Eigentlich war geplant, alle Schüler der Altdorfer Grundschule zweimal die Woche auf Corona zu testen. Nach aber nur wenigen Tagen musste das Projekt wieder beendet werden. Aktuell werden keine sogenannten Spucktests mehr durchgeführt. "Ich bin verzweifelt, frustriert und sehr verärgert", sagt Schulleiterin Carola Stöhr inFranken.de. "Aus für uns unerklärlichen Gründen bedient uns das Labor nicht mehr."

Eigentlich habe alles super geklappt: Die Organisation habe toll funktioniert und auch die Resonanz der Schüler sei positiv ausgefallen. Das Spülen mit der Kochsalzlösung "schmeckt, wie wenn man im Meer schwimmt", zitiert Stöhr ihre Schüler. Außerdem habe man bereits Erfolg gehabt: "Schon am zweiten Tag konnte ein positives Ergebnis ermittelt werden. So konnten wir die Infektionskette sofort unterbrechen. Das war super", meint Stöhr. Trotzdem ist nun vorerst Schluss mit den regelmäßigen Corona-Tests.

Update vom 03.03.2021: Labor stoppt Zusammenarbeit - Corona-Tests an Altdorfer Grundschule gestoppt

Die regelmäßigen Corona-Tests an der Altdorfer Grundschule können aktuell nicht mehr durchgeführt werden. Grund dafür ist das beauftragte Labor Synlab in Weiden: "Leider haben wir nun von unserem Partner-Labor erfahren, dass es vorerst nicht mehr mit uns zusammenarbeiten will", erklärt Bürgermeister Martin Tabor (SPD) in einem Brief an die Eltern. Gegenüber inFranken.de erläutert Tabor, das Labor habe "aus organisatorischen Gründen" die Zusammenarbeit eingestellt. "Wir wissen nicht genau, was dahinter steckt."

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Heute oder morgen werde es nochmal Gespräche mit dem Labor geben. Das Labor habe signalisiert, dass es an einer großen Teststrategie für die ganze Region arbeite und möglicherweise bereits im Laufe dieser Woche wieder in die Reihentestungen einsteigen könne, so Tabor im Elternbrief. Außerdem habe Gesundheitsminister Holetschek eine bayerische Teststrategie angekündigt. "Sobald sie das Organisatorische geregelt haben, werden sie wieder auf uns zukommen", sagt der Bürgermeister.

Versuche, andere Labore für das Projekt zu gewinnen, seien bis jetzt erfolglos gewesen, erklärt Stöhr. Für die Schulleiterin sei es "der größte Fehler überhaupt, das nicht weiterzuführen." Nur wenige Tage konnten die Testungen der Schüler durchgeführt werden, noch am Donnerstag (25. Februar 2021) beendete das Labor nach nur vier Tagen die Zusammenarbeit. Pünktlich zum Beginn des Präsenzunterrichts am 22. Februar 2021 war das Projekt mit den Spucktests gestartet, wie inFranken.de berichtete.

Erstmeldung vom 23.02.2021: Grundschule in Altdorf führt Spucktests ein - regelmäßige Corona-Tests für alle Schüler

Pünktlich zum Beginn des Präsenzunterrichts am 22. Februar 2021 hat die Grundschule in Altdorf (Landkreis Nürnberger Land) eine regelmäßige Corona-Testung der Schüler eingeführt. Durch Spucktests kann jedes einzelne Kind zweimal die Woche auf Corona getestet werden. Die Idee kommt von Bürgermeister Martin Tabor (SPD): "Minister Piazolo meinte: 'Testen ist super' - und der Meinung bin ich auch." Das System zu entwickeln, sei recht schnell gegangen - und am Wochenende wurden dann schon die ersten Tests verteilt.

Altdorfer Grundschule führt regelmäßige Corona-Tests ein: So funktioniert der Spucktest

"Am Samstag haben die Kinder schon ihr erstes Testkit geholt", erklärt die Grundschulleiterin Carola Stöhr. Darin befinden sich verschiedene Testutensilien und eine ausführliche Anleitung. Bevor die Kinder dann morgens in die Schule gehen, müssen sie den Test durchführen. Dazu nehmen sie die beigefügte Kochsalzlösung für eine Minute in den Mund. "Wer kann, darf auch gurgeln", meint Stöhr. Die Lösung spucken die Schüler dann in ein Becherchen, aus dem sich die Flüssigkeit mit einer kleinen Vakuumpumpe herausziehen lässt. Das Röhrchen verschließt sich anschließend von selbst.

Das Teströhrchen bringen die Kinder dann mit in die Schule, wo die gesamten Röhrchen der Klasse in einem Behälter gesammelt werden. In der örtlichen Apotheke werden alle Teströhrchen geöffnet und die mundgespülte Lösung aller Kinder einer Klasse in einem größeren Behälter, in einem Pool, gesammelt. Dieser geht dann in das Labor Synlab in Weiden. Dort werden die Behälter der jeweiligen Klassen auf das Coronavirus getestet. Noch am selben Tag kommen die Ergebnisse. Weist eine Klasse ein positives Ergebnis auf, wird die Klasse in Quarantäne geschickt und die Kinder einzeln erneut durchgetestet. Die Röhrchen sind nicht beschriftet - durch das Zusammenkippen aller Testlösungen erfolgt die Testung allerdings sowieso anonym.

Es sei ein Segen, dass der Spucktest nun auf dem Markt ist, erklärt Schulleiterin Stöhr. "Mit Nasenstäbchen, wie die Staatsregierung sich das vorgestellt hat, ist das mit 470 Kindern nicht leistbar. Dafür bräuchten wir ungefähr vier Stunden." Dank des Spucktests könne jedes Kind nun zweimal in der Woche getestet werden. Der Test ist freiwillig - trotzdem haben am allein am Dienstag bereits rund 320 Schüler teilgenommen. "Und es werden von Tag zu Tag mehr", meint Stöhr. Die Lehrer werden aktuell wöchentlich separat getestet. Jedoch sei geplant, auch das Kollegium an den Pool-Testungen zu beteiligen.

Pool-Testung an Altdorfer Grundschule: "Wir sparen dem Minister Geld"

Finanziert werden die Tests aktuell noch durch die Stadt - "wobei wir hoffen, dass da vom Ministerium noch was kommt. Letztendlich sparen wir dem Minister sogar Geld." Die Pool-Testung sei nämlich viel günstiger als die einzelne Testung der Schüler. "Pro Pool können bis zu 30 Schüler getestet werden. Das kostet dann 50 Euro", erklärt Bürgermeister Tabor. Trotzdem seien die Testungen richtige PCR-Tests - "das ist dann schon echt günstig." Zwei bis fünf Wochen müsse man die Tests sicher noch selbst stemmen - etwa 2500 Euro wöchentlich koste das die Stadt.

"Andere Bürgermeister schauen schon skeptisch, weil sie Angst vor den Kosten haben", erklärt Tabor. "Aber man darf diese doch so sinnvolle Maßnahme nicht wegen der Kosten infrage stellen." Die Reaktionen seien trotzdem durchweg positiv: "Mich haben schon zahlreiche Schulleiter jeglicher Schularten angerufen und gefragt, wie das funktioniert", meint der Bürgermeister. Auch die anderen Altdorfer Schulen seien sehr interessiert - zugesagt habe jedoch noch niemand.

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