Sie gehört fest ins Schwürbitzer Ortsbild, doch brüsten kann sich die Einwohnerschaft damit längst nicht mehr: die Mainbrücke. Der Fahrbahnbelag ist stark beschädigt, Blattrost und Korrosion prägen ihr Erscheinungsbild im Überschwemmungsgebiet seit langem.

Ihr Lastniveau beträgt derzeit noch 2,5 Tonnen - von ursprünglich einmal sechs Tonnen. Schon im Jahr 2012 wurde der Zustand der Brücke in einer Prüfung für "nicht ausreichend" bewertet. Die Gemeinde Michelau ist aktiv geworden und hat das Planungsbüro SRP Schneider & Partner in Kronach mit einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung beauftragt: Welche Chancen gibt es für das 1902 errichtete Bauwerk?

So oder so geht's ins Geld

Eine "einfache" Instandsetzung, die eine Erneuerung des Fahrbahnbelags, eine Vollerneuerung des Korrosionsschutzes, die Ausbesserung von Schweißnähten und die lokale Reparatur der Widerlager beinhalte, würde die Gemeinde Michelau in einer Erstmaßnahme rund 350 000 Euro, in einer folgenden notwendigen Maßnahme im Jahr 2040 rund 150 000 Euro kosten. Bei dieser und auch der folgenden Variante wäre ihre "Lebensdauer" bis zum Jahr 2065 angelegt. Dann wäre ein Ersatzneubau absehbar. Mit einer geschätzten Kostensumme von 440 000 Euro könnte eine umfassendere Instandsetzung der Brücke dafür ihre Traglast möglicherweise wieder auf 16 Tonnen erhöhen. Statische Nachrechnungen wären jedoch erforderlich, betont Georg Neubauer vom Planungsbüro.

Höhere Traglast sinnvoll

Auch ein neuer Fahrbahnbelag aus GFK-Planken, eine Fahrbahnunterkonstruktion aus Stahl sowie ein zusätzlicher Querträger wären in diesem Modell enthalten. Herrschte im Gemeinderat bisher interessiertes und konzentriertes Schweigen, meldeten sich an dieser Stelle die ersten Mitglieder zu Wort: "Eine größere Traglast wäre schon alleine für die Feuerwehr und die Rettungsfahrzeuge sinnvoll, sonst können die nicht darüberfahren." Und: "Vielleicht ist ja auch eine Förderung durch den Landkreis möglich, denn durch die Brücke werden ja drei Dörfer miteinander verbunden. Das ist für die Landwirte wichtig."

Doch auch die beiden Entwürfe zu Ersatzneubauten verfolgten die Gemeinderatsmitglieder um Bürgermeister Dirk Rosenbauer gebannt. Diese hätten den Vorteil einer längeren "Lebensdauer", die Planungen gehen über 100 Jahre hinaus, und einer immensen neuen Traglast. Eine neue Brücke wäre darauf angelegt, von schweren Maschinen o.Ä. befahren zu werden und jegliche Traglast bewältigen zu können. Außerdem könnte diese auf einem Vormontageplatz hergestellt und dann an Ort und Stelle eingeschoben oder eingehoben werden - wenn dafür die entsprechenden lokalen Voraussetzungen gegeben seien. Auch das brachte manche Gemeinderatsmitglieder ins Nachdenken: "Auf der Schwürbitzer Seite, sonst geht das gar nicht. Aber wie?"

Eine Stabbogenbrücke würde etwa den Teilrückbau bis zur Oberkante der Lagerbank des Bestands beinhalten und ein neues Tragwerk direkt hinter den bestehenden Widerlagern über den Bohrpfählen einschließen. Die Gesamtbreite der Brücke könnte auf 5,30 Meter ausgeweitet werden. Die Kosten hierfür würden wohl rund 1,4 Millionen Euro betragen. Das Modell einer Stahlfachwerkbrücke wäre mit rund 1,3 Millionen Euro geringfügig kostengünstiger: Die Gründung könnte über Bohrpfähle erfolgen, das obenliegende Tragwerk wäre als Strebenfachwerk angelegt. Die Gesamtbreite der Brücke betrage dann gar 4,40 Meter.

