Douglas in der Krise: Die Parfümerie-Kette macht rund 60 Filialen dicht. Deutschlands größte Parfümerie-Kette Douglas will beinahe jede siebte Filiale in der Bundesrepublik schließen. Der Konzern reagiere mit dem Aus auf die immer schnellere Verlagerung der Umsätze ins Internet, sagt Douglas-Chefin Tina Müller. Rund 600 der über 5200 Beschäftigen in den deutschen Filialen verlieren dadurch ihre Jobs.

Europaweit schließt Douglas sogar mehr als jede fünfte Filiale - insgesamt rund 500 der bislang 2400 Parfümerien. Betroffen sind rund 2500 der 20.000 Douglas-Mitarbeiter. Die Schließungswelle trifft vor allem Geschäfte in Italien und Spanien.

Douglas macht rund 60 Filialen zu: Parfümerien in Franken betroffen?

Welche Standorte von den geplanten Schließungen konkret betroffen sind, ist noch nicht bekannt. In Franken betreibt die Parfümerie-Kette gegenwärtig elf Geschäfte.

Diese Douglas-Filialen gibt es in Franken:

Ansbach

  • Im Brücken-Center 
    Residenzstraße 2-6
    91522 Ansbach
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Bad Kissingen

Bamberg

Bayreuth

  • Im Rotmain-Center Bayreuth
    Hohenzollernring 58
    95444 Bayreuth
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Erlangen

  • Erlangen Arcaden
    Nürnberger Straße 7
    91052 Erlangen
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Fürth

  • Fürther Freiheit 8-10
    90762 Fürth

Hof

Nürnberg

  • Im Franken-Center
    Glogauer Straße 30-38
    90473 Nürnberg
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  • Karolinenstraße 25 / Brunnengasse 20
    90402 Nürnberg
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Schweinfurt

Würzburg

Gesamtes Filialnetz auf den Prüfstand gestellt - Corona als Krisen-Beschleuniger

Douglas habe in den vergangenen Monaten das gesamte Filialnetz auf den Prüfstand gestellt, weil immer mehr Kunden online einkauften, berichtet Douglas-Chefin Müller. Corona habe diesen Trend noch einmal beschleunigt. Die Douglas-Chefin betont, sie sei zuversichtlich, dass das verkleinerte Filialnetz "zukunftsfähig ist für die nächsten Jahre" sei. Doch werde der Trend zum Online-Einkauf weitergehen - wie weit, das lasse sich aktuell nicht vorhersagen.

Das von der Covid-19-Pandemie geprägte Geschäftsjahr 2019/20 brachte für das Unternehmen ein durchwachsenes Ergebnis. Zwar konnte Douglas dank seiner starken Online-Präsenz die Auswirkungen der Pandemie auf den Umsatz in Grenzen halten. Er sank "nur" um 6,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Doch das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) ging um 16,7 Prozent auf 292 Millionen Euro zurück. Und unter dem Strich musste der Konzern nicht zuletzt wegen hoher Wertberichtigungen sogar einen Verlust von 517 Millionen Euro ausweisen.

Hervorragend liefen vor allem die Geschäfte im Internet. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen die E-Commerce-Umsätze um 40,6 Prozent auf 822 Millionen Euro. Im Kalenderjahr 2020 habe die Parfümeriekette sogar erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz im Internet gemacht, sagt Müller. Dabei sei das E-Commerce-Geschäft genauso profitabel wie das Geschäft in den Filialen. Europaweit liegt der Umsatzanteil des Onlinehandels bei Douglas mittlerweile bei 25,4 Prozent, im wichtigen Heimatmarkt Deutschland sogar bei 39,9 Prozent.

Unterdessen machen in den deutschen Innenstädten immer mehr Geschäfte dicht: Die Modekette Pimkie etwa will über die Hälfte ihrer 75 Filialen schließen. Rund 150 Mitarbeiter sind davon betroffen. Allein in Franken betreibt der Einzelhändler aktuell zehn Geschäfte.