Wenn etwas nicht mehr gebraucht wird und der Platz im Wohnraum knapp ist, wird der Dachboden schon mal kurzerhand zu einer kleinen Lagerhalle. Dass sich ein Dachboden nach einigen Jahren zu einer wahren Schatzkammer entwickeln kann, machen sich wohl die wenigsten Menschen bewusst. "Auch ich habe einen kleinen Schatz auf dem Dachboden, den ich eigentlich nicht mehr brauche", sagt Karin Murmann aus Horsdorf. Die Rede ist von einem antiken Sofa von ihrer Oma. Das Möbelstück im Jugendstil ist mittlerweile stark restaurierungsbedürftig. Der erste Hofflohmarkt in Horsdorf am Sonntag käme ja dann eigentlich wie gerufen. "An dem Stück hängen viele Erinnerungen, ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es hergebe", sagt die 48-Jährige, hält kurz inne und fügt an: "Nein, eigentlich möchte ich es nicht hergeben."

Das Sofa ist der einzige "Härtefall", grundsätzlich hat Karin Murmann keine Probleme sich von Dingen zu trennen.
Und so hat sie unter anderem schon eine Reihe an Büchern, Kleidungsstücken und Haushaltswaren zusammengepackt, die sie am Sonntag am Stand vor ihrem Haus verkaufen möchte. Auch die alten Inline-Skates ihrer zwei mittlerweile erwachsenen Töchter will die Zweite Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins anbieten. Als wir beim Ortstermin nach den Rollschuhen fragen, kommt das Verkaufstalent der 48-Jährigen sofort zum Vorschein. "Die sind noch im guten Zustand, haben Sie etwa Interesse?", fragt sie lächelnd.


14 Stände fußläufig erreichbar

Auf viele Interessenten hofft nicht nur Karin Murmann, sondern auch die anderen Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins an den insgesamt 14 Ständen in den Höfen und Garagen von Horsdorf, die alle fußläufig zu erreichen sind. Bis Sonntag wird sogar noch ein Lageplan der einzelnen Stationen des Flohmarkts erstellt.
Der Markt ist am Sonntag, 5. Juni, von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Neben den Vereinsmitgliedern aus Horsdorf und Loffeld erwartet Murmann ähnlich wie beim Dorffest auch auf einige Besucher von außerhalb: "Es ist ein kleines Event in einem schönen Dorf. Es bietet sich an einen Spaziergang durch das Dorf zu machen und gemütlich einen Kaffee zu trinken." Um die beiden Gaststätten im Ort zu fördern wird auf Verpflegungsstände bewusst verzichtet.

Nicht verzichten will Karin Murmann darauf, selbst auf Schnäppchenjagd zu gehen. Im Visier hat sie alte Töpfe und Pfannen, die sie in ihrem Garten bepflanzen möchte. "Ich gehe sehr gerne als Kunde auf Flohmärkte und glaube schon, dass der ein oder andere Schatz im Dorf zum Vorschein kommen wird", sagt sie.