Das Vereinsheim Alte Schmiede platzte bei der Ortsversammlung zum Neubau eines Vereinsheims mit Kulturscheune und Feuerwehrstellplatz am Dienstag aus allen Nähten. So mussten etwas später eintreffende Gäste zwangsläufig mit einem Platz im Windfang etwas außerhalb des Geschehens vorliebnehmen.

Das Interesse war also groß unter den Wolfsdorfern, denn Bürgermeister Jürgen Kohmann und Stadtbaumeister Andreas Ender stellten die Planungen zu dem Projekt vor. Und so freute sich das Stadtoberhaupt auch über die große Zahl an jungen Dorfbewohnern, die erschienen waren. "Dies ist ein Projekt für die Zukunft und ihr seid die Zukunft", sagte das Stadtoberhaupt.

Kohmann gab einen Einblick in die Entscheidung zur Entstehung des Projektes. Er nannte dabei drei Gründe: zum einen die engen Grundstücksverhältnisse am Vereinsheim Alte Schmiede, die keine ausreichend große Bebauung zulassen und zum anderen den Feuerwehrbedarfsplan. Dieser sieht die Stationierung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs mit Wasser und Atemschutz in Wolfsdorf vor. Das bisherige Feuerwehrhaus in der Dorfmitte ist dafür zu klein. Der dritte Grund war der nicht so ganz gute Zustand der Dreschhalle, die gegenwärtig als Lagerraum der Ortsvereine genutzt wird.

Twei Jahre lang geplant

Bereits zwei Jahre laufen schon die Planungen, sagte Kohmann. So musste ein geeignetes Grundstück gefunden werden und Verhandlungen zum Kauf geführt werden. Diese Gespräche stellten sich als nicht ganz einfach heraus, so der Bürgermeister. Der Erwerb von 1000 Quadratmetern Grund neben dem Bolzplatz ebnete dann den Weg, um detailliert in die Planungen einzusteigen. Parallel liefen die Verhandlungen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg. Als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk bezeichnete Kohmann die mündliche Zusicherung des Amtes für Ländliche Entwicklung im vergangenen Dezember, 60 Prozent der Bruttobaukosten zu bezuschussen. "Wir schaffen für Wolfsdorf etwas Einzigartiges", sagte der Bürgermeister. "Bei veranschlagten Baukosten von rund einer Million Euro werden Eigenleistungen der Wolfsdorfer nicht nur erhofft, sondern auch erwartet. Auch bei der Inneneinrichtung sind die Vereine gefragt", so Kohmann. Der Erlös vom späteren Verkauf des alten Feuerwehrhauses und des Vereinsheims Alte Schmiede wird in den Neubau einfließen. Stadtbaumeister Andreas Ender stellte die Baupläne vor, die zusammen mit einer Projektgruppe, bestehend aus den Wolfsdorfer Vereinsvorsitzenden und "Leuten vom Fach", entwickelt wurden. Ein fränkischer Dreiseitenhof stand dabei Pate zur Grundidee des Stadtbaumeisters.

Die beiden neuen Gebäude vereinen dabei das Vereinsheim, die Theaterscheune und das Feuerwehrgerätehaus. Wenn dann zur Kirchweih noch ein Zelt aufgestellt wird, entsteht der Dreiseitenhof. Während das neue Vereinsheim in massiv gebaut wird, wird der nicht beheizbare Kulturstadl in Holzbauweise gebaut. Der darin integrierte Feuerwehrstellplatz wird wieder massiv gemauert und beheizt, so Ender. Die Fassaden der beiden Gebäude werden mit Wandplatten verkleidet. Diese sind ein wichtiger Bestandteil des Projektes und werden in auffälligen Farben gestaltet.

Mit einer Baugenehmigung seitens des Landratsamtes kann Mitte Januar gerechnet werden, so dass im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden kann, sagte Kohmann. Auch der Naturschutz darf nicht zur kurz kommen: Für die bebauten Flächen muss für ausreichend Ausgleich in Form von Streuobst oder Bewuchs gesorgt werden. Außerdem soll die Wolfsdorfer Wasserleitung saniert werden. Diese soll in absehbarer Zeit über mehrere Jahre hinweg, straßenweise erneuert werden.