Viele Bürger aus Lichtenfels und Umgebung und natürlich zahlreiche Eisenbahnfreunde nutzten am Samstag die Gelegenheit , am Tag der offenen Tür trotz des unbeständigen Wetters den neuen Stützpunkt der DB Netz in der Wöhrdstraße in Augenschein zu nehmen und sich ausgiebig über das 6,5 Millionen-Projekt zu informieren.
Bei der offiziellen Einweihungsfeier, zu der unter anderem auch der Bürgermeister und der gesamte Stadtrat eingeladen war, erinnerte Sirko Kellner von der DB Netz daran, dass Lichtenfels seit Bestehen der Eisenbahnlinie im Jahr 1846 und insbesondere nach Erstellung des Betriebswerkes im Jahr 1891 eine Eisenbahnerstadt gewesen sei. Obwohl für den neuen Stützpunkt auch Bamberg und Kronach infrage gekommen wären, habe man sich auf Grund der zentralen Lage für den Standort Lichtenfels entschieden.

Der ab 2013 von einem Planungsbüro erarbeitete Plan sei weitgehend umgesetzt worden. Mit dem Baubeginn im Jahr 2015 mussten zunächst die insgesamt acht alten Gebäude mit einem umbauten Raum von 11 500 Kubikmeter abgebrochen und rund 10 000 Tonnen belasteter Boden entsorgt werden, ehe dann zunächst die Gleisanlage erstellt und der große geschwungene Bürokomplex mit angegliederter Werkstatt mit einem umbauten Raum von insgesamt 7300 Kubikmeter in Angriff genommen werden konnte. Dabei wurden 6800 Quadratmeter Fläche neu gestaltet, nämlich 1200 Quadratmeter Neubaufläche, 450 Quadratmeter der instandgesetzten vorhandenen Halle und 5100 asphaltierte, gepflasterte und begrünte Flächen.

Sirko Kellner stellte besonders heraus, dass es hierbei um rund 100 Arbeitsplätze gehe. Es seien 39 Büroarbeitsplätze geschaffen worden, 60 weitere Mitarbeiter würden den Stützpunkt Lichtenfels als Ausgangspunkt für ihren Außendienst nutzen und würden hier Umkleide- und Duschräume vorfinden. Das neue Gebäude biete Platz für 23 Büros, fünf Schulungs- und Besprechungsräume, diverse Sozialräume wie Wasch- und Umkleideräume und einen Gemeinschaftsraum sowie fünf Werkstatt- und Lagerräume. Sirko Kellner bedankte sich auch bei der Stadt und den Stadtwerken für die gute Zusammenarbeit.

Der Erste Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) erinnerte daran, dass einst viele Lichtenfelser bei der Bahn beschäftigt waren und somit einen engen Bezug zu dem Unternehmen hatten. Auch sein Vater sei bis vor zehn Jahren als Rangierer bei der Bundesbahn beschäftigt gewesen. Lichtenfels sei stolz darauf, dass es den Stützpunkt bekommen habe und damit auch 100 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Er sehe darin auch einen weiteren wichtigen Baustein für ein lebendiges Lichtenfels. Nicht vergessen wurde der kirchliche Segen für das neue Gebäude und die darin arbeitenden Menschen, den die beiden Pfarrer Roland Neher und Ralph-Peter Zettler erteilten. Bevor das Gebäude zur Besichtigung freigegeben wurde, musste natürlich traditionell das den Eingang versperrende Band vom Bürgermeister, dem DB-Repräsentanten sowie den beiden Pfarrern durchschnitten werden.


Lichtdurchflutet

In dem lichtdurchfluteten, bogenförmigen Neubau sind die modern ausgestatteten Büro-, Schulungs- und Besprechungsräume zu beiden Seiten eines langen Ganges angeordnet, die Werkstatträume müssen noch eingerichtet werden. Viele weiteren Besichtigungsmöglichkeiten und Aktionen wurden angeboten. Viel bestaunt wurden die gelben Instandhaltungsfahrzeuge. So ist das Mehrzweckfahrzeug besonders für den Winterdienst mit einer speziellen Schneeräumtechnik ausgestattet, die ein Schneekehrgerät, einen Schneepflug und eine Schneefrässschleuder umfasst. Es verfügt aber auch über Kran und Arbeitskorb. Das Instandhaltungsfahrzeug für Oberleitungsanlagen besitzt unter anderem neben einer umfangreichen Werkstattausstattung eine Hebebühne, mit der sich die Besucher in die Höhe hieven lassen konnten. Äußerst interessant waren die Vorführungen von Gleisarbeiten. So wurde gezeigt wie Schienen mit einem Winkelschleifer getrennt werden oder wieder verschweißt werden. Der neue DB Netz Stützpunkt in der Wöhrdstraße stellt eine große Bereicherung für die Stadt dar.