Klinikum Nürnberg kämpft mit immer mehr Corona-Patienten: "Die Zahlen sind extrem angestiegen", erklärt Prof. Joachim Ficker, der Chefarzt der Pneumologie Nürnberg. Der 7-Tages-Inzidenzwert für die Stadt Nürnberg liegt laut des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit aktuell bei 256,26. Trotz des "Lockdown light" nimmt die Zahl an Infektionen weiterhin zu.

Die steigenden Zahlen machen sich auch im Klinikum Nürnberg bemerkbar: Dort werden aktuell 161 Menschen wegen einer Covid-19-Infektion behandelt. 27 Patienten liegen derzeit auf der Intensivstation. 24 Personen werden beatmet – drei sind sogar an einem Lungenersatz angeschlossen. "Das heißt, da funktioniert die eigene Lunge überhaupt nicht mehr", erklärt Ficker.

Klinikum Nürnberg: Krankenhäuser leiden an Personalmangel

Eine Besserung ist nicht in Sicht, die Patientenzahlen nehmen kontinuierlich zu. Bereits seit zwei Wochen werden in zunehmendem Maße die Behandlungs-Kapazitäten erhöht, indem der Betrieb auf anderen Stationen stark eingeschränkt wird. Dadurch werden Mitarbeiter freigesetzt, die sich um die Corona-Patienten kümmern sollen.

"Die deutschen Krankenhäuser litten schon vor der Krise an Personalmangel", erklärt Ficker. Neben der zu bewältigenden Zahl an Corona-Patienten wirken sich die steigenden Infektionszahlen auch auf die Pflegekräfte aus. Diese Mitarbeiter fehlen zusätzlich in der Patientenversorgung.

Das Klinikum Nürnberg klagt schon länger über Personalmangel und hatte deshalb auch schon einen Aufruf gestartet, um zusätzliche Pflegekräfte zu gewinnen. Tatsächlich seien einzelne neue Mitarbeiter hinzugekommen, "aber das ist ein Tropfen auf den heißen Stein", meint der Chefarzt. Es bleibe nichts anderes übrig, als erfahrene Mitarbeiter aus anderen Bereichen freizusetzen und für die Covid-19-Patienten zu nutzen.