Waffen-Alarm an Schule: Rucksack mit Pistole, Pfefferspray & Pyro entdeckt

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Ein Waffen-Alarm an einer Nürnberger Schule hat am Donnerstag einen Großeinsatz ausgelöst. Ein Schüler ist festgenommen worden, auch sein Rucksack wurde zwischenzeitlich gefunden.

Große Aufregung am Donnerstagvormittag (5. Februar 2026) im Nürnberger Bezirk Schoppershof: An einer Grund- und Mittelschule ist es zu einem Großeinsatz gekommen, nachdem ein Schüler dort mit einer Waffe gesehen worden sein soll. Den Einsatz bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken gegenüber inFranken.de.

Später nahmen die Beamten einen Jugendlichen fest. Bei dem 15-Jährigen handelt es sich um einen Schüler der Konrad-Groß-Schule im Osten Nürnbergs. Die Polizei hatte nach dem Hinweis aus der Schule gezielt nach dem Jugendlichen gesucht. Ob der Schüler tatsächlich eine Schusswaffe dabei hatte, ist noch unklar. Ein mit gefährlichen Gegenständen gefüllter Rucksack, der dem Jugendlichen gehören soll, ist inzwischen gefunden worden. Die Ermittlungen laufen weiter, die Hintergründe des Vorfalls sind noch nicht bekannt.

Update vom 05.02.2026, 16.58 Uhr: Offizieller Bericht - Ermittler finden Rucksack mit Pistole, Messern und Pyro

Die Polizei Mittelfranken hat inzwischen eine offizielle Pressemitteilung zu den Ereignissen in Nürnberg-Schoppershof veröffentlicht. Demnach sei es am Donnerstagvormittag (5. Februar 2026) an der Konrad-Groß-Schule im Nürnberger Stadtteil Schoppershof zu einem Polizeieinsatz gekommen. Ein Lehrer hatte zuvor einen Schüler gemeldet, der offenbar eine Schusswaffe in seinem Rucksack mitgeführt haben soll.

Gegen 10.00 Uhr informierte demancht die Schulleitung die Einsatzzentrale der mittelfränkischen Polizei. Noch bevor die Schule den betroffenen Schüler zur Klärung des Vorfalls in das Sekretariat bringen konnte, entkam der 15-Jährige mit seinem Rucksack.

Da unklar war, wo sich der Jugendliche anschließend aufhielt, sperrten die ersten Polizeistreifen sowie Einsatzkräfte des mittelfränkischen Unterstützungskommandos (USK) das Schulgelände weiträumig ab. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) durchsuchte das Areal, konnte den Schüler jedoch nicht finden.

Festnahme im Nürnberger Norden

Im Rahmen der eingeleiteten Fahndung spürte eine Streife der Polizeiinspektion Nürnberg-Ost den Jugendlichen kurz nach 12:00 Uhr im Nürnberger Norden auf und nahm ihn fest. Die Polizei betont: "Eine Schusswaffe führte der Jugendliche hierbei nicht mit."

Bei weiteren Ermittlungen im Laufe des Nachmittags konnte die Polizei den Rucksack finden. Neben einer "auf den ersten Blick täuschend echt aussehenden Spielzeugpistole" entdeckten die Beamten darin mehrere Messer, ein Pfefferspray sowie pyrotechnische Gegenstände. Der 15-Jährige hatte den Rucksack laut Polizei auf der Flucht in einem leerstehenden Gebäude versteckt. 

"Im Zentrum der weiteren Ermittlungen steht nun die Aufklärung der Beweggründe, die zu dem Handeln des Jugendlichen führten", so die Polizei Mittelfranken abschließend.

Update vom 05.02.2026, 15.45 Uhr: Schüler nach Waffen-Alarm an Nürnberger Mittelschule festgenommen

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, sei der 15-Jährige von Polizisten mehrere Kilometer entfernt von der Schule festgenommen worden. Nach möglicherweise weggeworfenen Waffen wurde das Gebiet rund um die Schule abgesucht, erklärte ein Polizeisprecher. Es habe aber keine akute Gefahr für das Schulumfeld gegeben. Weder Schülerinnen und Schüler noch Lehrkräfte wurden bedroht oder verletzt. An der Konrad-Groß-Schule wurden im vergangenen Schuljahr etwa 250 Kinder und Jugendliche unterrichtet, teilte das bayerische Kultusministerium mit.

