• Weismain im Landkreis Lichtenfels: CSU ist absoluter Wahlgewinner - Erststimmen-Anteil bei 64,8 Prozent
  • "Stimmenkönigin" Emmi Zeulner mit Kantersieg in der Stadt Weismain - kein anderer Kandidat zweistellig
  • CSU landet auch bei Zweitstimmen mit Abstand auf Platz 1: 47,2 Prozent für Christlich-Soziale Union
  • "Spiegelt die ländliche Bevölkerung wider" - CSU-Ortsverbandsvorsitzender sieht Gründe für Erfolg in "Bodenhaftung"

Die CSU hat bei der Bundestagswahl ihr schlechtestes Ergebnis seit mehr als 70 Jahren erzielt. An Emmi Zeulner lag es nicht: Sie erhielt bayernweit die meisten Erststimmen aller CSU-Kandidaten. Insbesondere in Weismain (Landkreis Lichtenfels) hatte die 34-Jährige klar die Nase vorn. "Stimmenkönigin" Emmi Zeulner, wie CSU-Ortsverbandsvorsitzender Michael Bienlein sie nennt, erreichte in der Stadt stolze 64,8 Prozent. Bei den Zweitstimmen siegte die CSU in Weismain mit 47,2 Prozent - die zweitplatzierte SPD kam gerade einmal auf 13,1.

Weismain: "Stimmenkönigin" Zeulner siegt erneut - Region "sehr CSU-orientiert"

Bienlein ist sich sicher, dass Emmi Zeulner selbst der Grund für die guten Ergebnisse ist. "Aber auch aus der Historie raus ist der Landkreis und der gesamte Wahlkreis sehr CSU-orientiert, was auch die ländliche Bevölkerung widerspiegelt." Diese "ländliche Bevölkerung" lasse sich nicht von Extremen leiten, sondern besitze einfach noch mehr "Bodenhaftung", erklärt der CSU-Ortsverbandsvorsitzender im Interview mit inFranken.de.

Ganz zufrieden ist Bienlein mit den Ergebnissen trotzdem nicht: "Bergab ging es bei uns jetzt schon auch. Ich denke, dass uns jetzt einfach die Fehler der vergangenen Jahre von CSU/CDU einholen. Ich hätte es befürwortet, wenn Angela Merkel vor zwei Jahren nicht nur den Parteivorsitz, sondern auch das Kanzleramt zur Verfügung gestellt hätte. Egal ob Söder, Merz oder wie jetzt Laschet, hätte man dann mit einem Amtsbonus starten können."

Außerdem seien auch andere "Fehler" - wie das Volksbegehren Artenvielfalt unter dem Motto "Rettet die Bienen" - durchaus im Bewusstsein der Bevölkerung hängen geblieben, "gerade bei Land- und Forstwirten." Damals habe Söder sich nicht nur damit zufriedengegeben, "sondern noch eins draufgesetzt". "Das hat gerade den Landwirten schmerzlich wehgetan", begründet Bienlein die Verluste.

CSU Wahlgewinner in Weismain: So schnitten die anderen Parteien ab

Trotz allem ist vor allem in der "ländlicheren Region" die CSU der eindeutige Wahlgewinner: Bei den Erststimmen ist Emmi Zeulner mit 64,8 Prozent in der Stadt Weismain die deutliche Gewinnerin - niemand anderes hat hier ein zweistelliges Wahlergebnis erreicht. Damit zieht die Abgeordnete erneut für die CSU in den Deutschen Bundestag ein. Alle Informationen zur Wahl, möglichen Koalitionen, den Ergebnissen sowie Reaktionen von Parteien und Spitzenkandidat*innen gibt es bei inFranken.de im Überblick.

Die Zweistimmen gehen größtenteils ebenfalls an die CSU. 47,2 Prozent erreicht die Partei in Weismain. Nur SPD (13,1 Prozent) und AfD (10,4 Prozent) konnten darüber hinaus ein zweistelliges Ergebnis erzielen. Die Freien Wähler kommen hier auf 9,4 Prozent Zweitstimmanteil, während die FDP 9,1 Prozent erreicht. Die Grünen liegen bei 5,8 Prozent, die Linke hat lediglich 1,7 Prozent der Zweitstimmen erreicht.

Die vielen Stimmen für Splitterparteien und Kleinstparteien erklärt sich Bienlein durch die Wohlstandsgesellschaft. Während er die CSU-Ergebnisse mit "Bodenhaftung" der Bevölkerung begründet, also "Bodenständigkeit", ist der Vorsitzende des Ortsverbandes Weismain sicher, "dass, wenn es einem relativ gut geht, man nicht an die Grundbedürfnisse allein denkt." Man könne sich dann den "gewissen Luxus" leisten, spezielleren Themen mehr Aufmerksamkeit zu geben. "Das spiegelt sich", so Bienlein, "dann in den vielen Splittergruppierungen wider" - und schlussendlich auch in den Ergebnissen der Union.