Eine Exkursion in die Botanik um den Staffelberg gelang am Samstag. Acht Kilometer Angebot der Kurverwaltung und unter Führung eines heimischen Naturkenners. Und am Ende? Am Ende stand für manchen Teilnehmer die Erkenntnis, dass die Natur um den Staffelberg auch schon im März mit Erstaunlichem aufwartet.
"Eine große Bitte: Wenn wir da jetzt durchlaufen, achten Sie darauf, wo Sie hintreten!", ermahnte Wolfgang Hüttner bald gegen Ende des Pensums vor Romansthal seine Wandergruppe. Doch im Grunde war die zwölfköpfige Wandergruppe sensibilisiert genug, das zu schätzen und zu achten, was sich an Flora kurz über dem Boden befand: die Pulsatilla vulgaris oder auch Gewöhnliche Kuhschelle. Was aber soll an diesem Hahnenfußgewächs so besonders sein, gilt es doch als verbreitet in West- und Mitteleuropa? Eben hier hakt es, wenn man Wolfgang Hüttner glauben darf. Denn: So verbreitet sie die Pflanze gar nicht mehr.
Doch nahe dem Staffelberg trat sie auf einer Wiese leicht abseits eines Pfades noch gruppenweise auf. "Das ist unfasslich", kommentierte ein Wanderteilnehmer. Wer an diesem Tag durch Bärlauchfelder oder entlang des Karlssteigs schritt, musste etwas übrig haben für die Vegetation am Berg. Aber mit den zwölf Wanderern hätte sich wohl auch die Spreu vom Weizen getrennt, wenn man Hüttner glaubt. Der einstige Schreiner und langjährige Wanderführer meint den Grund dafür im Geld ausmachen zu können. Noch 2016 seien derlei Angebote auf zehn, zwölf, 15 Teilnehmer mehr gestoßen. "Es hat a weng nachgelassen, weil sie bezahlen müssen." Sie, das seien die einheimischen Wanderer, die, die keine Gästekarte haben und somit auch keine Kurtaxe zahlen und nun auch einen Obolus entrichten müssen. Im Falle der acht Kilometer und auf knapp vier veranschlagten Stunden lag die Höhe bei 2,50 Euro.
Dabei betreibt Hüttner durchaus einen lohnenden Aufwand. Er weiß um die Eisenerzminen am Staffelberg, kann die Jahreszahlen des Abbaus benennen, weiß auch, dass im 17. Jahrhundert die Verarbeitung des Erzes in Pegnitz geschah, das Erz aber von hiesigen Bauern gefördert wurde. All dies Geschichtliche lag entlang des Karlssteigs, einem Aufstieg zum Plateau. Doch auch der Karlssteig ist ein Begriff, hinter dem sich eine Biografie verbirgt. Und so erzählte Hüttner von dem einstigen Pfarrer, nach dem der Steig benannt wurde oder wies auf noch so versteckt wirkende Pflänzchen hin. Dann geschah nicht selten ein Austausch zu Essbarkeit, Nährstoffreichtum oder den Pflanzenfamilien, denen Giersch, Waldbingelkraut, Lungenkraut oder Primeln angehören. Man war unter sich und begab sich wandernd abseits der Menschen, die ohne Blick für die Natur hinauf zum Plateau strebten, versunken in ihre Handys. Mit einer gemeinsamen Einkehr wurde das Wanderangebot der Kurverwaltung beschlossen.