Es war einmal ein schöner, gastlicher Raum in einem Bahnhof. Man konnte dort auf den Zug warten, Zeitung lesen bei einem Cappuccino oder seine Mittagspause verbringen. An manchen Abenden war sogar richtig was los, bei Live-Musik wurden die Bistro-Stühle knapp. Das ist vorbei. Seit rund sieben Wochen ist die Jugendstil-Halle kalt, leer und abgesperrt.

Besonders tragisch: Es handelt sich um den Bahnhof der Eisenbahnerstadt Lichtenfels, seit 1846 gibt es die Bahnstation hier, 13 Jahre später ist es ein Bahnknotenpunkt. Die Eisenbahn hat einst der Stadt zum Aufschwung verholfen. Der Bahnhof hat im 19. Jahrhundert wesentlich dazu beigetragen, dass aus Lichtenfels die Deutsche Korbstadt werden konnte. Vor vier Jahren, als es gelungen war, Geflecht in einem kleinen Ladenleerstand im Bahnhofsgebäude zu etablieren, war daran erinnert worden.