Doch auch nicht finanziell zu berücksichtigende Details standen im Raum: Die Belastungen für die Umwelt, insbesondere für Boden und Gewässer, aber auch für die Verkehrsteilnehmer würden sich bei einem Ersatzneubau auf die aktuellen Monate konzentrieren, bei den beiden Modellen der Instandsetzung würden in rund 45 Jahren erneute Bürden entstehen.

In allen Varianten käme es jedoch zu zeitweisen Vollsperrungen an der Brücke. Das ist jedoch jedem Gemeinderatsmitglied klar. Das Fazit des Planungsbüros tendiert zur umfassenden Instandsetzung - auf Basis der Zugrundelegung der Kosten von 0,65 Millionen Euro. Diese beziehen u.a. die langfristige Nutzungsdauer des Bauwerks mit ein.

Entscheidung fällt noch

In einer späteren Gemeinderatssitzung soll die Entscheidung für eine der Varianten fallen - für die Zukunft der traditionsträchtigen Mainbrücke in Schwürbitz.

Endlich kann die Entscheidung fallen, denn Zweifel am Erfolgsprojekt Mehrgenerationenhaus (MGH) Michelau scheint es nicht zu geben. Da die letzte Gemeinderatssitzung wegen eines Covid-19-infizierten Mitglieds entfallen musste, konnte der Beschluss zur Kofinanzierung der Einrichtung am Dienstag einstimmig beschlossen werden: Von 2021 bis 2028 beträgt die Förderung durch die Gemeinde Michelau jährlich 5000 Euro.

Auch Vereine nutzen das MGH

Die Unterstützung für das kommende Jahr hatte Bürgermeister Dirk Rosenbauer bereits zugesagt, da das Mehrgenerationenhaus Finanzierungsnachweise erbracht hatte. Gemeinderatsmitglied Susanne Naumann schlug gar vor, die Förderung zu erhöhen, da unter anderem auch viele Vereine die Räume der Einrichtung nutzen und diese zum Treffpunkt für Generationen geworden sei. Die Kofinanzierung durch die Kommunen und Landkreise sind Voraussetzung für eine Förderung dieser Institutionen im neuen Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser.

Radweg muss warten

Die angedachte Radwegverbindung vom Kirchweihplatz bis zur Mainbrücke muss dagegen warten: Da das Wasserwirtschaftsamt, das die Hochwasserfreilegung an dieser Stelle durchführt, nun doch keine Straße für die Baufahrzeuge errichtet, die als Radweg für die Kommune asphaltiert werden könnte, hat das Gremium einstimmig entschieden, mit neuen Ideen für die Fahrradfahrer zumindest bis zur Beendigung der Bauarbeiten zu warten.

Des Weiteren informierte Bürgermeister Dirk Rosenbauer die Gemeinderatsmitglieder über die Beteiligung der Kommune an den Bebauungsplänen Zur Heide, Schlesierstraße, An der Robert-Koch-Straße und Solarpark Klosterlangheim.

Erfreut zeigte sich das Gremium zudem von der Tatsache, dass derzeit alle Bauplätze der kommunalen Baugebiete verkauft seien: In Neuensee betrifft dies das Baugebiet Am Kreuzhof, in Lettenreuth das Gebiet Am Röthlein. Das spreche für eine lebendige Kommune, freut sich Dirk Rosenbauer.

Das Gemeindeoberhaupt gab auch bekannt, dass das Deutsche Korbmuseum in Michelau am 6. Oktober wiedereröffnet worden sei. Das Hallenbad soll voraussichtlich ab 26. Oktober besucht werden können. Auch die Bauarbeiten zum neuen Bike-Park in Michelau, der aus der alten BMX-Bahn entstehen soll, kämen gut voran, berichtete Gemeinderatsmitglied Michael Stettner