Rattenbefall in Norma-Zentrallager in der Oberpfalz: Behörde kündigt wöchentliche Kontrollen an

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Regenstauf: Rattenbefall in Norma-Zentrallager - "ernstes Problem"
Der BR berichtete zuletzt über ein gravierendes Ratten-Problem in einem Norma-Lager in der Oberpfalz.
Regenstauf: Rattenbefall in Norma-Zentrallager - "ernstes Problem"
KI-generiertes Symbolbild/Gemini 2./ Ralf Welz (Symbolbild) / Collage inFranken

In einem Norma-Zentrallager in der Oberpfalz wurde ein Rattenbefall und damit einhergehend offenbar beträchtliche Hygienemängel festgestellt. Nun hat sich das zuständige Landratsamt zu der Causa geäußert.

Rattenbefall und Hygienemängel sind laut dem Landratsamt Regensburg im Zentrallager der Discounter-Kette Norma in Regenstauf festgestellt und inzwischen teilweise behoben worden. Die Behörde verhängte Auflagen gegen das Unternehmen und kündigte zusätzliche Kontrollen an. Zudem wurden zwei Bußgeldverfahren eingeleitet und Zwangsgelder verhängt, teilte ein Sprecher des Landratsamtes mit.

Vorher hatte der Bayerische Rundfunk über den Rattenbefall im Norma-Zentrallager berichtet. Norma räumte nach Angaben des BR in einer schriftlichen Stellungnahme den Rattenbefall ein und erklärte, dass keine kontaminierte Ware in den Verkauf gelangt sei und die Gesundheit der Mitarbeiter nicht gefährdet worden sei.

Rattenbefall in Regenstaufer Norma-Lager

Auf mehrere Anfragen der Deutschen Presse-Agentur hin äußerte sich Norma zunächst nicht. Mittlerweile hat sich auch die Landtags-SPD zu dem Fall geäußert und Aufklärung gefordert. Eine Verbraucherbeschwerde habe den Anstoß für eine Kontrolle durch die Lebensmittelüberwachung am 4. August im Zentrallager gegeben, teilte der Sprecher des Landratsamtes mit. Dabei seien in Teilbereichen des Trockenlagers Hygienemängel wie Staub und Schmutz sowie ein Rattenbefall festgestellt worden.

Da bei einer Nachkontrolle am 1. September die Mängel nicht vollständig behoben waren, wurden eine weitere Kontrolle und die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens angekündigt. Bei einer Kontrolle am 9. September waren die Mängel erneut nicht vollständig beseitigt, woraufhin die Behörde dem Betreiber 17 zu erledigende Einzelmaßnahmen auferlegte. Die Behebung der Hygienemängel sei bis zum 16. September verlangt worden, die Frist für die Behebung baulicher Mängel, unter anderem an Rolltoren und Fußboden, endet am 12. Oktober.

Bei der mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) durchgeführten Kontrolle am 16. September waren die Hygienemängel behoben. "Der Hygienestatus im Zentrallager war aufgrund der zum Großteil umgesetzten Maßnahmen wieder in einem insgesamt akzeptablen Zustand", teilte der Sprecher mit. Der Schädlingsbefall war zwar weiterhin vorhanden, "jedoch bereits in geringerem Umfang". Vorbeugende Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im Außenbereich müssten zudem noch "dringend verbessert werden".

Landratsamt will wöchentlich kontrollieren

Das Landratsamt kündigte an: "Es ist geplant, wöchentlich mindestens eine Kontrolle durchzuführen, bis der Rattenbefall erledigt ist." Die baulichen Mängel seien bereits zum großen Teil behoben worden, für die restlichen Maßnahmen gilt weiterhin die Frist bis zum 12. Oktober. Das Landratsamt betonte, dass es keine Erkenntnisse darüber habe, dass kontaminierte Waren an Filialen ausgeliefert worden seien. Durch Kotspuren betroffene Ware sei vollständig vor Ort vom Betreiber entsorgt worden.

"Anhand der Protokolle unserer Entsorgungsfirma ist nachvollziehbar, dass die Waren korrekt entsorgt wurden. Zudem sind unsere Mitarbeitenden sensibilisiert und geschult, um jederzeit die notwendigen Hygienestandards einzuhalten. Darüber hinaus findet eine tägliche Unterhaltsreinigung durch eine Fachfirma statt", heißt es laut BR in der Stellungnahme von Norma.

Die Landtags-SPD fordert unterdessen Aufklärung darüber, weshalb die Behörden nicht früher eingeschritten sind. Die verbraucherschutzpolitische Sprecherin Anna Rasehorn sagte: "Rattenkot und Urin zwischen Lebensmitteln sind nicht nur eklig, sondern ein ernstes Problem für den Verbraucherschutz. Wir wollen jetzt konkrete Antworten: Warum ist die Behörde erst im September eingeschritten, wenn das Problem seit einem Jahr bekannt war, wie oft wurde kontrolliert und warum wurde die Öffentlichkeit nicht früher informiert?"

SPD-Politikerin fordert Aufklärung

Es sei seit Monaten bekannt, dass bei der Lebensmittelüberwachung in Bayern vielerorts Personal fehle, so Rasehorn. Umso wichtiger sei jetzt die Frage, ob die Kontrollen in diesem Fall ausreichend waren. "Verbraucherschutz darf nicht davon abhängen, ob gerade genug Kontrolleure da sind". Nach Angaben des Landratsamtes gab es vor der Kontrolle am 4. August zuletzt am 19. Mai 2026 und am 19. November 2025 Kontrollen im Norma-Zentrallager in Regenstauf.