Eigentlich könnten die Verantwortlichen des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga Bayern) hoch zufrieden sein. Die Branche boomt. Die Umsätze im bayerischen Gastgewerbe sind auch in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres wieder gestiegen. Lag der Jahresumsatz vor zwei Jahren noch bei 13,7 Milliarden Euro, so beträgt er mittlerweile fast 16 Milliarden Euro.


Stadt hui, Land pfui

Doch die steigenden Umsatzzahlen sind ungleich verteilt. "Städte boomen, aber in den ländlichen Regionen gibt es immer mehr Betriebsaufgaben", berichtet Thomas Förster, Vizepräsident des Verbandes. "Das bereitet uns große Sorge", sagt der Nürnberger, selbst Inhaber mehrerer Gastronomiebetriebe, darunter Bratwurst Röslein in der Nürnberger Altstadt. Jeder 20. Erwerbstätige in Bayern arbeite in einem Hotel oder einer Gastwirtschaft. Dennoch sei das Gastgewerbe "eine unterschätzte Branche mit zu wenig Wertschätzung", findet Förster.


1000 Betriebe weniger

Hotels und Gaststätten hält der Verbandsvizepräsident aber gerade für Garanten einer positiven ländlichen Entwicklung. "Unsere Betriebe findet man noch da, wo sich andere Branchen längst zurückgezogen haben."
Noch. Laut Statistik gibt es in Bayern aktuell 39 500 Betriebe, wobei hier jeder Pizza- und Hähnchenstand mitgezählt ist. Vor zwei Jahren waren es noch 1000 mehr. "Wo die Wirtschaft stirbt, stirbt auch der Ort", sagt Förster und verweist auf eine Studie aus dem Jahr 2013. Schon damals habe es in mehr als 500 Kleingemeinden in Bayern kein Wirtshaus mehr gegeben.


Freistaat soll helfen

Ende vergangenen Jahres sei der Verband deshalb bei Landesentwicklungsminister Markus Söder (CSU) vorstellig geworden. Der Freistaat solle eine ausgewogene Entwicklung fördern, so das Anliegen. Dem Vernehmen nach arbeitet die Verbandsspitze selbst an einem Konzept, um das Wirtshaussterben aufzuhalten.
Ab nächsten Sonntag trifft sich die Branche aber erst einmal gutgelaunt in Nürnberg. Zum 29. Mal öffnet die Messe Hoga für Fachbesucher ihre Pforten. '


Karrieretag am 17. Januar

Um das Nachwuchsproblem zu mindern, gibt es am 17. Januar einen Karrieretag. Mit Werbung wie "weltweite Jobgarantie" und "Basis für rund 111 Berufe" versucht das Gastgewerbe, junge Leute zu begeistern. Im Blick hat die Messe diesmal thematisch unter anderem auch Familien mit Kindern. An deren Bedürfnisse seien noch zu wenige Gasträume angepasst. Das soll sich ändern. Gezeigt werden Konzepte und Lösungsansätze für eine familiengerechte Bewirtung.

Fachmesse Hoga


Trendsetter
Für das Gastgewerbe ist die alle zwei Jahre stattfindende Fachmesse Hoga der größte Branchentreffpunkt in Süddeutschland. Hier treffen sich Hoteliers, Gastronomen und deren Mitarbeiter, um sich über die neuesten Trends zu informieren.

Termin
15. bis 17. Januar 2017

Ort Messezentrum Nürnberg

Öffnungszeiten
Die von der Afag Messen und Ausstellungen GmbH veranstaltete Schau öffnet täglich von 10 - 18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr)

Größe 680 Aussteller aus 15 Ländern, verteilt auf vier Messehallen (3, 3A, 4 und 4A)

Fachpublikum Die Hoga ist Branchenangehörigen vorbehalten, Preis Tageskarte: 28 €