gegen Grippe impfen lässt, macht das Problem noch größer. "Das Immunsystem altert mit", sagt Silke Buda des Robert Koch-Institut (RKI). Wer über 60 ist und vielleicht schon andere Krankheiten hat, ist besonders empfänglich für die Viren. Der Verlauf der Krankheit kann bei ihnen zu Lungenentzündungen, Herzinfarkten oder zum Tod führen. "Mit keiner anderen Impfung lassen sich hierzulande mehr Leben retten", betont RKI-Präsident Lothar Wieler.

Zwar wirkt die Impfung bei Älteren weniger zuverlässig, allerdings könne durch die Impfung das Risiko der Erkrankung halbiert werden. Ebenso erwiesen Studien, dass geimpfte Personen einen milderen Krankheitsverlauf durchleben als ungeimpfte.

Rund 334.000 Grippe-Erkrankungen

Laut der Datenerhebung des RKI, wurden rund 334.000 labordiagnostisch bestätigte Fälle der Erkrankung gemessen. Das ist seit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes 2001 der höchste Stand. Die meisten Fälle konnten bei den Altersgruppen zwischen 35 und 59 Jahren nachgewiesen werden.

Leiterin der Abteilung Infektionsschutz am Gesundheitsamt, Alice Schaffer, sieht noch eine größere Grippe-Epidemie voraus. Eine erneute Rekord-Welle müsste umgehend verhindert werden. Dem stimmt auch Dr. Jan-Torsten Drenckhahn vom Betriebsärztlichen Dienst des Klinikums Nürnberg zu.

Impfungen für Angestellte der Stadt und für Mitarbeiter zahlreicher Firmen

Er bietet die Impfung sowohl seinen Krankenhausmitarbeiter, als auch allen Beschäftigten der Stadt Nürnberg an. Dieses Angebot lockte auch Oberbürgermeister Ulrich Maly an. Eine Impfung ist zwar keine Pflicht, aber dringend empfehlenswert. Besonders Empfohlen werden Impfungen bei Menschen, die im täglichen Kontakt zu anderen stehen. So sollten beispielsweise Kindergärtner, Altenpfleger oder Lehrer auf eine Impfung nicht verzichten.

Mindestens zehn Prozent der Impfquote möchte Drenkhahn durch sein Angebot erreichen. Zahlreiche Firmen und auch die Stadt bieten ihren Beschäftigten mehrere hausinterne Impftermine an.

Impfung ist im Oktober und November sinnvoll

Aufpassen sollten allerdings Allergiker, die gegen Hühnereiweiß oder andere Inhaltsstoffe der Impfung allergisch sind, sowie Kinder und Jugendliche, die an einer klinischen Immunschwäche oder schwerem Asthma leiden. Sie sollten sich, wie auch Patienten der Salicylat-Therapie, vom Arzt beraten lassen. Zudem sollen an Fieber Erkrankte erst nach ihrer Genesung geimpft werden.

Grippeimpfungen sind im Oktober und November sinnvoll. Nach dem Piks dauert es 10 bis 14 Tage, bis sich der Impfschutz vollständig aufbaut. Die Wellen starten meist im Dezember oder Januar.

Für weitere Informationen über den Verlauf der größten Grippewelle, sowie über die Impfung finden sie in unserem Grippe-Ticker.