Die Meldung aus der Schule über einen möglichen bewaffneten Schüler hatte am Donnerstagmorgen einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Einsatzkräfte durchkämmten das Gebäude, während die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte in den Klassenräumen blieben. Den gemeldeten Schüler konnten die Beamten dort jedoch nicht finden.

Nach Abschluss der Durchsuchung wurde der Unterricht für den restlichen Tag abgesagt. Eltern konnten ihre Kinder am frühen Nachmittag abholen, wenn dies möglich war. Für die anderen wurde eine Notbetreuung organisiert. Die Polizei warnte zwischenzeitlich ausdrücklich davor, falsche Gerüchte in sozialen Medien zu verbreiten: "Zur Klarstellung: Es sind keine Schüsse im Schulareal wahrgenommen worden", schrieb die Polizei auf X.

"Ich hab' gezittert wie noch mal was": Eltern sorgen sich um ihre Kinder

Eine Mutter berichtete: "Ich war in der Arbeit und meine Schwester hat mich vorhin angerufen, dass eben Amoklauf hier sein soll." Sie sei erst völlig perplex gewesen und habe dann sofort ihre Chefin informiert, um zur Schule zu fahren. "Ich hab' gezittert wie noch mal was, da gehen einem ja zig Gedanken durch den Kopf. Ich hab' einfach nur Angst gehabt um mein Kind."

Auch andere Eltern berichteten, von Angehörigen angerufen worden zu sein. Diese hätten erzählt, dass es offenbar einen Amoklauf an der Schule gebe. Woher diese Information kam, blieb unklar. Die Polizei betonte, sie habe nie von einem Amoklauf gesprochen.

Die Tochter der Mutter habe geweint und sei "total bleich". "Heute ist noch ihr Geburtstag, und - ist natürlich jetzt nicht grad toll." Sie brauche nun Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten. Am folgenden Tag werde ihre Tochter auf keinen Fall zur Schule gehen.

Sicherheitskonzepte angewandt

Einsatzkräfte der Polizei Mittelfranken schilderten den Ablauf des Einsatzes ausführlich. Christian Seiler, Pressesprecher der Polizei Mittelfranken, erklärte der Nürnberger Nachrichtenagentur News5. dass laut einem Zeugen "sich in der Schule ein 15-jähriger Schüler befunden habe, der eine Schusswaffe bei sich geführt haben soll". Eine entsprechende Mitteilung sei gegen 10 Uhr bei der Polizei eingetroffen.

Zunächst rückten mehrere Streifenwagen an, sicherten das Gelände und sperrten die Umgebung ab. Spezialeinsatzkräfte (SEK) durchsuchten in der Folge das Gebäude, während die Schülerinnen und Schüler in Sicherheit waren. Auch das Unterstützungskommando (USK) sei vor Ort gewesen. Seiler zufolge gebe es in jeder Schule entsprechende Sicherheitskonzepte. "Das wurde hier auch angewandt und demnach gehandelt." Währenddessen stand die Polizei im engen Austausch mit der Schulleitung und dem Schulamt, um das Vorgehen abzustimmen. Bis zum Abschluss der Durchsuchung habe es keine Hinweise gegeben, dass sich der Schüler noch im Gebäude aufhielt. 

Auch in Augsburg wurde am Donnerstag ein Polizeieinsatz wegen eines mutmaßlich bewaffneten Schülers gemeldet. Dort fanden die Einsatzkräfte einen 13-jährigen Schüler mit einer Softair-Waffe im Klassenzimmer, mit der er offenbar gespielt hatte. Die Polizei untersucht nun, ob der Vorfall strafrechtliche Konsequenzen hat. Das Augsburger Polizeipräsidium warnte erneut davor, waffenähnliche Gegenstände im öffentlichen Raum mitzuführen: "Dies führt nicht nur zu großer Verunsicherung, sondern häufig auch für alle Beteiligten zu gefährlichen Situationen." Die Polizei rief dazu auf, auch kein entsprechendes Spielzeug mitzubringen.

