Die Geschichte der Coburger Sommeroperette endete am Mittwoch knapp 26 Jahre nach der Gründung mit einem dreifachen Schuldspruch vor dem Amtsgericht Hof. Wegen jeweils 29 Fällen des Betruges wurden die Vorsitzende, die Kassiererin und der stellvertretende Vorsitzende des Vereins zu Geldstrafen verurteilt.

Geldstrafen verhängt

Die Vorsitzende und die Kassiererin wurden mit einer Gesamtgeldstrafe von jeweils 270 Tagessätzen belegt, das Strafmaß für den stellvertretenden Vorsitzenden lautet auf 220 Tagessätze, wie Hubert Pürner als Pressesprecher des Amtsgerichts auf Nachfrage erklärte. Bei dem Verfahren stand eine Schadenssumme von rund 70000 Euro im Raum.

Der Prozess hatte im Vorfeld in der Region großes Interesse gefunden. Schließlich hatte sich die finanzielle Misere der Coburger Sommeroperette schon seit Jahren abgezeichnet.

Umzug nach Bad Staffelstein

Nach mehreren personellen Wechseln in der musikalischen Leitung läutete der Umzug nach Ende der Saison 2017 von Heldritt nach Bad Staffelstein das Finale der Coburger Sommeroperette ein. Der Versuch, unter dem Etikett Seefestspiele im Kurpark einen erfolgreichen Neustart zu wagen, schlug letztlich fehl.

Das Urteil gegen die Macher der Coburger Sommeroperette ist noch nicht rechtskräftig. Eine Woche Zeit bleibt nach der Verkündung, um Rechtsmittel einzulegen und eine Berufsverhandlung oder eine Revision anzustreben.

Neuer Verein 2018

Übrigens: Während die Geschichte der Coburger Sommeroperette mit diesem Urteilsspruch ihr juristisches Finale findet, lebt der Name Sommeroperette in der Region Coburg dennoch weiter - freilich in Gestalt der Sommeroperette Heldritt. Sie richtet ihre Veranstaltungen wieder auf der Waldbühne Heldritt aus und wird getragen von dem im Jahr 2018 neu gegründeten Verein Coburger Operetten-Freunde.