Ein Blick auf die Website des Veranstalters zeigt derweil eine potenziell deutlich höhere Zahl. Dort haben bislang knapp 5500 Menschen (Stand: 29. Oktober um 10 Uhr) zugesagt. Nürnberg wäre damit derzeit auf Platz sechs der teilnehmerreichsten Städte Deutschlands. Die auf der Homepage genannte Zahl sei aus Sicht des Polizeisprechers jedoch zu hoch gegriffen.
Protest in Nürnberg: "Wer auf Straftaten aus ist, muss sich einen anderen Ort suchen"
Die Polizei Mittelfranken setzt auf Routine und ihre Erfahrung im Umgang mit Versammlungen und Protesten, die es "in Nürnberg jedes Wochenende" gebe. Vor dem Hintergrund der Bilder aus Frankreich könne man mögliche Sorgen der Bevölkerung allerdings nachvollziehen. "Wir sehen die Sorge bei Anwohnern und Gewerbetreibenden", teilt die Pressestelle inFranken.de mit.
Man gehe derzeit jedoch von einer "friedlichen Versammlung" aus, sei aber auch auf andere Szenarien vorbereitet. Mit ausreichender Mannstärke vor Ort werde man sich Straftaten "konsequent und vehement" entgegenstellen. "Wer auf Straftaten aus ist, muss sich einen anderen Ort suchen", teilt die Polizei mit.
Man beobachte die aktuellen Entwicklungen allerdings aufmerksam und stehe in engem Austausch mit den zuständigen Versammlungsbehörden. Zur Zahl der Einsatzkräfte am Samstag wollte er sich nicht äußern. Fest steht jedoch: Die Polizei wird an diesem Tag mehrfach gefordert sein. Neben den zwei angekündigten Gen-Z-Protesten wurde auch eine Gegendemonstration angemeldet.
Die Forderungen der Gen Z: "Ohne uns läuft die Zukunft nicht"
Doch wer ist die Initiative "Gen Z regelt" und was fordert sie? "Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie über unsere Zukunft entschieden wird, ohne dass wir gehört werden", heißt es auf der eigenen Website. Im dort einsehbaren Positionspapier werden mitunter kaputte Schulen, Einsparungen in der Bildung, Wehrpflicht und steigende Lebenserhaltungskosten als Beweggründe für den Protest aufgeführt.
Man wolle am 31. Oktober politische Differenzen zurückstellen und zusammen "für die Menschen einstehen". In diesem Zuge formuliert die Initiative auch klare Forderungen an die politischen Entscheidungsträger: "Wir fordern eine Politik, die in Bildung, soziale Sicherheit, Gesundheit und bezahlbares Leben investiert – statt bei der jungen Generation zu sparen. Wir wollen mitbestimmen, wenn über unsere Zukunft entschieden wird." Die Initiative distanziere sich laut eigenen Angaben zudem ganz klar von Gewalt. Viele junge Menschen haben mittlerweile auch mit Hinblick auf die Rente Zukunftsängste.
Im Positionspapier werden außerdem weitere Proteste in Aussicht gestellt – der 31. Oktober sei erst der Beginn. In einem abschließenden Aufruf wirbt die Initiative auch um potenzielle Unterstützer. Die Botschaft: "Ohne uns läuft die Zukunft nicht".
Vorschaubild: © Thibault Camus/AP/dpa
Eine Regierung hat eigentlich nur drei Aufgaben:
1. Kein Volk in einen Krieg führen
2. Eigentum und Sicherheit der Bevölkerung garantieren
3. Eine gewisse Infrastruktur bereit stellen