Am Samstag fand wie im Netz angekündigt erneut in Emskirchen ein "Schanzenfest" von Anhängern des "Drachenlords" statt. Die Polizei beschreibt die Stimmung als aggressiv.
Seit einigen Wochen machte in den sozialen Medien ein Termin für ein "Schanzenfest 2026" die Runde. Der YouTuber Rainer Winkler, besser bekannt als "Drachenlord", lebte viele Jahre in Altschauerberg. Dieser kleine Ort gehört zu Emskirchen in Mittelfranken. Im Internet hatte Winkler einen offenen und heftigen Streit mit seinen sogenannten "Hatern". Viele von ihnen suchten ihn immer wieder direkt vor Ort auf und provozierten ihn.
Obwohl Winkler sich inzwischen aus dem Internet zurückgezogen hat und sein Haus (die Drachenlord-Schanze) abgerissen wurde, hält der Hype an. Inzwischen hat sich das Phänomen gewandelt - eine "zweite Generation" feiert Winkler nicht mehr als Hassfigur, sondern als Kultfigur und Popstar. Am Samstag (8. August 2026) zog es erneut eine Masse in den 6000-Seelen-Markt. Die Allgemeinverfügung, dass größere Ansammlungen von mehr als acht Personen untersagt sind, beeindruckte die hauptsächlich jungen Menschen nicht.
"Drachenlord" zieht erneut Masse nach Emskirchen - Böller auf Polizeipferde
Die Polizei registrierte eine erste größere Gruppe gegen 12.30 Uhr, wie eine Sprecherin inFranken.de erklärt. Einige Demonstranten versammelten sich auf dem Rewe-Parkplatz. Eine Person schwenkte eine große Flagge mit dem Gesicht von Winkler. Zunächst sprach die Polizei noch Platzverweise aus, doch durch das Anschwellen der Masse ging sie zu Lautsprecherdurchsagen über. "Man versucht, sie anzusprechen, aber sie rennen natürlich auch vor der Polizei in alle möglichen Richtungen davon", so die Polizistin.
"Am Ortsrand versammelten sich aus allen Himmelsrichtungen in der Spitze rund 3500 Personen", teilt die Polizei Mittelfranken am Folgetag mit. Um kurz vor 14 Uhr bewegte sich der Zug in Richtung Altschauerberg. Zahlreiche Polizisten verschiedener Einheiten, darunter die Bayerische Bereitschaftspolizei, das Unterstützungskommando Mittelfranken, sowie Reiter- und Hundestaffeln, waren in Neustadt an der Aisch im Einsatz. Die Einsatzkräfte verhinderten, dass eine Gruppe junger, überwiegend männlicher Personen in den Gemeindeteil Altschauerberg gelangte.
Im Laufe des Tages kam es zu mehreren Vorfällen. Es gab Beleidigungen, Widerstand und auch körperliche Angriffe auf die Polizei. Einzelne Teilnehmer warfen Böller auf Polizeipferde und griffen diese tätlich an. Dabei wurden einige Personen festgenommen oder in Gewahrsam genommen, führt die Polizei fort. In einzelnen Fällen mussten Polizisten direkten körperlichen Zwang einsetzen. In den angrenzenden Waldstücken zündeten Unbekannte mehrmals Böller. Wegen der hohen Temperaturen und der trockenen Witterung bestand dadurch eine erhöhte Brandgefahr.
Während des gesamten Einsatzes herrschte unter den Teilnehmern eine meist sehr aggressive Stimmung, lautet die Beschreibung der Atmosphäre. Gegen 16.15 Uhr verließen die meisten Anwesenden den Ort, die Mehrheit ging in Richtung Emskirchen. Die örtliche Polizei in Neustadt prüft nun mögliche Ordnungswidrigkeiten oder Strafverfahren gegen Teilnehmer. Weitere Hintergründe zum Drachenlord-Hype findest du im Plus-Angebot des Fränkischen Tags.
Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen
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