Ein 100 Jahre alter Futtertrog kommt zu neuer Ehre. Eine zurückgehende Schüttung, ein zu geringer Wasserdruck und vor allem eine Belastung der Wolfsdorfer Quellen mit Bakterien hatten die Stadt Bad Staffelstein, zu der Wolfsdorf gehört, das Dorf im Frühjahr 2015 an die Fernwasserleitung anzuschließen. Bei einer Bürgerversammlung war die Idee aufgekommen, mit dem noch vorhandenen Quellwasser einen Brunnen zu speisen und somit eine Wasserentnahmestelle einzurichten. Noch rechtzeitig vor der Wolfsdorfer Kirchweih am kommenden Wochenende ist der Brunnen nun auf dem Sportplatz aufgestellt worden.

Im Vorfeld hatten sich die Blumen- und Gartenfreunde Gedanken gemacht, wie der Brunnen gestaltet werden sollte. Dabei war man sich einig, keinen neuen Brunnen zu bauen. Es kam die Idee auf, sich um einen alten Trog aus einem Kuhstall umzusehen. Otto Fischer fand bei Robert Zillig in Wolfsdorf ein etwa 100 Jahre altes Behältnis aus Muschelkalk, das noch bis vor geraumer Zeit den Kühen als Futtertrog diente. Daraufhin machte sich Otto Fischer auf die Suche nach einer passenden Brunnensäule. Eine Säule aus Sandstein wäre leicht aufzutreiben gewesen, sie passte jedoch farblich nicht zum Unterteil. Bei Helmut Wagner aus Kümmersreuth wurde der Wolfsdorfer dann fündig. Dort konnte er eine passende Säule aus Dolomitstein erwerben, deren Farbton zum Trog passte. Otto Fischer nimmt an, dass der Stein früher als Torpfosten verwendet wurde.

Nun musste nur noch ein Auslauf gefunden werden. Dies gestaltete sich jedoch zunächst schwierig. Otto Fischer auf die Idee, eine Schwengelpumpe als Auslauf zu verwenden. Diese bekam er von einem Bekannten sogar geschenkt.


Fachmännisch eingefasst

Zusammen mit Angehörigen des Staffelsteiner Bauhofs stellte Otto Fischer den Brunnen vor kurzem auf und schloss ihn an die Wasserleitung an. Die Arbeiter des Bauhofs brachten rundherum Filterkies auf und fassten den Brunnen mit Granitsteinen ein. Weil das Wasser ständig in den Trog plätschert, wird der Überlauf in einen Graben geleitet und so wieder der Natur zugeführt.

Aus rechtlichen Gründen musste ein Schild "kein Trinkwasser" angebracht werden, weil das Wasser nicht mehr bakteriologisch untersucht wird. Es handelt sich jedoch nach wie vor um Wolfsdorfer Quellwasser, das noch vor zwei Jahren durch die Leitungen in die Haushalte sprudelte.

Die Kosten für Trog und Säule in Höhe von 400 Euro übernahmen die Blumen- und Gartenfreunde. Ohne das Engagement und die Arbeit von Otto Fischer wäre der Brunnen bestimmt um ein Vielfaches teurer geworden. Natürlich soll der Brunnen bei einem kleinen Fest demnächst offiziell eingeweiht werden.