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Lichtenfels
Tourismus

Unansehnliche Brühe im Lichtenfelser "Flori"

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept muss wegen coronabedingter Veränderungen im Handel auf 2021 verschoben werden.
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Von Stadtrat Uwe Held bemängelt: das schnelle Umschlagen des Wassers im Floriansbrunnen.  Foto: Markus Häggberg
Von Stadtrat Uwe Held bemängelt: das schnelle Umschlagen des Wassers im Floriansbrunnen. Foto: Markus Häggberg

Isek - das klingt nach einem Sondereinsatzkommando. Tatsächlich steht hinter diesem Kürzel das Integrierte Stadtentwicklungskonzept. Doch Entwicklungen sind abhängig von Gewerbesteuereinnahmen, und Corona hat es mit sich gebracht, dass weitere Stadtentwicklungen mitunter unübersichtlich wurden. Auch das hatte am Donnerstagnachmittag im Sitzungssaal des Rathauses II die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus und Wirtschaft zum Kern.

Zur Erinnerung: Seit 2010 besteht das Isek und es ist zentrales Element der Städtebauförderung. Mehr noch: Es ist Grundlage für sämtliche Programme der Städtebauförderung. Wie ein Kommuniqué der Stadt verlauten lässt, soll es darauf "angelegt sein, in Teilen oder als Ganzes fortgeschrieben und damit aktuell gehalten zu werden". Auch ist in ihm von der Berücksichtigung "neuer Entwicklungen" die Rede. Mit 40 000 Euro ist der Punkt Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen nebst Weiterentwicklung von Isek im Haushaltsplan 2020 eingeplant. "Jetzt ist es aktuell so, dass uns die Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung macht", erklärte Citymanager Steffen Hofmann.

Nähe und Austausch

"Ein Teil des Isek ist das Einzelhandelsentwicklungskonzept, und weil sich im Einzelhandel seit zehn Jahren viel getan hat, muss man es fortschreiben (...) und genauer hinsehen", so Hofmann weiter. Immerhin sei auch der Internethandel gewachsen und habe verändernd eingegriffen. Da Isek auch Findungsgruppen und Bürgerbeteiligung bedeutet, beinhaltet das auch Nähe und Austausch. Schwierig, in Corona-Zeiten.

"Es macht jetzt keinen Sinn, eine Datenbasis zu haben, auf die wir nicht bauen können", so Bürgermeister Andreas Hügerich mit Blick auf all die coronabedingten Veränderungen bei Einzelhandel und Gewerbesteuereinnahmen. Daher schlug die Verwaltung vor, die (Teil-)Fortschreibung des Isek auf das 2021 zu verschieben. "Der Antrag passt gut (...) ich verstehe die Gründe, warum wir nicht sofort loslegen", erklärte Stadträtin Andrea Starker (CSU). Doch sie wollte sich vergewissern, ob für Isek eingeplante Haushaltsmittel auch ins Folgejahr übertragen werden können. So sollte es kommen und dem durch Verwaltung erarbeiteten Beschlussvorschlag um einen Beginn der Isek-Vorbereitungen erst im vierten Jahresquartal nebst Fortschreibung des Isek im Jahr 2021 wurde einstimmig stattgegeben. Monika Faber (SPD) pflegte einen eigenen Ansatz. "Es werden Gewerbesteuern einbrechen", so die Stadträtin, die mit dieser Aussage darauf abzielte, jene Umsetzung von Projekten zuvorderst ins Auge zu fassen, die kostengünstig zu erreichen wären.

Das Thema "seniorengerechte Parkplätze" in der Innenstadt kam somit aufs Tapet. "Wir (Senioren) sind der größte Teil der Gesellschaft und haben dementsprechend Anspruch." Allerdings, das machte Stadtrat Christopher Bogdahn (FW) klar, solle das nicht den Beginn einer Aufweichung der jetzigen Verkehrsberuhigung der Innenstadt bedeuten.

Auch das Thema Weihnachtsmarktplanung kam zur Sprache. Auch hier im Zusammenhang mit Corona und Unsicherheit. "Seit gestern weiß man, was bei einem auszuarbeitenden Hygienekonzept zu berücksichtigen ist", erklärte Hügerich gegenüber dem zwölfköpfigen Gremium.

Dann ergriff Steffen Hofmann wieder das Wort und legte Tourismuszahlen vor. Was das anbelangt, so herrscht Konstanz in Lichtenfels. So ist die Bettenanzahl mit 827 im Vergleich zu den Vorjahren nahezu unverändert geblieben, Gleiches gilt für die Besuchsdauer der Stadt. Touristen nehmen sich durchschnittlich drei Tage Zeit für Lichtenfels. Vielleicht in Bälde noch länger, was mit dem Oberen Tor zu tun hat. Seit dem 31. Mai ist er wieder für Besucher geöffnet, eine Fossilienausstellung vorhaltend. Bilanz: 100 Besucher an vier Wochenenden.

Stadtrat Uwe Held wies allerdings auch auf eine kleine Ärgerlichkeit hin. Das Wasser im Floriansbrunnen schlage zu schnell um. Hier möge die Stadt an einer Lösung für das binnen weniger Tage von klar zu grün wechselnde Wasser überlegen.