Update vom 05.02.2026, 13.31 Uhr: Fahndung beendet - Polizei nimmt "gesuchte Person" fest

Die Fahndung nach dem gesuchten 15-Jährigen ist beendet. Wie die Polizei Mittelfranken um 13.03 Uhr auf X (vormals Twitter) bekannt gibt, wurde "die gesuchte Person" von der Polizei "angetroffen und vorläufig festgenommen".

Laut Polizei würden jetzt die Hintergründe des Vorfalls untersucht. "Derzeit besteht keine Gefahr im Bereich der Schule", gibt die Behörde mit dem X-Post am frühen Nachmittag Entwarnung.

Die Konrad-Groß-Schule ist  eine staatliche Grund- und Mittelschule und bietet sowohl eine gebundene Ganztagsgrundschule (Jahrgangsstufen 1 bis 4) als auch eine gebundene Ganztagsmittelschule (Jahrgangsstufen 5 bis 9/10) an. Sie befindet sich im Stadtteil Nordöstliche Außenstadt, genauer gesagt im Stadtbezirk Schoppershof, und liegt nahe dem Wöhrder See.

Update vom 05.02.2026, 11.45 Uhr: SEK hat Gebäude durchsucht - Fahndung nach 15-Jährigem läuft

Wie ein Sprecher des Präsidiums bestätigt, wurde das SEK hinzugezogen, um das Gebäude nach dem Schüler und einer möglichen Waffe zu durchforsten. "Das SEK hat die Schule innen abgesucht", erklärt der Sprecher gegenüber inFranken.de. Allerdings befinde sich der 15-Jährige nicht mehr in der Schule. 

"Wir stehen mit den Angehörigen in Kontakt, die Fahndungsmaßnahmen laufen weiter", so der Sprecher. Parallel dazu hat es offenbar Gerüchte um Schüsse auf dem Gelände der Schule gegeben. Die Polizei dementiert diese deutlich. 

"Bitte teilt keine Gerüchte in sozialen Medien! Zur Klarstellung: Es sind keine Schüsse im Schulareal wahrgenommen worden", heißt es in einem Post auf X.

Wie lange der Einsatz im Osten der Stadt noch dauert ist unklar. Weiterhin befände sich eine Vielzahl an Einsatzkräften an der Schule, um die Sicherheit zu gewährleisten, so der Polizeisprecher. Die Abholung der Kinder durch ihre Eltern sei deshalb aktuell nicht möglich, teilt das Präsidium mit. 

Erstmeldung vom 05.02.2026, 10.45 Uhr: USK an Nürnberger Schule - das ist bisher bekannt

An der Konrad-Groß-Schule, einer Grund- und Mittelschule, kam es zu einem Großeinsatz. Demnach habe es aus der Schule eine Meldung gegeben, "dass hier ein Schüler mit einer Waffe unterwegs ist". Der Schüler sei namentlich bekannt und von einer Lehrkraft beim Tragen einer Waffe gesehen worden, wodurch es zu dem Alarm gekommen sei, so der Sprecher weiter. 

Eine konkrete Bedrohung seitens des Schülers sei der Polizei nicht bekannt. Aktuell (10.45 Uhr) sei das Gebiet großräumig abgesichert - eine Räumung der Schule habe allerdings nicht stattgefunden. 

"Wir wissen selbst noch nicht, ob sich der Schüler noch an der Schule aufhält", so der Sprecher. Auch zur mutmaßlichen Waffe könne man derzeit noch keine Aussagen machen.

Die Polizei sei mit "starken" und "zahlreichen" Kräften vor Ort. Wie das Präsidium auf X mitteilt, sei auch das USK vor Ort. Um circa 10.50 Uhr habe man mit der Absuche im Gebäude begonnen. dk/sl/mit dpa

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