Es war nämlich sein erstes eigenhändiges Anstechen - bislang hat er sich in den zwei Jahren seines Dienstes als Pfarrer in Burghaslach, zu dem Niederndorf gehört, bei den unterschiedlichsten Anlässen "nur" als Fasshalter betätigt. Ein bisschen aufgeregt war er schon im Vorfeld: "Hoffentlich klappt es!" Doch Georg Hofmann, Chef der Brauerei, die das Bier zur Kerwa liefert, wies ihn mit wenigen Worten ein und alles ging wunderbar.
Allerdings erlebten nur wenige Niederndorfer diese Premiere direkt mit. Nur wenige Gäste hatten sich im Festzelt am Feuerwehrhaus bereits um 18 Uhr zum Anstich eingefunden, und diese bevorzugten die Bänke und Tische außerhalb des Zeltes - der Hitze wegen. "So ab 20 Uhr wird es sicher voller", prophezeite Bürgermeister Armin Luther (CSU/FWG), der zugunsten des Pfarrers auf den Anschlag verzichtet hatte und sich dieses Mal als "Halter" betätigte, schon im Vorfeld, und er sollte recht behalten.

Rezepte gegen die Hitze

Doch Hitze ist relativ. Kommandant Wolfgang Seitz sah das lockerer. "Was denn, es weht doch ein laues Lüftchen. Wir haben das Zelt extra so aufgestellt." Womit er nicht ganz unrecht hatte, denn wer einen Platz am Tisch direkt bei der Eingangstür erwischte, der konnte wirklich von kühlerem Durchzug profitieren. Seitz selbst als "Grillmeister" hielt es tapfer am heißen Platz aus. Auch wenn Jungfeuerwehrler Daniel den großen Ventilator nicht ständig direkt auf den "Meister" gerichtet hielt - auch von seinem eigentlichen Platz hinterm Grill kam der Luftzug ganz passabel.
Die "Niederndorfer Schenker", die für die Getränkeausgabe im Zelt zuständig waren, wussten sich ebenfalls zu helfen. "Ein kühler Schluck hier und da nutzt schon ganz gewaltig", gaben sie schmunzelnd zu. "Und wir sorgen schon dafür, dass die Leute nicht verdursten." Das Zelt hatten die Niedern-dorfer schon am Dienstag aufgestellt, rechtzeitig vor der großen Hitzewelle. Eine kurzfristige Beratung über das eventuell auf eine spätere Uhrzeit zu verschiebende Baumaufstellen am Samstag ergab, dass da einfach zu wenig Leute Zeit hätten. Also blieb es bei 16 Uhr wie geplant, und sowohl die Kinder, die zuerst dran waren als auch die Großen schlugen sich tapfer.
Der allererste Baum wurde allerdings schon am Donnerstag aufgestellt - bei der Grizzly-Hütte, einem Treffpunkt für die Jugend. "Das allererste Mal, seit ich Bürgermeister bin," schmunzelte Armin Luther, "kam am Donnerstag kein Mensch in meine Bürgersprechstunde. Da waren wohl alle anderweitig beschäftigt."
Hitze also hin oder her, die Niederndorfer Kirchweih, die gleichzeitig auch als Sommerfest des Ortes gilt, war genauso schön für alle Besucher wie immer. Knöchlaessen, musikalisches Heimspiel der "Seitz Bubn", Gottesdienst, gemeinsamer Mittagstisch und fröhlicher Ausklang nach Kaffee und Kuchen - Niederndorf genoss seine Kerwa.